Süddeutsche Zeitung: In anderen Ländern hätte Grasser längst zurücktreten müssen

26. Juni 2003, 13:40
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"Österreichs Bestimmungen über Parteienfinanzierung und Lobbyismus sind bestürzend lax"

Wien - Unter dem Titel "Ein fescher Skandalminister" befasst sich auch die Süddeutsche Zeitung am Donnerstag mit den Vorwürfen gegen Finanzminister Karl-Heinz Grasser, und sieht den "ebenso jungen wie prätentiösen Herren über Österreichs Finanzen" im Zwielicht.

Doktorvater des Gutachtens

Die "Süddeutsche" bezieht sich neben den Vorwürfen rund um die umstrittene Homepage des Finanzministers auch auf das Gutachten, um welches Grasser den Präsidenten der Kammer der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, Alfred Brogyanyi, ersucht hat:

"Und ein Professor, den er selbst als Chef der Steuerreformkommission und in anderen Gremien beigezogen hat, wird Grasser nun noch als Doktorvater behilflich sein. So ein Titelchen fehlt dem feschen „KHG“ noch, der lange Zeit am Revers seiner Anzüge sein Namenskürzel als Anstecker trug."

Anzüglich

Auch die Bekleidung des "jugendlichen Sonnyboys" wird kritisiert: "Die Anzüge sind natürlich gesponsert, von einer Textilmarke, die sich die Eröffnung einer Filiale mit einer Rede aus des Ministers allerhöchstem Munde benedeien ließ."

Rücktritt

Österreichs Bestimmungen über Parteienfinanzierung und Lobbyismus seien "bestürzend lax" und in anderen Ländern Europas, Italien ausgenommen, hätte Grasser, desssen "dickstes Ding die Sache mit den Abfangjägern" sei, "wohl längst zurücktreten müssen", so die deutsche Zeitung. (red)

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