Reisethrombose bei langen Flügen

26. Juni 2003, 14:32
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Mehr als fünfzig Prozent der erwachsenen Bevölkerung leidet an oberflächlicher Venenerkrankung

Wien - Lange Flugreisen erhöhen das Risiko für Thromboseerkrankungen. "Die Höhensituation bei Langstreckenflügen führt zu einer Ausdehnung der Venen und eines langsameren Blutflusses. Damit steigt die Gefahr, dass es zu Blutgerinnseln kommt", erläuterte Gesundheitsstaatssekretär Reinhart Waneck (F) am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien. Er betonte, dass die meisten Menschen die Gefahr einer Reisethrombose unterschätzen.

Kranke Vene

"Die Voraussetzung für das Eintreten einer Thrombose ist eine kranke Vene", sagte Helmut Schürer-Waldheim von der Gefäßchirurgie der Universitätsklinik am AKH in Wien. Mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung leide an einer venenverändernden Erkrankung, die meisten jedoch ohne es zu wissen.

"Das reicht von den bekannten Besenreisern, oberflächlichen Venengeflechten bis hin zu Krampfadern", so der Mediziner. Diese Erscheinungen im oberflächlichen Venensystem können eine Veränderung im tieferen bewirken. Die mögliche Konsequenzen können Thrombose oder aber auch eine gefährliche Lungenembolie sein.

Risikogruppen

Die Experten unterteilen gefährdete Gruppen in solche mit niedrigem, mittlerem oder hohem Risiko. "Jeder Erwachsene, der mehrere Stunden am Tag in einer Sitzposition ist, ist bereits gefährdet", sagte Schürer-Waldheim. Reisende, die über sechzig Jahre alt sind, zählen zur zweiten - mittleren - Risikogruppe. Einem besonders hohen Risiko sind Menschen ausgesetzt, die bereits eine Erkrankung der Venen durchgemacht haben sowie Personen, die an Krebs leiden.

Beine strecken und beugen

Für alle gilt während der Reise, die Muskelpumpe in den Beinen zu aktivieren, durch Strecken oder Beugen. Außerdem sollte man alle halbe Stunde mindestens einen halben Liter Wasser oder Fruchtsäfte trinken. Älteren Reisenden wird zusätzlich das Tragen von speziellen Kompressionsstrümpfen während des Flugs empfohlen.

Für jene Menschen, die bereits einem hohen Risiko ausgesetzt sind, reichen diese Maßnahmen nicht aus. Sie können die Blutgerinnung zum Beispiel durch eine Heparin-Injektion senken. Das Medikament sollte etwa zwei Stunden vor Beginn des Fluges - aber nur nach genauer ärztlicher Beratung gespritzt - werden.

Risiko-Personen

Übergewichtige Personen, starke Raucher, Menschen mit Herzschwäche, aber auch Frauen und Männer, die Hormonpräparate zu sich nehmen - wie etwa die Anti-Baby-Pille - sind eher gefährdet, an einer Thrombose zu erkranken. Die Experten empfahlen zur Vorsorge Ultraschall - und Röntgenuntersuchungen sowie Venenfunktionsmessungen. (APA)

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