Juba wirft Khartum erneut Luftangriffe vor

21. Juli 2012, 16:41
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Neue Spannungen inmitten von Verhandlungen zu Konflikt-Beilegung

Juba - Inmitten der schwierigen Verhandlungen über eine Beilegung des Konflikts zwischen beiden Staaten hat der Südsudan dem Sudan vorgeworfen, erneut Ziele auf seinem Territorium bombardiert zu haben. Flugzeuge des Nordens hätten acht Bomben auf die Region Rubaker im südsudanesischen Bundesstaat Nord-Bahr-El-Ghazal abgeworfen, sagte der Sprecher der südsudanesischen Armee am Samstag. Bei dem Angriff von Freitagvormittag seien zwei Zivilisten verletzt worden.

Der Norden wies die Anschuldigungen umgehend zurück. Rebellen aus der Krisenregion Darfur hätten vom Südsudan kommend versucht, den Sudan zu attackieren, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur SUNA unter Berufung auf einen Vertreter der sudanesischen Regierung. Die sudanesische Armee habe den Angriff zurückgeschlagen, "aber innerhalb des Sudan".

Streit um Öl

Der Südsudan hatte sich Anfang Juli 2011 nach einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg vom Sudan abgespalten. Beide Staaten streiten seitdem um Ölvorkommen und den genauen Grenzverlauf. Ende März war der Konflikt eskaliert, als der Süden das Ölfeld Heglig besetzte und der Norden Ziele im Süden bombardierte. Erst unter internationalem Druck zog sich der Südsudan von dem zwischen beiden Staaten umstrittenen Ölfeld zurück.

Die Vereinten Nationen und Afrikanische Union (AU) haben den beiden Staaten unter Androhung von Sanktionen eine Frist bis Anfang August gesetzt, die Konflikte um Öl und Grenzen zu lösen. Beide Seiten verhandeln unter Vermittlung der AU in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba.

Der Südsudan erklärte am Samstag, die direkten Gespräche mit dem Norden in Addis Abeba auszusetzen. "Wir können uns nicht mit ihnen zusammensetzen, um zu verhandeln, während sie uns bombardieren", sagte der Sprecher der südsudanesischen Delegation, Atif Kiir. Fortan werde nur noch über Mittelsmänner verhandelt. Der sudanesische Unterhändler Omar Dahab sagte dagegen, seine Seite wolle die direkten Verhandlungen fortsetzen. (APA, 21.7.2012)

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