Angeblicher Swisscom-Einstieg bei Telekom Austria - "Kein Kommentar"

26. Juni 2003, 13:39
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ÖIAG: "Haben kein Papier unterzeichnet" - "TA für Swisscom vor allem wegen Südosteuropa-Aktivitäten attraktiv"

"Die Verhandlungen zwischen der Swisscom und der Telekom Austria sind weit fortgeschritten", zitiert das Schweizer Wirtschaftsmagazins "Cash" in dem am Freitag erscheinenden Bericht einen ranghohen Swisscom-Manager. Diese berichtet von mehreren Treffen zwischen Swisscom-Chef Jens Alder und Telekom-Austria-Chef Heinz Sundt.

"Alles bereit zum Kauf"

Die beiden sollen "eine gemeinsame Grundsatzvereinbarung mit klarem Kaufinteresse" unterschrieben haben. "Damit ist von der Swisscom-Seite her im Prinzip alles bereit für einen Kauf", heißt es im Bericht. Die Telekom Austria (TA) sei für die Swisscom vor allem auf Grund ihrer Aktivitäten in Südosteuropa attraktiv. Zudem sei man an der sehr rentablen Mobilfunktochter Mobilkom Austria (A1) interessiert, die in Kroatien und in Slowenien bereits 1,4 Mio. Kunden zähle und die wie Swisscom Mobile eng mit der britischen Vodafone zusammenarbeitet.

"Alles, was meine Person betrifft, sind Spekulationen"

"Wir haben kein wie immer geartetes Papier unterschrieben", hieß es aus der ÖIAG heute auf APA-Anfrage. "Alles, was meine Person betrifft, sind Spekulationen", ließ Sundt der APA über die Pressestelle ausrichten.

Anforderungen für einen Zukauf

Die Swisscom habe in letzter Zeit ihr Anforderungsprofil an ein Akquisitionsobjekt gelockert, berichtet "Cash" weiter. An der Swiss Equities Conference der Deutschen Bank Ende Mai habe der Swisscom-Chefstratege Mike Shipton folgende Anforderungen für einen Zukauf genannt: Das Kaufobjekt müsse nachhaltig Cash generieren und die Wertentwicklung der Swisscom positiv beeinflussen, potenzielle Synergien aufweisen, die man durch die Kontrolle des Unternehmens nutzen könne, über ein erfahrenes Managementteam verfügen, zu einem attraktiven Preis zu haben sein und ins Risikoprofil von Swisscom passen.

"Einzig akzeptierter Käufer"

Shipton habe in seinem Referat ergänzt, dass es bei gewissen Kaufobjekten die Situation geben könne, in der Swisscom "der einzig akzeptierte Käufer für die Mehrheit" sei. Dies klinge ganz nach TA, zumal sich in Österreich massiver Widerstand gegen einen Verkauf des Telekomkonzerns rege. Derzeit werde von der ÖIAG geprüft, ob das Paket an einen strategischen Partner oder an die Börse gebracht werden soll, heißt es weiter. Insider würden berichten, dass der dafür zuständige Privatisierungsausschuss der ÖIAG diesen Entscheid bereits gefällt habe - und sich für einen strategischen Partner ausgesprochen habe.

Attraktiver Partner

Die Swisscom wäre "zweifellos ein valuabler strategischer Partner". Mit dem 47-Prozent-Paket der ÖIAG an der TA seien die Schweizer aber noch nicht glücklich. Jens Alder habe in der Vergangenheit mehrfach erklärt, dass er nicht an die Entwicklungsmöglichkeiten von Minderheitsbeteiligungen glaubt. Eine Übernahme des restlichen Telecom Italia-Anteils an der TA (14,8 Prozent) wäre für die Swisscom der ideale Weg zur Mehrheitsbeteiligung.

Jens Alder will laut "Cash"-Informationen schon lange eine Firma kaufen und das viele Geld der Swisscom nachhaltig investieren. Immer wieder habe er sich wegen fehlender Kaufobjekte Fantasielosigkeit vorwerfen lassen. Alder habe weder teure UMTS-Lizenzen ersteigert noch die Tochter Bluewin an die Börse gebracht.(APA)

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