Kroatischer Ex-General der Kriegsverbrechen verdächtigt

26. Juni 2003, 17:14
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Ex-Kommandant von Dubrovnik bereit zu Treffen mit Ermittlern des UNO-Tribunals - Bosnisch-serbischer Ex-Lagerwächter legt Teilgeständnis ab

Zagreb - Der pensionierte kroatische General Luka Dzanko wird von der Anklage des UNO-Kriegsverbrechertribunals in Den Haag der Kriegsverbrechen verdächtigt. Dzanko sei bereit, sich mit den Ermittlern des UNO-Tribunals zu treffen, um über seine Rolle während des Krieges 1991-1995 auszusagen, sagte Verteidigungsministerin Zeljka Antunovic. Offiziell seien keine konkreten Anschuldigungen bekannt, berichten die kroatischen Medien am heutigen Donnerstag.

Dzanko war 1992 Befehlshaber der kroatischen Truppen im Bereich der süddalmatinischen historischen Stadt Dubrovnik, die heftig von der serbisch dominierten Armee des inzwischen zerfallenen Jugoslawiens bombardiert worden war. Antunovic sagte nach Angaben der Nachrichtenagentur HINA, das kroatische Verteidigungsministerium wolle Dzanko alle erhältlichen Unterlagen zur Verfügung stellen, damit er sich auf das Gespräch vorbereiten könne.

Einigung mit Anklage

Der vom UNO-Kriegsverbrechertribunal ebenfalls angeklagte bosnische Serbe Predrag Banovic (33) hat ein Teilgeständnis abgelegt. Vor dem Haager Gericht übernahm er am Donnerstag Verantwortung für die Vertreibung von Nicht-Serben während des Krieges in Bosnien-Herzegowina (1992-1995), berichtete der Belgrader Sender "B-92". Im Gegenzug ließ die Anklage vier weitere Anklagepunkte fallen. Einzelheiten der Einigung zwischen Banovic und der Anklage sind noch nicht bekannt.

Banovic wird der Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit auf dem Gebiet der westbosnischen Stadt Prijedor beschuldigt. Ihm wird vorgeworfen, Verbrechen an Moslems im Gefangenenlager Keraterm verübt zu haben. Banovic war einer der Wächter in Keraterm. Er wurde gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Nenad im November 2001 in der Nähe von Belgrad festgenommen. Nenad Banovic wurde allerdings wegen Beweismangels schon im April 2002 freigelassen.(APA/dpa/HINA)

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