Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Mit mehr Skepsis als Vorfreude blickt London den Spielen entgegen, die auch die Tower Bridge in Beschlag nehmen.

Auch eine Londoner Angst: dass die Spiele samt der eigens eingerichteten " Olympic Lane" das Verkehrschaos in der Stadt noch erhöhen.
Eines muss man den britischen Gewerkschaften lassen: Sie haben ausgeprägten Sinn für Humor. Kaum hatten sich Londons U-Bahn- sowie Busfahrer eine Olympia-Zulage von bis zu 742 Euro ertrotzt, kündigten die Bediensteten des Innenministeriums einen Warnstreik an für kommenden Donnerstag, den Tag vor Beginn der Olympischen Sommerspiele in der britischen Hauptstadt. Gefährdet ist damit die Passabfertigung am ohnehin stets überlasteten Flughafen Heathrow. "Beschämend" sei das Vorhaben, schäumt Ressortchefin Theresa May. Am Ende dürfte die Ministerin aber nachgeben, ebenso wie die Arbeitgeber jener Lokführer und Schaffner, die Anfang August die wichtige Bahnstrecke zwischen London und Sheffield bestreiken wollen. Schließlich steht das Image Großbritanniens als gut funktionierende Industrienation auf dem Spiel, da kämen TV-Bilder von gestrandeten Passagieren äußerst ungelegen.
Knapp eine Woche vor Beginn der 16-tägigen Sponsorenmesse mit angehängten Wettkämpfen ist nicht nur die olympische Fackel in London angekommen, wo sie nun tagelang die Runde durch die Stadtbezirke macht - allerorten sind im Straßenbild lila und rosa ("mauve") Zeichen aufgetaucht, die eigens aus dem Rest des Landes herbeigeschafften, ahnungslosen Busfahrern den Weg gen Osten weisen sollen, ins East End, wo viele Sportveranstaltungen steigen. Die eigens eingerichteten Olympia-Spuren werden zwar überwiegend erst kommende Woche eröffnet, von den verängstigten Autofahrern aber schon jetzt peinlich gemieden - was den Dauerstau in den engen Straßen der Metropole noch erhöht. Nicht zuletzt deshalb werden viele Familien pünktlich zum Beginn der Sommerferien die Stadt fluchtartig verlassen.
Geschäfte
Stattdessen machen sich Angehörige der "olympischen Familie" bemerkbar. Für solche mit Mandarin-Kenntnissen wirbt ein chinesisches Unternehmen auf städtischen Bussen, ohne Untertitel. Auf Englisch hingegen umwirbt der Handelsstaatssekretär Stephen Green in diesen Tagen vermögende Besucher in der Hoffnung auf lukrative Aufträge. Zu dumm fürs Image, dass sich der ordinierte Pfarrer der anglikanischen Staatskirche gerade kritischen Fragen der Opposition stellen muss: Während Greens Amtszeit als Leiter der globalen HSBC-Bank nutzten Rauschgifthändler die mexikanische HSBC-Dependance zur Geldwäsche.
Auch die ersten Enttäuschten gibt es schon. Dazu gehören die Besitzer des weltweit größten Sicherheitsunternehmens G4S. Dessen Aktie ist um knapp 17 Prozent gefallen, seit die Firma vergangene Woche ihr Versagen bei der Rekrutierung von Olympia-Ordnern einräumen musste. Prestigezuwachs habe man sich von dem prominenten Auftrag erhofft, erläuterte G4S-Chef Nick Buckles dem Unterhaus, "kaum Profit". Stattdessen sind echte Verluste von mindestens 50 Mio. Pfund entstanden, zusätzlich ist der Ruf des Unternehmens ruiniert.
London statt Afghanistan
Für Arbeitslose und Studenten, die G4S zum Stundenlohn von umgerechnet 10,80 Euro beschäftigen wollte, springen nun tausende von Polizisten und 17.000 Soldaten, darunter viele Afghanistan-Veteranen, kurzfristig ein. Deren Schlafquartier Tobacco Dock sei ein "denkmalgeschütztes Warenhaus" , schwärmt das Verteidigungsministerium. Aus dem vorigen Jahrhundert scheinen indes auch die Notliegen zu stammen, auf denen sich die Soldaten Ihrer Majestät erholen dürfen. "Schlimmer als in Afghanistan", gemaulte einer, "dort haben wir wenigstens Betten."
Bitter enttäuscht ist eine Gruppe jugendlicher Bike-Freaks, die bei der
Eröffnungsfeier am Freitag das moderne Britannien repräsentieren sollte.
Die 33,6 Mio. Euro teure Auftaktveranstaltung unter der Ägide des
Filmregisseurs Danny Boyle (Slumdog Millionaire) muss um 30 Minuten
verkürzt werden, die Biker wurden gestrichen. Zur Begründung gab
Olympia-Staatssekretär Hugh Robertson an, die Besucher müssten "
rechtzeitig zum Zug kommen". Und Fahrplanänderungen hätten wohl
neuerliche Verhandlungen mit den Gewerkschaften bedeutet. (Sebastian Borger, DER STANDARD, 21./22.7.2012)
Während Premier Cameron eine gesellschaftliche Strategie entwickeln lässt, hält sich Kanzler Faymann bedeckt
Österreichs Olympia-Debakel sollte Anlass sein, nicht nur zu streiten, sondern Sportnationen zu studieren
Olympia 2016 in Rio de Janeiro wird spannend. Wer beerbt Michael Phelps als Superstar? Wie kann Österreich aufs Stockerl zurückkehren? Das ÖOC fordert mehr Macht, will auf Schröcksnadels Hilfe verzichten
85 Staaten durften Edelmetall bejubeln
Olympia-Verband bot sich dafür an - Kritik an "Gießkanne" des Sportministeriums - "Gezieltes Fördern der Spitzenathleten"
Während Britannien in Erfolgen schwelgt, hat die Diskussion über die Konsequenzen für den Spitzen- und Breitensport begonnen
China, die aus dem sportlichen Nichts zur olympischen Supermacht aufgestiegene Nation, verstrickt sich in selbstquälerische Debatten über Gold, Sport und Vergangenheitsbewältigung. Die neue Nachdenklichkeit hält auch im Jubel an.
BSO-Chef Wittmann nimmt den Sportminister in die Verantwortung - ÖOC warnt vor frühzeitiger Panik und kritisiert Wirbel
Frauenrechtlerinnen fordern IOC auf, "Flirt" mit radikalen Regimes zu beenden
Minister über bisherige Ausbeute verärgert: "Olympiatourismus ist nicht das Ziel"
Olympia-Vierter hat Funktionären bereits in Debrecen gedroht, ihnen medial "den Arsch aufzureißen" - "Solange ich Erfolge habe, kann ich das sagen" - Ex-Aktive sollen leitende Positionen im Schwimmverband bekleiden
Beinahe ratlos reagiert die Sportwelt darauf, dass China sich aufgeschwungen hat, die größte Sportnation der Welt zu werden. Man kritisiert Doping, Drill und Zwang, damit aber implizit auch den traditionell westlichen, rekordjagenden Showsport.
Die XXX. Olympischen Sommerspiele in London sind eröffnet. Die besten Aufnahmen der Eröffnungszeremonie als Ansichtssache
Der englische Sportsoziologe und Buchautor Mark Perryman zieht gegen Olympia ins Feld - Viele Londoner hätten ein "mulmiges Gefühl" und die Ansicht, die Spiele brächten ihnen gar nichts
Mit einer 34 Millionen Euro teuren Show werden am Freitag die XXX. Olympischen Spiele eröffnet. Wer das Feuer entzünden darf, soll bis zuletzt geheim bleiben. Was bleiben wird vom 16-tägigen Rummel, ist offen. Unvergessliches möglicherweise
Er ist froh, sich diese Ehre "nicht verhaut" zu haben: Markus Rogan führt Österreichs Mannschaft bei der heutigen Olympia-Eröffnung als Fahnenträger an
Michael Phelps und Usain Bolt werden als Stars der Sommerspiele prognostiziert. Doch kann London für sie auch von nachhaltigem Wert sein? Abwarten, Tee trinken. Viel verändert hat sich seit Montreal 1976, wo Nadia Comaneci zur Traumnote 10 turnte
Olympia-Organisationschef Sebastian Coe glaubt, dass die britische Begeisterung noch kommt
Die Sponsoren der Olympischen Spiele pochen auf ihre Exklusivrechte. Dabei kommt es im Umfeld immer wieder zu Streitigkeiten
Bundespräsident Heinz Fischer verabschiedete 70 SportlerInnen, die Österreich bei den Sommerspielen in London vertreten werden. Er wollte sie "anspornen und auch für die Zeit nach Olympia ermutigen"
Dass die Paradeuniformen des Team USA für die Olympischen Spiele ausgerechnet in China geschneidert wurden, sorgt in Wahlkampfzeiten für Empörung. Sogar die Abfackelung der schicken Kollektion wird gefordert
London darf als erste Stadt zum dritten Mal die Olympischen Spiele ausrichten. Tragödien und Heldengeschichten wird es auch diesmal geben. Und das Soso-lala: Österreich war ja auch 1908 und 1948 in London mit dabei
Zum bereits dritten Mal hat Heinz Fischer ein Team zu Sommerspielen verabschiedet. Bei Tamira Paszek erkundigte sich der Bundespräsident, ob der Aufschlag eh gut klappt
Hab mir gestern erst die Architektur bzw das Erscheinungsbild mal genauer betrachtet. Heiliger Bimbam, sieht sehr mies aus.
Ich bin ja noch immer ein totaler Fan der Spiele, die 2016 in Tokyo hätten stattfinden können. Das Olympiagelände ist ein Traum gewesen, das Stadion das genialste ever und auch das Logo war um Längen besser (wobei das für das Gebot 2020 auch sehr schön ist). Leider ist für das Gebot 2020 ein Stadion an anderer Stelle geplant, irgendwo im Nordosten des Stadtzentrums abseits der meisten Wettkampfstätten an der Bucht, was ich äußerst schade finde.
London sagt mir da überhaupt nicht zu. Und sollte dieser komische Metallmüll neben dem Stadion irgendwas mit dem Olypischen Feuer zu tun haben, dann kotz ich erst recht.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.