Staatsbanken brauchen weitere Geldspritze

20. Juli 2012, 13:50

Kommunalkredit/KA Finanz, Hypo Alpe Adria und Volksbanken AG: Der Bund kann sich auf neue Geldspritzen einstellen

Wien - Vertrauliche Papiere der staatseigenen Kärntner Hypo Alpe Adria für das Finanzministerium gehen laut "Format" davon aus, dass die Bank noch einmal zwei Mrd. Euro vom Staat braucht, in einem Worst-Case bei einer sofortigen Liquidation sogar fünf Milliarden und mehr. Die Hypo selbst argumentierte, dass Stress- und Abwicklungsszenarien für Brüssel zwar durchgerechnet werden müssen, aber nicht Plan der Bank seien. Eine ungeordnete Zerschlagung wäre am teuersten und werde nicht angestrebt.

Wieviel die Hypo heuer trotzdem an weiterem Kapital braucht, um die mit besonderen Risiken behaftete Bank auf die von der Aufsicht vorgesehenen zwölf Prozent zu bringen, wird von der Notenbank über den Sommer ausgerechnet. Hannes Androsch, Aufsichtsrat der Banken-ÖIAG Fimbag ließ Freitagmittag via "Zeit im Bild" wissen, dass bei der Hypo zwei Milliarden wohl nicht reichen dürften.

Für die ebenfalls notverstaatlichte Kommunalkredit/KA Finanz ist für heuer nochmals von einer halben Milliarde die Rede, sie sitzt auf umfangreichen Anleihenbeständen und Credit-Default-Swaps von Euro-Krisenstaaten. "No comment", verlautete dazu aus dem Finanzressort. KA-Finanz-Vorstandschef Alois Steinbichler sprach der Causa am Freitag eine "akute Thematik" ab. Freilich würden aber laufend Szenarien im Zusammenhang mit dem Risiko-Abbau erörtert und gerechnet, sagte er.

ÖVAG

Bei der Volksbanken AG (ÖVAG) hat der am Dienstagabend bestellte neue Chef Stephan Koren gleich vorweg nicht ausschließen können, dass bis zum Ende des Restrukturierungsprogramms (2017) nochmals ein Nachschlag an Staatshilfe nötig wird. Restrukturierungen kosteten oft mehr als angenommen, sagte Koren. Das hätten nationale wie internationale Beispiele schon gezeigt. Der Bund ist seit April mit 43 Prozent ÖVAG-Aktionär.

In alle drei staatlichen bzw. teilstaatlichen Banken hat der Bund (Steuerzahler) in den vergangenen zwölf Monaten über Kapitalschnitte bzw. Rekapitalisierungen schon viel Geld gesteckt. Die ÖVAG musste heuer im April vom Bund aufgefangen werden, die Kommunalkredit/KA Finanz hatte 1 Mrd. Euro Griechenland-Schuldenschnitt zu verdauen und die Hypo Alpe Adria wurde schon vor einem Jahr mit einem 800-Millionen-Schnitt von alten Verlusten befreit.

Hoffnungen von Problembanken wie der Hypo, neue Cash-Kapitalzuschüsse mithilfe der Auslagerung von Problem-Assets und faulen Krediten in neue Bad Banks zu umgehen, hat Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) eine Absage erteilt. Fekter warnte in einem "Kurier"-Interview heute zudem vor einer großen "Bad Bank" als Abwicklungseinrichtung für die nicht verwertbaren Teile der drei Problembanken Hypo Alpe Adria, Kommunalkredit/KA Finanz und ÖVAG (Volksbanken AG). So eine Mega-Bad-Bank hätte fatale Folgen für die Republik und wäre aus ihrer Sicht das Worst-Case-Szenario für den Steuerzahler in Richtung nächstes Sparpaket. So eine Schuldenübernahme würde die Gesamtverschuldung Österreichs schlagartig in die Höhe treiben.

Das Magazin "Format" schreibt in seiner neuen Ausgabe unter Berufung auf OeNB-Kalkulationen für das Finanzministerium, vertrauliche Strategiepapiere aus dem Kanzleramt und bankinterne Umstrukturierungspläne für die EU-Kommission, dass das Milliardenloch der Staatsbanken in den nächsten fünf Jahren noch größer wird. Aus den bisher 8 Mrd. Euro, die die drei Krisenbanken bisher erhielten, könnten "mindestens" 11 Milliarden werden.

Nicht gänzlich verloren

Fimbag-Aufsichtsrat Androsch schätzte die "problematischen Aktiva" (Risiken) in den drei in Rede stehenden Banken auf 30 bis 35 Mrd. Euro. Das bedeute aber nicht, dass sie gänzlich verloren seien, sagt er ebenfalls im "Format". "Dass aber nichts davon verloren gehen wird, ist ebenfalls eine Illusion". Die letztlich zu verkraftende Summe werde keine Katastrophe auslösen, aber eine Belastung sein. Hypo-Chef Gottwald Kranebitter kritisierte diese Aussagen gestern Abend vor Journalisten als "entbehrlich" und sogar "gefährlich".

Kranebitter reagierte verärgert über "Spekulationen", wonach in der Hypo größere Milliardenlöcher mit Staatsgeld zu stopfen wären. "Crash-Szenarien sind nicht unser Weg. Wir wollen mit möglichst wenig Geld auskommen." Wieviel die notverstaatlichte Bank mit ihren besonderen Risiken im Zuge der jetzt laufenden Kapitalbedarfsermittlung tatsächlich braucht, wird im Herbst feststehen. Laut Kranebitter hat sich das Umfeld freilich verschlechtert - Stichwort: Euro-Schuldenkrise und Rezession am Balkan.

Unter Berufung auf vertrauliche Papiere der Kärntner Hypo Alpe Adria für das Finanzministerium beschrieb "Format" Stress-Rechnungen zur Hypo. Für den Fall eines beschleunigten Abverkaufs werde ein Verlust von mindestens 2 Mrd. Euro prognostiziert. Eine sofortige Liquidation, die eine Insolvenz der Holding samt Notverstaatlichung der Balkan-Tochterbanken zur Folge hätte, würde einen Verlust von mindestens 5 Mrd. Euro bedeuten. In einem Worst Case, bei einem Schuldenschnitt von 50 Prozent, würde die Gesamtbelastung für die Republik bei rund 10 Mrd. Euro liegen, so das Magazin.

Die EU-Kommission verlange von jeder Bank in einem Beihilfeverfahren, verschiedene Szenarien durchzurechnen, sagte Kranebitter. Also optimistische, pessimistischere, Stress- und schließlich Abwicklungsszenarien und absolute Worst-Case-Rechnungen, die für alle am teuersten wären. "Szenariorechnungen, die die EU verlangt, sind nicht der Plan der Bank". (APA, 20.7.2012)

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Vermögenssteuer - Erbschaftssteuer - Schenkungssteuer

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Oder sollen die Kleinen wieder für die Pleiten der "Staatsbanken" aufkommen?

Boni und Garantiezinsen haben die "hohen Herren" über Jahre eingestreift - und nicht zu knapp!

Herr Faymann, jetzt ist genug debil gelächelt. Jetzt ist Zeit zu handeln! Wenn sich die ÖVP sträubt, wären sofort Neuwahlen fällig. Wenn das verbrecherische Gesindel von ÖVP-FPÖ-BZÖ über 50% Stimmen bekommt, ist eh alles zu spät!
Oder gilt noch immer "Hauptsache Kanzler"?

Die verantwortlichen Ex-Vorstände und Ex-Aufsichtsräte sollen gefälligst mit ihrem gesamten Vermögen dafür gerade stehen. Vor Gericht - zack - Verurteilen - zack - pfänden.

Alle Bankmanager und Aufsichtsräte dieser Institute vor den Vorhang und mit dem privaten Vermögen haften!

So müsste es jeder Kleinunternehmer tun, der Mist gebaut hat.

Warum nicht ´mal den (erfolgreichen) Isländischen Weg wählen ..

Was haben die Isländer gemacht:

1. Die korrupte Regierung zum Teufel gejagt.
2. Die Großbanken Pleite gehen lassen.
3. Die verantwortlichen Banker verhaftet und verurteilt.

es sollte eher richtigerweise heissen die Vermögenden brauchen unsere Geldspritzen ! nicht die banken,jedes Unternehmen wird mir nichts dir nichts in Konkurs geschickt aber bei Banken macht man aussnahmen heheh da fragt man wer wird da eigentlich gerettet

Was den Volksbankensektor anbelangt: Zahlen sollen die Eigentümer, d.h. diejenigen, denen die regionalen faktisch gehören. Mit anderen Worten: die Inhaber der Genossenschaftsanteile. Da dürfte sicherlich einiges zur Entlastung des Steuerzahlers zu holen sein. Gesamtverstaatlichung: Nein danke, das wäre ja noch schöner, pauschal den Steuerzahler zahlen lassen!

die roten Gewerkschaftsmitglieder haben die marode BAWAG gerettet

Nicht so die schwarzen Volksbanken-Genossenschafter. Da dürfen wieder einmal die Staatsbürger zahlen!

Die schwarzen Gewerkschaftsmitglieder allerdings auch

Aber es ist richtig, dass die BAWAG (wegen der Haftungsbereitstellungsgebühren) für den Staat tatsächlich ein Gewinn war.

Und Kranebitter ist das Musterbeispiel für einen perfekt vernetzten, unfähigen aber arroganten österreichischen Leistungsträger

Die Vorwürfe Gabriels (mit denen er Banken unter anderem der Erpressung, der Beihilfe zur Steuerhinterziehung sowie der Manipulation bezichtigt) haben Einiges an sich - siehe http://www.focus.de/politik/d... 85144.html

Treffender Artikel auch in den OÖN: http://www.nachrichten.at/nachricht... 085,930795

schickt die ganze bagage in den konkurs

und sch... nicht herum, das sind ganz normale firmen, egal wieviel mitarbeiter freigesetzt werden, in anderen branchen sch..... auch niemand drum und stehen vorm handelsgericht

Jetzt nähert sich unser Schuldenstand auf das ehrliche Niveau.

Wenn man die ausgelagerten Schulden noch dazu addiert, ist unser Rating bald ein ganz anderes.

Ich verrate euch was...pssssst.. pssssttttt...

In Leoben fror man heuer,
Weil für Kohlen kein Bedarf;
Und man schreit nach Brot in Steyr
und der Winterfrost ist scharf.
Fünfmal hunderttausende Hände
Liegen still. Kein Rad mehr rollt.

Dieser Staat lässt sich nicht lumpen,
Wenn er sich belumpen lässt:
Einer kriegt das Gold in Klumpen,
Euch, euch gibt man bald den Rest!
Rufet: "Hoch die Dividende!",
Wenn ihr euch zum Stempeln trollt.

Sei gesegnet ohne Ende,
Heimaterde, wunderhold!

noch besser dazusagen, dass man das auch singen kann - das war nämlich eine Persiflage auf den damaligen Text der Österr. Nationalhymne.
Die Musik war von Haydn also die alte österr. Kaiserhymne (heutigen Generationen besser als deutsche Nationalhymne bekannt)

bitte schon dazu sagen dass dies von jura soyfer stammt!

Selbstverständlich!

lernt man dies in österreichischen schulen nicht?
diese gedichte/lieder sind quasi sozialistisches kulturgut.
daher auch meine scham wenn ich die vertreter der heutigen SPÖ sehe.

wer jemals geglaubt hat, das der raiffeisensepp und alle anderen maßgeblichen politiker damals vor 3 oder 4 jahren die wahrheit gesagt haben, sollte schleunigst entmündigt werden...

das war sowas von klar, das die weitere milliarden brauchen ! und das politikergequatsche hängt mir schon so beim hals raus, das ich nie mehr wählen werde (zumindest sicher keine parteien in dieser form, also in form von spö, övp, braune, grüne und dem ganzen anderen schund)...

dem dicken hab ich kein einziges wort geglaubt.

ich habe mir auch immer gedacht, der dient sich dem giebelkreuz an und bekommt einen super-job mit viel geld, wo er nichts anstellen kann.

so einen onkel musst haben.

also bitte:

Ich opfere gerne mein Steuergeld um den Menschen ihren Verlust zu ersetzen, aber mit dem Bankenretten muss endlich Schluss sein. Kann nicht sein, dass wir Bürger die Schulden aller anderen zahlen müssen: wer zahlt denn unsere durch andere angehäuften Schulden ab?
Die Regierungsparteien und die Grünen sollen das aus ihrer Parteikassa bezahlen und sich vertschüssen. So wie sie das bei allen ESM-Forderungen machen sollen.
Oder sollen wir alle Griechen werden, im Sinne vom kolportierten Steuern verweigern? Na bitte, weil für Straßen zahl ich gern, und für Schulen, aber für die Bankster rück ich keinen Cent mehr raus.
Oder holt euch das Geld bei den oberen 10%: die haben 10 Mal mehr als österreichs Staatsschulden hoch sind: Zufall?

Lasst sie sterben...

die werden sterben aber nicht indem wir sie Lassen :) erst wenn wir das selbt in die Hand nehmen

widerliche steuergeldverschwendung.

zahlt die spareinlagen aus und sperrt zu.

wer braucht diese bankster?

ich wär' wirklich dafür

denen keinen luckerten heller mehr reinzuschieben - weder vorn noch hinten.

(sollen s' doch ruhig im eigenen saft schmoren, die sauberen herrn "supermanager", die nichts können, außer die große go aufreissen, abcashen und ihre verluste sozialisieren)

der westen generell kann seine schulden nie wieder begleichen. bin gespannt wie sich da rausgewurstelt wird.

"BRAUCHEN ... Geld" ...

..... wenn ich das Wort "brauchen" schon höre.

im nächsten leben würd ich gern eine bank werden, lieber gott...

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