Siebenschläfertag am 27. Juni

26. Juni 2003, 13:54
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Ein Omen für den ganzen Sommer

Frankfurt/Main - Nach den alten Bauernregeln ist das Wetter am 27. Juni, dem so genannten Siebenschläfertag, Omen für den ganzen Sommer. "Ist Siebenschläfertag ein Regentag, regnet's noch sieben Wochen danach", heißt die Regel oder auch: "Wenn die Siebenschläfer Regen kochen, so regnet's sieben ganze Wochen."

Gewidment sieben Jünglingen

Der Siebenschläfertag ist im kirchlichen Namenskalender sieben Jünglingen aus Ephesus gewidmet, die sich bei der Christenverfolgung unter dem römischen Kaiser Decius in eine Höhle flüchteten und darin eingemauert wurden. Maximianus, Malchus, Martinianus, Constantinus, Dionysius, Johannes und Serapion schliefen dort, wie die Legende berichtet, vom Jahr 251 bis zum 27. Juni 446, an dem sie zufällig entdeckt und aufgeweckt wurden. Nichts zu tun hat der kalendarische Siebenschläfer mit der gleichnamigen Schlafmaus, der man nachsagt, dass sie von den zwölf Monaten des Jahres sieben verschlafe.

Bauernschlaue Regel

Die bäuerliche Siebenschläferregel wird auch von Meteorologen nicht einfach abgetan. Sie zählt zu den Singularitäten, wie regelmäßig sich wiederholende Wetterlagen im Jahresablauf bezeichnet werden. Die Regel für den 27. Juni weist eine erstaunlich hohe Treffsicherheit auf: Für Berlin zum Beispiel stimmte sie in 55 von 80 Jahren. Allerdings schränken Experten ein, dass das Wetter an einem einzigen Tag und noch dazu in jedem Jahr an demselben Datum nicht maßgeblich für das Wetter eines ganzen Zeitabschnitts sein könne. Wesentlicher sei die Lage in der Zeit um den Lostag herum.

Stichtag 5. Juli

Auf Grund der gregorianischen Kalenderreform ist aber genau genommen gar nicht der 27. Juni, sondern vermutlich erst der 5. Juli der Stichtag für die Siebenschläferregel: Papst Gregor XIII ließ im Jahr 1582 zur Korrektur des bis dahin gültigen Julianischen Kalenders von einem Tag auf den anderen zehn Kalendertage überspringen, so dass auf den 4. Oktober, nicht der 5., sondern direkt der 15. Oktober folgte. Daher müssten eigentlich auch die meisten Bauernregeln bis zu zehn Tage nach hinten geschoben werden. (APA/AP)

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