Schreibtische, Territorien

22. Juli 2012, 00:36
  • My home is my Schreibtisch.
    foto: derstandard.at

    My home is my Schreibtisch.

Wie Büromenschen ihre Heimat markieren

Der eigene, täglich bewohnte, fixe Schreibtisch ist im Zuge der Umbrüche in der Arbeitswelt ein Auslaufmodell. Was die Chefetage gerne hätte: blitzblank, frei von Unfug und Chaos, gemacht zum fehlerfreien Abarbeiten - das gibt es weltweit nicht, fand die Kölner International School of Design (My Desk is My Castle, Birkhäuser Verlag). Durchschnittlich ein Dutzend privater Dinge finden sich weltweit auf Bürotischen, kaum einer, der nicht privat vereinnahmt, als Territorium ausgewiesen ist. In Asien mit mehr Plastiknippes, in Europa bei Frauen pastelliger, bei Männern dunkler gehalten, was die kleinen "Mein Platz" -Markierungen betrifft.

Wie markieren Büromenschen ihre Heimat, wenn das Arbeitsplatznomadentum, digitale An- und Abwesenheiten vorrücken und offene Arbeitsflächen die klassischen Legebatterien nun ablösen? Kommt damit endlich der total cleane Arbeitsplatz? Die Forscher des Fraunhofer-Instituts haben herausgefunden: Der Fixplatzverlust wird kompensiert. Individualität wird dann digital ausgelebt, mit Bildern im sozialen Netzwerk, mit Privatfotos im digitalen Bilderrahmen - der kommt immer mit. (Karin Bauer, DER STANDARD, 21./22.7.2012)

wow !
bin nun das gefühlte 10te mal auf die artikel der fr. bauer reingefallen.

Puuh, das ist ja heißer Stoff, der hier im Qualitätsmedium präsentiert wird. Und auch so rund und schlüssig formuliert. Man weiß gar nicht, wohin mit dem ganzen Input.

Wieder etwas gelernt. Danke an die Redaktion!

Die Chefetage hätte auch die Menschen gerne "blitzblank, frei von Unfug und Chaos, gemacht zum fehlerfreien Abarbeiten" und außerdem natürlich nie krank und superbillig. In manchen Ländern funktioniert das ja schon ganz gut. An "Verbesserungen" wird laufend gearbeitet.

Ich persönlich will genau dasselbe. Seltsam dass viele andere Angestellte lieber einen unproduktiven Arbeitsplatz wollen. Da haperts ja schon mal ganz gewaltig an der Arbeitseinstellung.

Die Frage ist, wie man "unproduktiv" definiert. Man kann's auch übertreiben. Möglicherweise haperts auch gewaltig an der Einstellung zu den Menschen. Die sind nun mal fehler- und krankheitsanfällig und werden es immer sein.

diese studie ist mindestens ein jahr alt -

und wurde vor einem jahr in "die zeit" , faz und anderen deutschen medien besprochen.
das ist nicht nur sommerloch,- das ist miserable redatkionelle ...

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