Lateinamerika fürchtet chinesischen Wachstumsrückgang

20. Juli 2012, 17:33
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Weil sich ein Großteil der Exporte auf wenige Schlüsselprodukte beschränkt, hätte ein asiatisches Nachfrage-Minus gravierende Folgen

Wien - Geografisch sind sie weit voneinander entfernt - politisch und vor allem wirtschaftlich sind China und die Staaten Lateinamerikas im letzten Jahrzehnt aber zusammengewachsen. Das Handelsvolumen stieg zwischen den Jahren 2000 und 2011 von zehn auf etwa 240 Milliarden Dollar. Für Länder wie Brasilien ist China nun der wichtigste Exportpartner. Der chinesischen Führung geht es um langfristige Versorgung mit Rohstoffen und Nahrung sowie um Absatzmärkte.

Bisher hat auch Lateinamerika stark profitiert, Ökonomen fürchten aber Abhängigkeit: Weil sich ein Großteil der Exporte auf wenige Schlüsselprodukte beschränkt, hätte ein asiatisches Nachfrage-Minus gravierende Folgen.

Politisch-ideologisch ist China noch immer Kuba und Venezuela verbunden und Brasilien wegen des gemeinsamen Status als großes Schwellenland. Streitpunkt: Paraguay und einige Staaten Mittelamerikas sind von der diplomatischen Anerkennung Taiwans bisher nicht abgerückt. (mesc/DER STANDARD, 21.7.2012)

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