Vorerst kein Verkauf der ÖBV-Kulturverlage

26. Juni 2003, 14:15
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Klett-Verlag will sich bis Jahresende "jede Option offen lassen"

Wien - In diesem Jahr werden die Publikumsverlage des Österreichischen Bundesverlags, Residenz, Brandstätter und Deuticke, vom neuen Eigentümer, der Stuttgarter Klett-Gruppe, nicht verkauft werden, bestätigte Klett-Vorstandschef Michael Klett am Donnerstag bei einem Empfangs im Wiener MuseumsQuartier. Es seien noch keine Verkaufsgespräche geführt worden.

Beschlossen sei ein Verkauf jedenfalls nicht: "Wir lassen uns jede Option offen". Diese Optionen umfassen eine Weiterführung der Verlage durch Klett (ganz oder teilweise), die Hereinnahme eines Partners oder einen "Verkauf unter strengsten Bedingungen" (der bestehende Kulturauftrag, den ein etwaiger Käufer mitübernehmen müsste).

Klett hatte sich bei der Übernahme zur Weiterführung der Verlage bis 2007 verpflichtet. Bis zu diesem Jahr müssen außerdem wenigstens fünf österreichische Titel pro Jahr und Verlag erscheinen. Dies müsste ein Käufer ebenso erfüllen.

Eine Entscheidung über die Zukunft der Verlage werde bis Ende des Jahre angestrebt, so Klett. Die nicht bezifferten Verluste lägen in einer für Klett "nicht akzeptablen" Höhe (Ausnahme: Der Christian Brandstätter Verlag würde "besser dastehen").

Beim Empfang im MuseumsQuartier hieß die österreichische Unternehmerfamilie Glöckler, nach der Privatisierung des ÖBV mit 51 Prozent nun Mehrheitseigentümer am Schulbuchverlag öbv&hpt, ihre deutschen Partner (Klett hat 49 Prozent) offiziell willkommen. Georg Glöckler, der nach dem Ausscheiden von Othmar Spachinger zukünftig alleiniger Geschäftsführer von öbv&hpt ist, kündigte an , innerhalb der nächsten drei Jahre den öbv&hpt-Marktanteil im Schulbuchwesen von derzeit 27 auf 30 Prozent steigern zu wollen. (APA/red)

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