"130 Jahre Kunst der Frechheit" in München

26. Juni 2003, 17:49
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Haus der Kunst widmet sich dem Grotesken - Die Frankfurter Schirn hält mit "Auf eigene Gefahr" dagegen

München/Frankfurt/Main - Die Bedeutung des Grotesken für die bildende Kunst steht im Zentrum einer am Donnerstag im Münchner Haus der Kunst eröffneten Ausstellung. Das Groteske, das die Künstler seit der Antike beschäftigt, bilde eine Gegenwelt zum Wahren und Schönen, sagte der neue Leiter des Kunsthauses, Chris Dercon. Unter dem Titel "Grotesk! 130 Jahre Kunst der Frechheit" werden bis zum 14. September über 350 Einzelexponate von rund 40 Künstlern - von Arnold Böcklin über Karl Valentin bis Herbert Achternbusch - gezeigt.

In der Frankfurter Kunsthalle Schirn, wo die Schau zuerst gezeigt worden ist, hält man dagegen: "Achtung! Lebensgefahr!", warnen die Plakate im Eingangsbereich. Stromschläge oder Explosionen drohen dennoch nicht in der Ausstellung "Auf eigene Gefahr" (bis 7. September). Nur wohl dosierten Risiken müssen sich Besucher der Mitmach-Schau aussetzen: Dem Schwindelgefühl, das sich in einem komplett vernebelten Raum einstellt, der Irritation, wenn in einer Biedermann-Wohnung die Naturgewalt einbricht - oder der Gefahr, sich lächerlich zu machen, wenn man sich zum Sekt-Nuckeln auf den Boden setzten muss. (APA/dpa/red)

  • Franz von Stuck: "Dissonanz"
 (1910, Museum Villa Stuck)
    foto: haus der kunst

    Franz von Stuck: "Dissonanz" (1910, Museum Villa Stuck)

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