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Markus Rogan mit zwei Silbernen in Athen 2004.

Paischer mit Silber 2008.
Immerhin vier der siebzig heimischen Teilnehmer wissen bereits, wie sich Olympia-Edelmetall anfühlt oder, nun ja, schmeckt. Sie zählen auch heuer, ab 27. Juli, zu den größeren Hoffnungen im Team. Mit zweimal Silber 2004 in Athen ragt Markus Rogan heraus, nicht zuletzt deshalb gibt er, der sich mittlerweile vom Rücken- zum Lagenschwimmer entwickelt hat, bei der Londoner Eröffnung den Fahnenträger. Jene Spiele in Athen waren in der jüngeren Geschichte aus ÖOC-Sicht die erfreulichsten, dazu trugen auch Segler Andreas Geritzer (Silber) und Schütze Christian Planer (Bronze) bei, die London ebenso beehren wie Judoka Ludwig Paischer, der vor vier Jahren in Peking Silber holte.
Die Chancen auf Medaillen sind eher nicht gewachsen. Und obwohl die ÖOC-internen Limits insgesamt weniger streng sind als früher, wird auch die Mannschaft nicht größer, eher im Gegenteil. Bei Sommerspielen, die in Europa stattgefunden haben, stellte das ÖOC zuletzt 1956 in Stockholm eine (noch) kleinere Abordnung als diesmal.
Das hat nicht nur, aber auch damit zu tun, dass Österreich zum dritten Mal in Folge in keiner einzigen Mannschaftssportart vertreten ist. Zuletzt waren im Jahr 2000 die Handballerinnen dabei und als Fünfte durchaus erfolgreich. Die Frauenquote in der Mannschaft, 2004 noch erschreckend klein (27 Prozent), liegt wie vor vier Jahren bei 44 Prozent.
ÖOC-Präsident Karl Stoss wünscht sich erstens die gesunde Rückkehr aller Aktiven und zweitens drei Medaillen. Damit bliebe man im Schnitt seit 1968. Neben den schon Angeführten ist vor allem den Kanutinnen viel zuzutrauen. Das Duo Yvonne Schuring und Viktoria Schwarz zählt im Flachwasser-Sprint nach WM-Gold 2011 ebenso zum engeren Favoritenkreis wie Corinna Kuhnle, die Weltmeisterin im Wildwasser-Slalom. Zum erweiterten Favoritenkreis zählen die 49er-Segler Nico Delle-Karth und Niko Resch sowie das Tennisdoppel Jürgen Melzer und Alex Peya.
Stoss beziffert den finanziellen Gesamtaufwand des ÖOC für die 30. Olympischen Spiele mit 1,6 Millionen Euro. Mit dem Österreich-Haus hat sich das ÖOC im altehrwürdigen Trinity House in Tower-Nähe eingemietet. Kostenpunkt: 9500 Pfund. Pro Tag. Mithilfe von Sponsoren und Partnern sollte von Haus aus eine ausgeglichene Bilanz gegeben sein. (Fritz Neumann, DER STANDARD, 20.7.2012)
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