Deutschland steuert auf Pleitenrekord zu

26. Juni 2003, 12:07
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Im ersten Halbjahr schlitterten über 19.000 Firmen in die Insolvenz

Düsseldorf - Die deutsche Wirtschaft steuert auf einen neuen Pleitenrekord zu. Im ersten Halbjahr mussten 19.200 Firmen den Gang zum Insolvenzrichter antreten, wie die Wirtschaftsauskunftei Creditreform am Donnerstag in Düsseldorf mitteilte. Dies waren 850 Unternehmen oder 4,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Grund war ein starker Anstieg der Pleiten in Westdeutschland: Dort wurden laut Creditreform 14.300 Insolvenzen gezählt und damit 11,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Ostdeutschland konnte dagegen erstmals seit 1999 einen Rückgang verzeichnen. Die Zahl der zusammengebrochenen Unternehmen sank um 640 oder 11,6 Prozent auf 4.900.

Im vergangenen Jahr hatten insgesamt 37.000 Unternehmen in Deutschland Gläubigerschutz beantragt, so viele wie nie zuvor. Nun gab es schon im ersten Halbjahr mehr als die Hälfte dieser Zahl. Angesichts düsterer Aussichten für die deutsche Konjunktur und Prognosen eines Nullwachstums in diesem Jahr befürchten Experten, dass auch für das Gesamtjahr ein neuer Pleitenrekord ins Haus steht.

Einschließlich der Zahlungsunfähigkeit von Privatleuten erhöhte sich die Zahl der Insolvenzen im ersten Halbjahr um 19,9 Prozent auf 47.800, wie Creditreform weiter mitteilte. Dabei entfielen 25.500 Anträge auf Verbraucher, ehemals Selbstständige und Privatpersonen mit unternehmerischer Tätigkeit. Dies war ein Plus von 25,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. (APA)

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