Analog reisen, digital knipsen

30. Juni 2003, 11:37
6 Postings

Digitale Kameras machen unsere Reisevorkehrungen nicht gerade einfacher, hat Helmut Spudich herausgefunden

Was waren das für Zeiten, als wir bestenfalls Batterien für den Reisewecker und den Belichtungsmesser der Spiegelreflexkamera packen mussten. Die digitalen Gadgets, mit denen wir heute unsere Urlaubsreisen antreten, verlangen mehr Vorkehrungen, damit sie unterwegs nicht zu nutzlosem Ballast werden.

Wie sollen die vielen unterwegs geschossenen Bilder bis zur Heimkehr gespeichert werden?

Netzgeräte, am besten Reserveakkus für alle Geräte, und Zwischenstecker sind das Minimum. Komplizierter wird es vor allem mit digitalen Kameras, die - alleine dem Augenschein der Touristen in Wien oder Salzburg nach zu schließen - inzwischen Standardausrüstung geworden sind. Hauptproblem: Wie sollen die vielen unterwegs geschossenen Bilder bis zur Heimkehr gespeichert werden?

Extraspeicherkarten sind teuer; eine 128-Megabyte-Karte für knapp hundert Bilder in durchschnittlicher Auflösung kostet oft 50 Euro oder mehr und reicht für ein Wochenende, nicht aber eine mehrwöchige Ferienreise. Natürlich kann man ein Notebook mitnehmen, was jedoch Reisegepäck und oft auch mitreisende Partner belastet. Eine improvisierte Methode, die Speicherkarten unterwegs wieder frei zu bekommen, sind Fotodienste oder Internetcafés, um die Bilder auf CD zu brennen - meist nur in Städten vorhanden.

Eine gute Lösung sind Bildspeicher, die ähnlich wie MP3-Player mit Festplatte ausreichend Platz für Bilder bieten. Der Hersteller SmartDisk bietet seit wenigen Wochen ein rund 500 Euro teures Gerät namens "FlashTrax" etwa in Palm-Größe an, das Fotodateien vom Kameraspeicher auf seiner 30-Gigabyte-Platte aufnimmt. Auf dem 3,5 Zoll großen Schirm können die Bilder angeschaut werden; Flashtrax speichert und spielt auch MP3-Dateien, über einen USB-Anschluss dient es als externe Festplatte.

Weniger Raffiniert

Eine weniger raffinierte, aber seiner Grundfunktion nach ausreichende Lösung ist ImageTank eines taiwanesischen Herstellers. Der Bildspeicher fasst zwischen 20 und 40 Gigabyte, hat kein Display und kann keine Musik spielen; er kostet zwischen 250 und 450 Euro.

Und wie verschickt man die digitalen Bilder als E-Postkarten an Freunde? USB-Kabel zur Kamera oder ein USB-Lesegerät für die Speicherkarte erlauben es, den Speicher an PCs mit jüngeren Betriebssystemen (Windows XP/2000, Mac OS X) in Internetcafés oder im Hotel anzuhängen, um Bilder mit Webmail zu verschicken. Dazu sollte man einige Schnappschüsse in geringer Auflösung schießen, damit die Dateien nicht zu groß sind - wenn man Glück hat, ist auf dem Gast-PC ein einfacher Fotoeditor, mit dem Bilder komprimiert werden können. (DER STANDARD, rondo/27/06/2003)

Share if you care.