Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

"Das ist doch albern", sagt Mark Perryman über die zentralisierte Olympia-Veranstaltung in London.
Standard: Werden Sie bei Olympia live dabei sein?
Perryman: Logisch, ich freue mich drauf. Das wird eine tolle Party. Mein dreijähriger Sohn liebt Wasser, also gehen wir zum Wasserball. Keine Ahnung, was das für ein Sport ist. Wird sicher lustig.
Standard: Ihrem Buch zufolge halten Sie die Spiele in der jetzigen Form aber für keine gute Idee.
Perryman: Ich habe das Buch ja nicht aus Hass geschrieben. Ich bin und bleibe Sportfan, und Olympia ist ganz wichtig, seit ich als 13-Jähriger die Klebebilder für München 1972 gesammelt habe.
Standard: Das schreckliche Massaker palästinensischer Terroristen an israelischen Athleten und Betreuern leitete die zunehmende Betonung der Sicherheit ein.
Perryman: Das stimmt. Der Sicherheitswall rund um Olympia hat jedoch viel mehr mit den Firmen-Sponsoren zu tun als mit einer echten Bedrohungslage. Was das Münchner Attentat angeht, ziehe ich daraus eine andere Lehre: 40 Jahre danach nehmen Sportler aus Palästina an Olympia teil. Warum? Weil es einen langwierigen und mühsamen Friedensprozess gab. Man kommt Gruppen wie dem Black September nicht mit Gewalt bei, politische Probleme bedürfen politischer Lösung. Das gilt auch für die Situation in Afghanistan, wo unsere Armee im Einsatz ist.
Standard: Sie meinen, dann könnte man viele Sicherheitsmaßnahmen abbauen?
Perryman: Ein Teil dieser Diskussion hat ja auch damit zu tun, dass wir Briten gern ein bisschen angeben mit unseren Kriegsschiffen und Boden-Luft-Raketen. Das ist Teil unserer imperialen, martialischen Tradition. Aber viele Leute haben ein mulmiges Gefühl. Im Alltag sind wir nicht einmal an bewaffnete Polizei gewöhnt. Nun stehen an jeder Ecke uniformierte Soldaten mit ihren MPs. Gerade in den Stadtvierteln um Olympia mit ihrem hohen Anteil von Muslimen führt das zu einer wirklich unerfreulichen Atmosphäre.
Standard: Zumal dort viele sozial Schwache wohnen, die sich teure Tickets nicht leisten konnten?
Perryman: Das ist meine Hauptsorge. Dies ist ein Milliarden-Event für die weiße, wohlhabende Mittelschicht, angrenzende Stadtviertel werden ausgeschlossen. Dabei haben auch sie die Spiele finanziert. 50 Prozent der Londoner sind der Ansicht, die Spiele würden ihrer Region nichts bringen. In Nordwestengland liegt der Anteil sogar bei 78 Prozent.
Standard: Sie argumentieren ja: Olympia sollte kein Stadt-Event sein, sondern übers ganze Land verteilt werden.
Perryman: Das ist einer meiner Verbesserungsvorschläge. Wir sind ja ein wirklich sportbegeistertes Land. Nehmen Sie das Beispiel Hockey: Wir kennen diese Sportart, wir rechnen uns Chancen aus, ein Sport fürs ganze Land. Wo aber finden die Spiele statt? Nur in London, in einem einzigen Stadion mit 15.000 Plätzen. Das führt dazu, dass manche Spiele um 8.30 Uhr angepfiffen werden. Selbst wenn Sie nur eine Stunde entfernt wohnen, müssten Sie angesichts der Verkehrsprobleme und Kontrollen um 5.30 Uhr aufbrechen. Das ist doch albern. (Sebastian Borger, DER STANDARD, 21./22.7.2012)
MARK PERRYMAN (52) ist Gründer des Versandlabels Philosophy Football und unterrichtet an der Universität Brighton. Sein Buch "Why the Olympics aren't good for us" ist bei OR Books erschienen.
Während Premier Cameron eine gesellschaftliche Strategie entwickeln lässt, hält sich Kanzler Faymann bedeckt
Österreichs Olympia-Debakel sollte Anlass sein, nicht nur zu streiten, sondern Sportnationen zu studieren
Olympia 2016 in Rio de Janeiro wird spannend. Wer beerbt Michael Phelps als Superstar? Wie kann Österreich aufs Stockerl zurückkehren? Das ÖOC fordert mehr Macht, will auf Schröcksnadels Hilfe verzichten
85 Staaten durften Edelmetall bejubeln
Olympia-Verband bot sich dafür an - Kritik an "Gießkanne" des Sportministeriums - "Gezieltes Fördern der Spitzenathleten"
Während Britannien in Erfolgen schwelgt, hat die Diskussion über die Konsequenzen für den Spitzen- und Breitensport begonnen
China, die aus dem sportlichen Nichts zur olympischen Supermacht aufgestiegene Nation, verstrickt sich in selbstquälerische Debatten über Gold, Sport und Vergangenheitsbewältigung. Die neue Nachdenklichkeit hält auch im Jubel an.
BSO-Chef Wittmann nimmt den Sportminister in die Verantwortung - ÖOC warnt vor frühzeitiger Panik und kritisiert Wirbel
Frauenrechtlerinnen fordern IOC auf, "Flirt" mit radikalen Regimes zu beenden
Minister über bisherige Ausbeute verärgert: "Olympiatourismus ist nicht das Ziel"
Olympia-Vierter hat Funktionären bereits in Debrecen gedroht, ihnen medial "den Arsch aufzureißen" - "Solange ich Erfolge habe, kann ich das sagen" - Ex-Aktive sollen leitende Positionen im Schwimmverband bekleiden
Beinahe ratlos reagiert die Sportwelt darauf, dass China sich aufgeschwungen hat, die größte Sportnation der Welt zu werden. Man kritisiert Doping, Drill und Zwang, damit aber implizit auch den traditionell westlichen, rekordjagenden Showsport.
Die XXX. Olympischen Sommerspiele in London sind eröffnet. Die besten Aufnahmen der Eröffnungszeremonie als Ansichtssache
Mit einer 34 Millionen Euro teuren Show werden am Freitag die XXX. Olympischen Spiele eröffnet. Wer das Feuer entzünden darf, soll bis zuletzt geheim bleiben. Was bleiben wird vom 16-tägigen Rummel, ist offen. Unvergessliches möglicherweise
Er ist froh, sich diese Ehre "nicht verhaut" zu haben: Markus Rogan führt Österreichs Mannschaft bei der heutigen Olympia-Eröffnung als Fahnenträger an
Michael Phelps und Usain Bolt werden als Stars der Sommerspiele prognostiziert. Doch kann London für sie auch von nachhaltigem Wert sein? Abwarten, Tee trinken. Viel verändert hat sich seit Montreal 1976, wo Nadia Comaneci zur Traumnote 10 turnte
Olympia-Organisationschef Sebastian Coe glaubt, dass die britische Begeisterung noch kommt
Die Sponsoren der Olympischen Spiele pochen auf ihre Exklusivrechte. Dabei kommt es im Umfeld immer wieder zu Streitigkeiten
Bundespräsident Heinz Fischer verabschiedete 70 SportlerInnen, die Österreich bei den Sommerspielen in London vertreten werden. Er wollte sie "anspornen und auch für die Zeit nach Olympia ermutigen"
Dass die Paradeuniformen des Team USA für die Olympischen Spiele ausgerechnet in China geschneidert wurden, sorgt in Wahlkampfzeiten für Empörung. Sogar die Abfackelung der schicken Kollektion wird gefordert
London darf als erste Stadt zum dritten Mal die Olympischen Spiele ausrichten. Tragödien und Heldengeschichten wird es auch diesmal geben. Und das Soso-lala: Österreich war ja auch 1908 und 1948 in London mit dabei
Am 27. Juli werden die Olympischen Spiele eröffnet - In London hält sich die Vorfreude in Grenzen. Verkehr und Sicherheit bereiten Probleme - Viele Bewohner suchen das Weite
Zum bereits dritten Mal hat Heinz Fischer ein Team zu Sommerspielen verabschiedet. Bei Tamira Paszek erkundigte sich der Bundespräsident, ob der Aufschlag eh gut klappt
Ich würd sagen/ehrlich hoffen, da ist mindestens eine Frage, die für denn Sinfluss vorteilhaft wäre, rausgekürzt. Damit ist der Printartikel eigentlich für die Tonne, aber das ist ein anderes Thema.
Was mich eigentlich interessiert: Warum kann man sowas online nicht in voller Länge bingen? Dann käme das Interview sicher besser. (Es sei denn, es war wirklich so schlacht geführt.)
"Wasserball. Keine Ahnung, was das für ein Sport ist. Wird sicher lustig"
Hat offensichtlich keine Ahnung wovon er redet und zeigt das auch noch!
Wasserball ist übrigens die älteste olympische Mannschaftssportart und stammt aus England.
Und so jemand schreibt über die olympischen Spiele.
PS: Wenn der für seinen Sohn auch das Kino so auswählt ...
in erster linie ist olympia ein riesengrosses tv-ereignis, insofern schon auch für alle schichten zugänglich.
an karten kommt man sicher auch leichter als für wimbledon oder eine fussball-europameisterschaft.
als sportfan, der er sich ausgibt, würd ich mir nicht die blösse geben, wasserball nicht zu kennen, da macht er keine punkte.
übers land verstreute ereignisse widersprechen halt dem sinn von olympia - alle sportler treffen sich und nicht jeder macht sein ding wie sonst das ganze jahr.
"übers land verstreute ereignisse widersprechen halt dem sinn von olympia"
Ach was, bei Winterspielen hat man auch mehrere Austragungsorte.
Sportstätte werden in London gebaut und wieder abgerissen, obwohl es in England für jeden "Schaas" ein 10.000 Zuseher Stadion gibt, die Rechnung bezahlt wie immer der Steuerzahler.
ich ziehe meine frage, was extra gebaut und wieder abgerissen wird zurück, weil es jetzt nicht mein thema war (es gibt genug, was man dabei kritisieren kann, auch bei winterspielen. ich sage nur bobbahn!)
auch bei sommerspielen sind jetzt schon die segelbewerbe oft woanders - logisch! -
aber der gedanke hinter olympia bleibt und wird auch bei winterspielen - so gut wie möglich! eingehalten --
"alle sportler treffen sich und nicht jeder macht sein ding wie sonst das ganze jahr."
ja, ja, der sagt's uns ordentlich rein. der artikel ist ein ziemlich gutes zustandsbild. andererseits finde ich gerade deshalb london noch wesentlich verträglicher als all die "nobel-orte" der winterspiele oder das, was sich in sotchi abspielt. freilich mal abgesehen davon, dass man gerade in england das geld besser ins sozial- und gesundheitswesen gepumpt hätte als in den ausbau irgendwelcher prestigeobjekte und in die militärische sicherung.
im house of lords gibt man sich jedenfalls äußerst besorgt um den nutzen dieser spiele hinsichtlich der allgemeinen gesundheit des volkes http://www.publications.parliament.uk/pa/ld2012... /33/33.pdf
…Grund sind ihre Olympiaklamotten, die von der russischen Firma Bosco GRATIS entworfen wurden.
So sahen sie dann auch aus:
http://www.sbnation.com/london-ol... pics-bosco
Eine Mischung aus Taco Verkäufer bei KFC und einem unentschiedenen Faustkampf zwischen Ketchup und Mayonnaise.
"50 Prozent der Londoner sind der Ansicht, die Spiele würden ihrer Region nichts bringen. In Nordwestengland liegt der Anteil sogar bei 78 Prozent."
ganz falsche sicht der dinge, einer überfressenen gesellschaft.
http://www.youtube.com/watch?v=PzRg--jhO8g
viele kleine gemeinden sind nur attraktiv weil baugrund billig ist, oder sich die gemeinde nette sachen leistet.
ich meinte noch, ob es denn so toll sei wenn zB gemeinde A jetzt so oder so hoch verschuldet ist. mein gegenüber entgegnete folgerichtig, das es doch den bewohnern so was von egal ist, zahlt(e) ja quasi eh die allgemeinheit.
und so eine einstellung herrscht halt in sehr sehr vielen bereichen.
und wenn politiker sagen, nein wir bauen kein freibad weil es nicht rentable ist, müssen sie eh schon wieder um die wiederwahl zittern.
ich glaub ein bissal ändert sich diese einstellung eh schon, aber immer auf die politiker schimpfen ist mir zuwenig.
wenn er das wissen, die intelligenz, bildung, dazu aufbringt ok.
aber blöd auf irgendeinen wutbürgerschmäh aufspringen ist zu wenig.
mag auch sein, dass wir in der heutigen konsumwelt kaum mehr in der lage sind uns genügend zu informieren, einfach weil es öder ist als in irgendeiner bar cocktails zu saufen, oder sich irgendwelchen schwachsinn auf atv reinzuziehen,aber gut.
die paar wutbürger die ich für voll nehmen kann sind leider zu wenig um die gesellschaft vorwärts zu bringen.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.