Ironie: Oracle liefert nun LibreOffice aus

Statt dem eigenen OpenOffice mit Unbreakable Linux - Unternehmen hatte sich gegen Zusammenarbeit gestellt

Die Konflikte zwischen dem langjährigen OpenOffice-Hauptentwickler Sun und dem Rest der Community ware bereits einige Jahre in vollem Gang, als Oracle im April 2009 die Übernahme des traditionsreichen Softwareherstellers verkündete. Als sich die Hoffnungen der Community auf eine Öffnung der Entwicklung und der damit verbundenen organisatorischen Strukturen nicht erfüllten, entschloss man sich zu einem Schritt, den man zuvor tunlichst zu vermeiden suchte: Mit LibreOffice wurde eine Abspaltung von OpenOffice etabliert, die in Folge zahlreiche neue EntwicklerInnen für das freie Office gewinnen konnte.

Getrennte Wege

Allein Oracle (und in Folge dessen Partner IBM) blieb stur, die Avancen der Community, sich doch dem LibreOffice-Projekt anzuschließen, schlug man konsequent aus. Statt dessen entschloss man sich dazu OpenOffice in die Hände des Apache-Projekts zu legen, zog sich in Folge aber auch gleich weitgehend aus der Entwicklung zurück.

Tausch

Mit dieser Vorgeschichte im Hinterkopf, löst der Blick in die Release Notes von Oracles Unbreakable Linux 6.3 wohl bei manchen ein gewisses Schmunzeln aus: Wird dort doch mittlerweile LibreOffice als fixer Bestandteil der Softwareausstattung geführt - und nicht mehr wie bislang OpenOffice.

Auflösung

Wie es dazu kommt, ist natürlich schnell erklärt: Unbreakable Linux ist Oracles nur in Details veränderter Ableger von Red Hat Enterprise Linux, das mittlerweile eben mit LibreOffice ausgestattet ist. Und diese Änderung hat nun eben auch der Oracle-Klon geerbt. Den Ironie-Faktor reduziert dieser Erklärung trotzdem nur geringfügig... (apo, derStandard.at, 22.07.12)

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