Hamas und Dschihad dementieren erneut Einigung

26. Juni 2003, 11:55
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Ein Israeli bei Auseinandersetzungen im Westjordanland getötet

Kiriat Shmona/Gaza - Bei einem Angriff mit einer Schnellfeuerwaffe ist am Donnerstag ein Israeli getötet worden. Ein weiterer Mensch sei bei dem Angriff verletzt worden, berichteten Ärzte. Wer hinter dem Angriff steckte, blieb zunächst offen. Er ereignete sich den Angaben zufolge nahe der Siedlung Baka el Gharbiya unweit der so genannten Grünen Linie, die Israel vom Westjordanland trennt.

Erneute Dementis

Die radikal-islamischen Gruppen Hamas und Dschihad haben auch am Donnerstag Berichte über eine grundsätzlich Einigung der Extremistengruppen auf eine Waffenruhe mit Israel dementiert. Der ranghohe Hamas-Führer Ismail Hania sagte: "Es gibt keine Vereinbarung, es gibt nichts. Da ist kein Flugblatt über eine dreimonatige Waffenruhe." Fatah-Repräsentant Kadura Fares hatte zuvor gesagt, seine Bewegung habe sich bei Gesprächen in der syrischen Hauptstadt Damaskus grundsätzlich mit Hamas und Dschihad geeinigt, die Anschläge in Israel zu stoppen.

"Fares kann nicht im Namen der Hamas sprechen"

Hamas-Sprecher Hania sagte, Fares sei "ein freier Mann, der sagen kann, was er will, aber er kann nicht im Namen von Hamas sprechen". Auch Abdallah al Shami, ein ranghohes Mitglied des Islamischen Dschihad, äußerte sich ähnlich und reagierte verärgert auf die wiederholten Nachfragen. Es gebe keinerlei Vereinbarung über eine Waffenruhe. "Sie haben mich gestern gefragt und fragen heute wieder - Ich sage Ihnen die Wahrheit!"

Israel bezeichnen mögliche Waffenruhe als "Falle"

Der israelische Außenminister Silwan Shalom nannte die mögliche Waffenruhe von den Extremistengruppen eine "Falle". Shalom sagte im israelischen Rundfunk, Israel könne eine Waffenruhe als Alternative zur Entwaffnung der radikalen Gruppen nicht akzeptieren.

Wenn Israel ungeachtet der Waffenruhe-Erklärung von Anschlagsplänen wisse und versuche, sie zu vereiteln, dann werde die radikal-islamische Hamas-Bewegung sagen, "dass wir gegen die Waffenruhe verstoßen", sagte Shalom. "Wenn es weiter Terroranschläge gibt, dann werden sie sagen, es handele sich um isolierte Aktionen, die von der Führung abgelehnt werden", meinte der Außenminister. "Wir haben diese Dinge schon gesehen, wir waren bereits in diesem Film."

Der palästinensische Ministerpräsident Mahmud Abbas zog die Bereitschaft Israels zur Umsetzung des internationalen Friedensplans in Zweifel. Die Verzögerung des zugesagten Rückzugs israelischer Truppen aus palästinensischen Gebieten sei "beunruhigend", hieß es in einer am Donnerstag verbreiteten Erklärung der Ministerpräsidenten. "Um den Erfolg des Friedensplans zu gewährleisten, muss Israel unverzüglich seinen Verpflichtungen nachkommen, so wie es die palästinensische Autonomiebehörde getan hat." Die Palästinenser seien bereit, ihre Verantwortung für die Sicherheit in den geräumten Gebieten zu übernehmen. (APA/AFP/dpa)

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