Medien im Visier der ukrainischen Behörden

20. Juli 2012, 17:47
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Strafverfahren und Haft drohen

Kiew - Innerhalb weniger Tage eröffneten ukrainische Behörden gegen zwei unabhängige Medien Strafverfahren. Nikolai Knijaschitski, Direktor des Senders TVI, und Sonia Koschkina, Chefredakteurin der Internetzeitung LB.ua drohen bei einer Verurteilung bis zu sieben Jahren Haft.

TVI wird Steuerhinterziehung vorgeworfen: Knijaschitski soll den Behörden 300 Euro schuldig geblieben sein. Der Sender gilt als eine der wichtigsten Quellen für investigativen Journalismus.

Gegen die Führung von LB.ua wird wegen eines Berichts vom Herbst 2011 ermittelt. Eine Aufnahme des Abgeordneten Volodimir Landik zeigt, wie der Politiker der Regierungspartei während einer Plenarsitzung per SMS Hilfe für seinen damals inhaftierten Sohn organisiert. Der Vater forderte regionale Medien auf, positiv über seinen Sohn zu berichten. Landik junior hatte seine Freundin in einem Restaurant zusammengeschlagen, Videos dazu gelangten an die Öffentlichkeit. (nje, DER STANDARD, 21./22.7.2012)

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