Öffentlicher Konsum von Pornografie wird zum Problem

21. Juli 2012, 11:48

Vermehrte Beschwerden in öffentlichen Einrichtungen und der Gastronomie

Wie die New York Times berichtet, tritt in den USA das Konsumieren von Pornografie in der Öffentlichkeit verstärkt auf. Wo man einst im hinteren Kämmerchen im Stillen und Verborgenen diverse Erotikseiten am Computer angesehen hat, ist das Tabu des Pornografie-Konsums in der Gesellschaft immer kleiner geworden. Doch nicht alle sind damit einverstanden.

Abgeschirmte Arbeitsplätze als Lösung

Öffentliche Bibliotheken werden gehäuft mit Beschwerden konfrontiert, die von Nutzern der Bibliotheks-Computer angebracht werden: Andere würden ohne Scham Seiten mit pornografischen Inhalten vor allen anderen Besuchern ansehen. Eine Bibliothek hat darauf mit der Installation von Boxen reagiert, die aus den Computer-Arbeitsplätzen kleine abgeschirmte Plätze machen. Auch Hinweise an den Arbeitsplätzen, vorsichtig beim Surfen zu sein und auf seine Mitbürger zu achten, werden angebracht.

Verbote in einigen Bundesstaaten

In manchen Bundesstaaten, wie zum Beispiel in New Jersey, wird soeben an einem Gesetzesentwurf gearbeitet, der das Abspielen pornografischer Inhalte auf der Straße verbieten soll. Das betrifft vor allem Autos, die installierte DVD-Player und Displays in den Sitzen haben. Man will so verhindern, andere Verkehrsteilnehmer abzulenken und damit zu gefährden. Auch in Flugzeugen wird nach dem Aus für Pornografie verlangt, wie von der "Morality in Media" Organisation, die gegen Pornografie in der Öffentlichkeit kämpft. Gegen Kriegsfilme und andere gewalttätige Szenen ist die Gruppe jedoch nicht. Deren Chef Patrick Trueman bezeichnet Filme wie "Der Soldat James Ryan" als "Geschichtsstunde".

Subjektives Thema

Bei Delta Airlines gibt es diesbezüglich keine konkreten Richtlinien. Zwar sei das Ansehen von anstößigem Material während des Flugs nicht erlaubt, die FlugbegleiterInnen würden jedoch von Fall zu Fall abwägen, inwieweit andere Passagiere Bedenken und Probleme damit haben. Eine Dame, die sich in einem Flugzeug über einen Mitreisenden beschwerte, der sich am Tablet Nacktfotos angesehen hat, wurde von anderen Mitreisenden belächelt. Ein sensibles Thema, wie die New York Times schreibt, denn die Grenzen von "anstößig" seien sehr subjektiv.

Verhaftungen bei McDonald's

In der Gastronomie hingegen gab es schon zahlreiche Fälle, in denen Menschen für öffentlichen Pornografie-Konsum verhaftet wurden: Bei McDonald's werden Pornos nicht toleriert, besonders dann nicht, wenn sie über das WLAN des Unternehmens abgespielt werden. Zu Stellungnahmen gegenüber der New York Times war McDonald's allerdings nicht bereit. Die Mehrheit der Gastronomie-Betreiber will jedoch weiterhin jedem einzelnen überlassen, was auf den Geräten angesehen wird. Auch die Bibliotheken schirmen die Arbeitsplätze lieber ab, als ein Verbot auszusprechen. (iw, derStandard.at, 21.7.2012)

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Wenn "Der Soldat James Ryan" eine Geschichtsstunde ist, dann ist "Im Rausch des Orgasmus" eine Bio-Stunde?

Ich mags generell nicht, wenn ich in Öffis von mehreren Seiten in Discolautstärke beschallt werde.
Ob da wer den Hustler "liest" stört mich am allerwenigsten. Gernell find ich es eher positiv, dass es die Erotik nach Tausenden von Jahren der teils aristotelischen teils christlichen Supression wieder in die Öffentlichkeit schafft.

Als ich mal abends am Busbahnhof Erdberg ankam (Shuttle Bus der damlas noch existierenden Sky Europe), lief in einem dort abgestellten, leeren Reisebus am überkopf montierten Fernseher ein Hardcore Streifen. Für alle Passanten (waren zu der Uhrzeit nicht allzu viele) gut einsehbar. Da hatte wohl jemand (der Fahrer?) keinen Genierer :-)

pornos, hundegebell, froschgequake, alles recht, aber bitte keine arabische musik!

thievery corporation ausgenommen :)

Hm, für was die jetzt Boxen installiert haben, kann sich jeder denken *ggg*

Mit Taschentuch-Spender an der Seite.

In den USA scheint der Geschmack und das Sexualverhalten offenbar etwas anders als hierzulande zu sein. Befriedigung dr. öffentl. Pornokonsum.

Öffentlichen Pornokonsum, verletzter Scham und zugleich größte Pornoindustrie der Welt. Das Schlimmste ist aber, wie es Mycroft Holmes richtig ausgedrückt hat, die Leute holen sich virtuell einen runter.

Eine Bibliothek hat darauf mit der Installation von Boxen reagiert, die aus den Computer-Arbeitsplätzen kleine abgeschirmte Plätze machen.

Kennen die Admins keine Content-Filter bei den hoffentlich vorhandenen Firewalls??

Wie blöd bzw wie genial muß eine Beraterfirma sein, die solche Dummheiten geschickt ausnützt?

Dabei muß man sich fragen, wie das Betriebe handhaben, die ja immer öfter Großraumbüros haben. Eben, dort ist die "erotische Belästigung" auch kein Thema (mehr) ;-)

Ein Content-Filter müßte dort auch einen Bildband griechischer Statuen blockieren. Diese Statuen darf man dort drüben auch nie ohne Bikini in den Garten stellen. Sonst kommt schnell die Polizei...

Content Filter

Ich denke die meisten größeren Firmen haben Content Filter für die Firmen Computer. Aber manche Nutzer werden wohl auf private Smartphones oder tablets mit internet Zugang ausweichen ;-)

Die werden das schon kennen, aber es ist eine angenehm pragmatische Reaktion der Bibliothek, den Konsum nicht einfach mit Filtern auszuschalten, oder?

;-)

Dann bräuchte es Bibliotheksrechner mit Filter für die Familien und unter 18jährigen, und nur mit Personalausweis gibt es dann den Zugang zu den filterlosen Geräten. Wäre auch eine Möglichkeit, in den guten alten Videotheken und Erotikshops ging das doch auch ;-)

andererorts zahlt man für derartige boxwnnenin der man pornographisches material zu gesicht bekommt...gut, da sind dann taschentücher inklusive...

content-filter funktionieren aber nicht zu 100%

außerdem ist die frage, was man hier als pornographie sieht in den USA.
wahrscheinlich genügt es schon wenn auf irgendeiner nachrichtenseite eine frau in desous oder badeanzug zu sehen ist....viele amis sind ja in der beziehung ziemlich gestört.

Nur die Amis?

Aktuell kann man medial gut erkennen, daß dieser Hype leider immer stärker nach Europa zieht ... *brrr*

USA sind ja anders..

dort ist ja ein Nippelblitzer in einer Show schon Porno, wahrscheinlich schauen sich die Leute am Rückflug europäische Badestrandaufnahmen an! ;-)
Ganz abgesehen davon ist es ja auch das Mutterland der immer abstruseren Pornoindustrie, die Bigotterie dort ist eh nicht auszuhalten!

"Nur" eine der Nachwirkungen sowjetischer Zersetzungsbemühungen.

http://www.youtube.com/watch?v=5gnpCqsXE8g

Privates sollte privat bleiben

Ich fuehle mich gestoert wenn ich mein Buch lese oder etwas esse und muss das gestoehne mit hoeren.

ihr blättern übertönt mein smartphone.

Buch lesen?

Ist das so etwas wie "Porno im Kopf"? :D

Abgesehen davon geht es nicht um den Ton von Pornos, sondern rein um die Bilder!

Naja

Eigentlich hat er schon recht. Hier geht es weniger darum ob Pornos böse sind oder nicht, sondern darum ob man in öffentlichen Orten Rücksicht auf seine Mitmenschen nimmt oder nicht.

Schon richtig. Aus dem Artikel entnehme ich aber, dass es um die reine Betrachtung von pornographischem Material geht und nicht um Gestöhne, was wohl offensichtlich jeden stören würde.

es geht um beides würd ich mal sagen, denn in einem gastro-betrieb ist der bildschirm eines smartphones doch erheblich kleiner und unscheinbarer als der ton.

Warum sich echauffieren?

Ich verstehe Menschen nicht, die es derart notwendig haben, etwas in der Öffentlichkeit zu machen, ... nun, was man im besten Fall gar nicht macht.

Wenn es aber Menschen gibt, die nicht anders können, dann neige ich eher dazu, von Möglichkeit gebrauch zu machen, das Weite zu suchen.

Ich selbst wurde unfreiwillig Zeuge einer "Oral-Orgie" auf einem U-Bahn-Klo. Man lies sich nicht stören. - Und: meine Bedürfnisse waren sowieso andere...

"...nun, was man im besten Fall gar nicht macht"

Stimmt! Pornos sind etwas ganz, ganz böses!
... und alles damit einhergehende, von dem man ohnedies nur blind und zeugungsunfähig wird und Rückenmarkschwund bekommt. ;-)

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