Gegen Linie des Ministeriums: PH-Rektor darf nicht antreten

20. Juli 2012, 16:40
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Unterrichtsministerium sieht Vertrauensverhältnis als nicht mehr gegeben an - Märk hatte sich für Lehrerausbildung an Uni ausgesprochen

Innsbruck/Wien - Noch vor seinem Amtsantritt am 1. Oktober ist der designierte Rektor der Pädagogischen Hochschule (PH) Tirol, Elmar Märk, bereits wieder abberufen worden. Als Grund nannte das Unterrichtsministerium in einer Aussendung am Freitag Nachmittag das "nicht mehr gegebene Vertrauensverhältnis". Märk hatte in einem Interview in Sachen Lehrerausbildung gegen die Linie des Ministeriums argumentiert. Der Posten wird nun wieder neu ausgeschrieben. Bis dahin wird der derzeitige Rektor Markus Juranek die Geschäfte weiter führen.

Märk hatte in einem Interview mit der APA am vergangenen Mittwoch unter anderem erklärt, dass er eine künftige gemeinsame Lehrerausbildung in Tirol langfristig bei der Universität angesiedelt sehe - deren Rektor pikanterweise derzeit sein Bruder Tilmann ist. Es sei ein "sinnvolles Ziel", die Lehrerausbildung in "zehn bis fünfzehn Jahren unter dem Dach der Universität" anzubieten, erklärte er. Ab dem Herbst würde sich in der Ausbildung der angehenden Lehrer jedoch noch nichts ändern.

Diese "öffentlich getätigten Aussagen zur Zukunft der Pädagogischen Hochschulen" prangerte das Unterrichtsministerium nun an. Die Aussagen Märks seien das Gegenteil dessen, was er bei seiner Bewerbung bezüglich der Zukunftspläne für die PH Tirol gesagt habe. Seine Ansage, dass die PH langfristig Teil der Uni werden soll, stehe außerdem diametral dem entgegen, was Regierungslinie sei, nämlich eine Stärkung der PH. "Das heißt, der Vertrag wird nicht abgeschlossen. Märk hat die Dienstanweisung, wieder als Direktor an die HTL Innsbruck zurückzukehren", hieß es aus dem Büro von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) Büro.

Kritik von der ÖVP

Scharfe Kritik am Vorgehen der Unterrichtsministerinkommt von der ÖVP. Schmied hatte Märk noch vor Amtsantritt wegen einer Interviewpassage abberufen. "Das gab es in diesem Ausmaß nicht einmal jenseits des eisernen Vorhangs", kritisierte ÖVP-Wissenschaftssprecherin Katharina Cortolezis-Schlager am Freitagnachmittag: "Hochschule zeichnet sich durch Diskursfähigkeit aus und nicht durch eine verlängerte politische Werkbank der SPÖ." (APA, 20.7.2012)

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