Magic-Life-Gründer kämpft um Karibik-Insel

22. Juli 2012, 16:28
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Cem Kinays Insel Dellis Cay wurde beschlagnahmt, der Gouverneur wirft Kinay Korruption vor

Wien - Der Gründer der Magic Life Clubs, Cem Kinay, will weiter um die von ihm erworbene aber später beschlagnahmte Karibik-Insel Dellis Cay kämpfen. Eine von den Turks und Caicos Islands angestrebte Auslieferung an den Karibikstaat wird weder von der Türkei noch von Österreich umgesetzt werden, schreibt der "Kurier".

Kinay hatte 2004 die Magic Life Clubs verkauft und dann um 18 Mio. Dollar die 560 Hektor große Insel Dellis Cay gekauft. Dort wollte er eine Luxus-Wohnanlage gründen, 30 Villen hat er verkauft. Später kaufte er nochmals 200 Hektar auf der Insel Joe Grant Island um 3,2 Mio. Dollar für ein weiteres Projekt. Als die Regierungspartei eine Spende erbat, gab er erst 500.000 Euro, dann nach einem Hurrikan nochmals 200.000 Dollar, wie er dem "Kurier" sagte. Dass Geld sei "völlig offen und transparent" geflossen. Michael Misick, Chef der lokalen Regierung, wurde aber 2008 von Großbritannien unter Korruptionsvorwürfen des Amts enthoben, das Parlament wurde aufgelöst, die Verfassung außer Kraft gesetzt. Und über Dellis Cay wurde ein Baustopp verhängt, beide Inseln wurden unter Zwangsverwaltung gestellt. Kinays Projekt kam zum Stillstand.

Der von den Briten eingesetzte Gouverneur warf Kinay vor, seine Projekte nur Dank Bestechung so günstig bekommen zu haben. Kinay sieht sich hingegen im Gespräch mit dem "Kurier" als politisches Opfer zwischen nationalen und britischen Interessensgruppen. "Der Vertragspartner beim Kauf von Joe Grant Island war nicht die Regierung, sondern der britische Gouverneur. Er ließ den Preis festsetzen und prüfte und unterschrieb den Kaufvertrag", sagte Kinay. Fünf Gutachter, darunter Richard Ellis sowie Ernst & Young, seien auf ähnliche Preise wie im Kaufvertrag gekommen. "Ich habe niemanden bestochen und von Beginn an mit der Staatsanwaltschaft voll kooperiert", verteidigt sich Kinay. Im Oktober 2011 sei er im britischen Konsulat in Istanbul einvernommen worden, Anfang Juli 2012 habe er sich auf einter Interpol-Liste gesuchter Krimineller wiedergefunden. Doch weder die Türkei noch Österreich werden Kinay derzeit in die Karibik ausliefern, schreibt der "Kurier".

Kinay will um sein Lebenswerk und seine Ehre kämpfen und hält die vom Gouverneur angekündigte Zwangsversteigerung der Joe Grant Island über Sotheby's für gesetzeswidrig, weil das Berufungsverfahren doch laufe. Aber immerhin habe ein Gericht die Klage von acht seiner 30 Investoren auf Schadenersatz abgewiesen. (APA, 22.7.2012)

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    Symbolbild karibischer Strand.

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