Gewalt gegen US-Soldaten im Irak hält an

27. Juni 2003, 08:32
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Anschläge bei Bagdad mit mehreren Toten - Wieder Explosion an Öl-Pipeline - Angebliches Bekennerschreiben zu Angriffen auf Besatzer

Bagdad/Dubai - Der blutige Widerstand gegen die alliierten Besatzungstruppen im Irak hält unvermindert an. Bei einem Anschlag auf ein US-Militärfahrzeug wurde laut Militärangaben am Donnerstag in der Nähe des Bagdader Flughafens ein US-Soldat getötet, ein weiterer wurde verletzt. Zwei irakische Angestellte der Energiebehörden, die in einem US-Konvoi unterwegs waren, wurden bei einem Granatenanschlag ebenfalls im Westen der Hauptstadt getötet. Drei Marineinfanteristen wurden bei einem Angriff in Hilla verwundet.

Der Anschlag auf die Marineinfanteristen rund 75 Kilometer südlich von Bagdad wurde bereits am Mittwoch verübt, wie die US-Streitkräfte am Donnerstag berichteten. Ein Soldat, der den Verletzten zu Hilfe kommen wollte, sei in seinem Wagen tödlich verunglückt, zwei weitere Soldaten seien bei dem Unfall verletzt worden. Ebenfalls am Mittwoch wurden laut US-Militärangaben Armeefahrzeuge in Bagdad mit Granaten angegriffen.

Bekennerschreiben

Der arabische Fernsehsender El Jazeera meldete unterdessen, er habe ein Bekennerschreiben zu den jüngsten Anschlägen auf US-Soldaten erhalten. Eine irakische Gruppe namens "Mujaheddin der siegreichen Religionsgemeinschaft" habe erklärt, sie sei für mehrere Anschläge verantwortlich und plane weitere. Seit dem offiziellen Ende der Kampfhandlungen am 1. Mai wurden mindestens 19 Amerikaner und sechs britische Soldaten bei Anschlägen im Südirak getötet.

Neben den Besatzungstruppen sind offenbar auch immer wieder Ölleitungen Ziel von Anschlägen. Am Donnerstag detonierte eine Leitung, die die wichtige Baidschi-Raffinerie belieferte. Es war die sechste Explosion an Öl- und Gasleitungen innerhalb einer Woche. Der Chef der irakischen Ölgesellschaft Northern Oil Company, Adel el Kasas, sprach von "einen weiteren Fall von Sabotage".

Angriffe auf Video

El Jazeera strahlte außerdem ein Video aus, das die Gruppe ebenfalls eingesandt haben soll. Die Bilder zeigen nach Angaben des Nachrichtensprechers einen Angriff der Extremisten auf amerikanische Militärfahrzeuge. Dem US-Verteidigungsministerium war der Bericht nach Auskunft eines Sprechers nicht bekannt. Bisher hatte das Pentagon stets die Ansicht vertreten, bei den Angriffen handle es sich nicht um einen organisierten Widerstand gegen die Besatzungstruppen.(APA/AP/Reuters)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Überreste eines US-amerikanischen Trucks

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