Nachlass-Hopping: Auf die Schätze, fertig, los

Florian Peschl, 20. Juli 2012, 18:27
  • Ob Koffer oder Kommode: Kein Winkel der fremden Wohnung bleibt unberührt.
    foto: flop

    Ob Koffer oder Kommode: Kein Winkel der fremden Wohnung bleibt unberührt.

Sinnvolle Müllvermeidung oder pietätloses Stöbern? In Wien werden Wohnungen von Verstorbenen für das kollektive Jagen nach Antiquitäten geöffnet

Wien - "Jetzt musst aber schnell sein, sonst ...", erklärt eine junge Frau ihrer Mutter. Doch um die Anregung zu vollenden, fehlt der aufgeregten Besucherin die Zeit. Mitorganisatorin Sophia hat soeben die Eingangstür einer Altbauwohnung in der Wiener Riglergasse geöffnet und gewährt den Ungeduldigen Zutritt. Wer früh genug kommt, hat die Qual der Wahl. Doch man muss schnell sein. Der Andrang ist groß.

Nachlass-Hoppings sind kollektive Räumungen von Verlassenschaften, die via Facebook angekündigt werden. Die Besucher zahlen zehn Euro Eintritt und dürfen alles, das ihnen zusagt, aus den Wohnungen entfernen. Vorwiegend junge Studenten nutzen diese Gelegenheit, um an hübsche Antiquitäten oder Haushaltsgeräte zu kommen. Im Altwarenhandel sind funktionstüchtige Gebrauchsgegenstände wie Elektrogeräte oder Geschirr schwer zu verkaufen und werden deshalb zwangsläufig entsorgt. Dem möchten die Betreiber von Ramsch & Rosen entgegenwirken.

"Ende der Verschwendung"

"Wir kümmern uns schon seit vielen Jahren um Nachlässe Verstorbener. Doch mittlerweile stoßen wir auf zu viele Dinge, die eigentlich in Ordnung, aber im Handel nicht mehr zu verkaufen sind und deshalb am Müll landen. Dieser Verschwendung möchten wir ein Ende bereiten", erzählt Altwarenhändler und Organisator Christof Stein. Laut Stein funktioniert das Projekt so gut, dass man es in näherer Zukunft dem Umwelt- und dem Sozialministerium vorstellen werde. Auf die Frage, ob Ramsch & Rosen an den Räumungsaktionen verdiene, erwidert er: "Nein, wir wollen Menschen, die knapp bei Kasse sind, die Möglichkeit geben, gebrauchte Alltagsgegenstände kostengünstig zu erwerben. Das eingenommene Geld erhalten die jungen Mitarbeiter, die zur Vorbereitung unserer Nachlass-Hoppings beigetragen haben."

Das "originalgetreue" Interieur lädt die Gäste ein, in der Fremde herumzustöbern. Darin liegt freilich auch die Schattenseite des Nachlass-Hoppings: Abgesehen von funktionellen Schätzen und antiken Unikaten findet man auch sehr persönliche Dinge eines erst kürzlich verstorbenen Menschen. So erhalten Besucher Zugang zu privaten Fotoalben, alten Sparbüchern oder Kosmetika wildfremder Personen.

"Ich finde das hier eigentlich ziemlich gut. Natürlich ist es ein wenig makaber, aber Not macht schließlich erfinderisch", kommentiert ein 19-jähriger Besucher das Geschehen. Astrid Blecha von Ramsch & Rosen betont, dass man keinesfalls Gefühle verletzen respektive pietätlos agieren wolle.

Sophia finde die Idee des Hoppings deswegen gut, weil es Menschen zugutekomme, deren Budget limitiert sei. Befremdend finde sie die blitzartigen Stöber- und Räumungsaktionen nicht: "Das wäre ja, wie wenn man sich über die Schlachtung eines Schweines echauffiert, dessen Fleisch aber trotzdem kauft." (Florian Peschl, DER STANDARD, 21./22.7.2012)

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kosmetika wildfremder personen!

nach einigen nachlass-hoppings sind mir die augen aufgegangen

eur 10,- werd' ich künftig lieber in einige krügerln investieren.

(schon allein der mief in den vergammelten räumlichkeiten war brechreizerregend - sogar für mich, den super-messie!)

Nehmt's was ihr wollt's. Aber die Gitti-Oma bleibt liegen!

Immer diese Anglizismen. Nachlass "Hoping"

Kommen wir "Ohne" nicht mehr aus?

z.B. Artikel über:
Die Occupy Omas und Opas

usw.

Es war einmal, hinter den Bergen, bei den 7 Zwergen... ...ein Qualitätsmedium, das einen interessanten Artikel bringt.

Eine neue Geschäftsidee - mit einem großen Gewinner auf der einen und einem großen Gewinner auf der anderen Seite. Interessierte Leute wollten sich hier im Qualitätsmedium informieren - immerhin brachte diese noble Zeitschrift den Artikel - und wurden verar$cht.
Es wurden 3 besonders lustige - hahaha - Adressen gebracht.
Die erste und schönste Destination weit und breit war die Qualitätsmediumshauptquartieradresse, fragt mich lei wo das ist. Man freut sich dort immer über Besuch. ;-)
Die zweite war das Finanzministerium. Keine 10 Pferde bringen mich auch nur in die Nähe dessen.
Die dritte war das Hauptquartier der Sozialdemokraten. Wiederum die 10 Pferde.
Lustig Standard - hahahaha - wohl alle in der Kasperlkiste geschlafen. :-D Toll.

Verkaufts mei G`wand - i foahr in Himmel!

Also wenn mi amoi der QuiQui hoit, nehmts eich bitte des Klumpert, habedieehre!

;)

Wesen leben - Wesen sterben

was zurückbleibt nutzen die Überlebenden...

was soll daran pietätlos sein

Nachlass Hopping ? Just call it " Plünderung " ...

Wobei leicht denkbar ist, dass Ramsch & Rosen den Studenten nur den Ramsch lässt, und die Rosen selber einstreift ...

das scheint ja auch kein geheimnis zu sein, im artikel steht ja auch:

"Dinge, die eigentlich in Ordnung, aber im Handel nicht mehr zu verkaufen sind und deshalb am Müll landen."

für wen in diese beschreibung jetzt wertvolle antiquitäten oder kunstschätze reinfallen, der is halt ein bisserl dumm

Hauptsache wir haben wieder ein Denglisches Wort

Das Wichtigste scheint zu sein für jeden Blödsinn ein neues denglisches Wort: Wie sinnig - Nachlass Hopping!

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Sollte man kennzeichnen

Was soll die Frage, ob er daran was verdient?

Ist es unanständig, etwas zu verdienen, wenn man eine Wohnung räumt?
Wieso spielt die Methode eine Rolle?
Es ist doch gut, wenn Brauchbares noch verwendet wird! Auch wenn wer mitschneidet.
Blöde Alles-muss-gratis-sein-Generation!

er erspart sich arbeit und räumungskosten. zusätzlich zahlen die erben und die leute durch eintritt. da casht eine doppelt, dreifach ab.

Den Erben muss der Nachlass abgekauft werden. Die Veranstaltung zu organisieren bereitet sicher viel Arbeit. Den Eintritt bekommt nicht die Firma. Ergo, erpart er sich nur Räumungskosten. Sei ihm das doch vergönnt, wenn man dafür, (so wie ich) eine Waschmaschine und einen netten Haufen Krimskrams für 10 Eoro heimtragen kann.

Das will ich auch - will dafür aber nicht extra bei Faece-Book meine Seele verkaufen. Bitte kann mich jemand per Mail benachrichtigen, wenn wieder ein Hopping ansteht? DAnke!!

Ihr habt die restlichen Postings gelöscht, habt's aber nicht hingekriegt rechtzeitig zu sagen dass die adressen ein shice sind?? Boah, ein Armutszeugnis.
Also wen es interessiert: so wars:
Ein User, der einen Clown gefrühstückt hatte, gab drei bimperl-Adressen für nachlasshopping an.
Finanzministerium, SPÖ Hauptquartier und Standard zentrale. Der Standard weiß scheinbar nicht mal wo er wohnt.
Standard - näher an der Kärntner faschingszeitung als ihm lieb ist.

Irgendwie verwandt mit den Spekulationen

betreffend Kauf von amerikanischen Lebensversicherungen ... - das allerdings eher für Bonusbezieher

Gute Idee!

Die persönlichen Dinge können ja vorher von den Verwandten weggebracht werden.

Ist es pietätsvoller, wenn ich die MA48 hole und die alles in Bausch und Bogen ins Rinterzelt bringen?

Wenn noch jemand mit einer alten Lampe oder so was anfangen kann, na wunderbar!

blödsinn. noch nie am Ma48 Flohmarkt gewesen?

Nein. Nehmens MA48 als Synonym für einen x-beliebigen Entrümpler.

Dort landet ein Bruchteil davon.

...und den Rest

krallen sich seltsame Typen, die auf den MA48-Mistplätzen sich zwar halbwegs diskret im Hintergrund aufhalten, aber mit den MA48-Leuten anscheinend gut kooperieren.
Das ist mein Eindruck von der "Mistgstättn" in der Richthausen-Strasse, 17. Hieb.

rinterzelt? HA!

die verkaufen das doch selbst zu überteuerten preisen... schon mal draußen gwesen in der halle?... *brrr*

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