Israel befürchtet Terrorkampagne während der Olympischen Spiele

22. Juli 2012, 13:54
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Sorge auch wegen der syrischen Chemiewaffen

Tel Aviv/London - Der israelische Geheimdienst Mossad befürchtet nach einem Medienbericht, dass iranische Terroristen während der Olympischen Spiele in London einen Anschlag auf israelische Athleten verüben könnten. Deshalb seien israelische Geheimdienstmitarbeiter seit Monaten auf der Jagd nach möglichen Attentätern in Europa, die sich als Europäer oder Amerikaner tarnten, berichtete die britische "Sunday Times" am Sonntag ohne Angabe von Quellen. Nach den Worten von Israels Verteidigungsminister Ehud Barak werden die britischen Sicherheitskräfte von vielen internationalen Sicherheitsorganen unterstützt.

Barak sieht die Welt inmitten einer "globalen Terrorkampagne" des Irans und der mit ihm verbündeten Hisbollah im Libanon. Im Visier stünden internationale und israelische Ziele, sagte Barak am Sonntag dem israelischen Rundfunk. Vierzig Jahre nach dem Attentat während der Olympischen Spiele in München, bei dem palästinensische Terroristen elf israelische Athleten und einen Polizisten getötet hatten, befürchte der Mossad eine Art "Jubiläums-Anschlag", berichtete die "Sunday Times" weiter. Der Iran könnte im Streit um sein Atomprogramm eine "spektakuläre Vergeltung" planen.

Bedrohungsszenarien

Barak ging auch auf andere Bedrohungsszenarien für sein Land ein. Israel verfolge die Entwicklungen in Syrien aufmerksam und behalte die Möglichkeit im Blick, dass die libanesische Hisbollah-Miliz hochmoderne Waffen aus Syrien erhalten könnte. Angesichts der Entwicklungen in Nahost müsse Israel sich "auf jede Weise verteidigen", dabei aber vernünftig vorgehen, sagte er.

Der Verteidigungsminister hatte am Freitag im israelischen Fernsehen gesagt, Israel müsse möglicherweise in Syrien eingreifen. "Ich habe die Armee angewiesen, sich auf eine Situation vorzubereiten, in der wir eine Militäroperation erwägen müssen", sagte Barak. Syrien soll über das größte Arsenal von Chemiewaffen im Nahen Osten verfügen. Israel befürchtet, die Waffen könnten in die Hände der syrischen Opposition, von Terroristen oder der mit dem Iran verbündeten libanesischen Hisbollah gelangen. (APA, 22.7.2012)

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