Blitzschlag-Risiko: Die wichtigsten Verhaltensregeln

Wo man am besten Schutz sucht und welche Orte man meiden sollte. Die AUVA gibt Tipps zum richtigen Reagieren bei Blitzschlag

Wien - Auch wenn die Wahrscheinlichkeit niedrig ist: Immer wieder werden Menschen vom Blitz getroffen. Durch richtiges Verhalten lassen sich viele dieser Unfälle vermeiden, betonen Experten der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA). Ihre wichtigsten Tipps: frühzeitig in Sicherheit bringen, dem wieder eingekehrten "Frieden" nicht gleich trauen, keine stromleitenden Objekte berühren und sich von Wasser fernhalten.

Schutz suchen

Die Gefahr beginnt laut AUVA damit, dass zu wenig bekannt ist, wann ein Gewitter gefährlich nahe ist. Das sei dann der Fall, wenn die Entfernung zu einer Gewitterwolke kleiner als zehn Kilometer ist und nicht mindestens 30 Sekunden nach dem letzten hörbaren Donner vergangen sind. Blitze könnten durchaus "aus heiterem Himmel kommen", noch bevor der Niederschlag einsetze, warnten die Experten. Wenn zwischen Blitz und Donner weniger als 30 Sekunden vergehen, sei es an der Zeit, Schutz zu suchen.

Höchstes Risiko

Den stärksten Stromschlägen sind Menschen ausgesetzt, wenn sie direkt vom Blitz getroffen werden. Aber auch Teile des Blitzstromes können zu tödlichen Elektrisierungen führen. Das ist etwa der Fall, wenn ein Objekt berührt wird, in welches ein Blitz einschlägt, oder wenn man sich zu nahe bei diesem Objekt aufhält. Daher: Berührung vermeiden und Abstand halten. Grundsätzlich gilt: Hohe oder große Objekte werden eher vom Blitz getroffen als niedrige oder kleine.

Den besten Schutz findet man in Gebäuden mit Blitzschutzanlage, in Tunnel sowie in Fahrzeugen mit einer Ganzmetallkarosserie oder einem Metallrahmen, in Eisenbahnwaggons oder in einem Traktor mit Kabine. Bedingten Schutz findet man laut AUVA in Gebäuden (auch Hütten) ohne Blitzschutzanlage. Allerdings sollte man sich dort in der Raummitte aufhalten, Fenster und Türen schließen, von elektrischen Anlagen und Geräten mindestens einen Meter Abstand halten, keine Installationen berühren und das Festnetztelefon nicht benützen.

Verhalten im Freien

Im Freien gibt es nach Ansicht der Fachleute keine wirklich sicheren Aufenthaltsorte, sondern nur Orte mit geringerer Gefährdung. Solche seien etwa die Nähe von hohen Objekten sowie der Bereich unter Hochspannungsleitungen, unter den Seilen von Seilbahnen und unter großen Brücken. Dabei müsse jedoch ein Abstand von mindestens zwei Metern von allen Teilen dieser Objekte gehalten werden. Zu den Orten mit geringerer Gefährdung gehören demnach auch tiefe Mulden, Hohlwege und Höhlen, das Innere eines Waldes, aber auch einzeln stehende Bäume, wenn von allen Baumteilen zwei Meter Abstand gehalten wird.

Ist kein schützender Ort in der Nähe, sollte man sich niederhocken, alle Gegenstände, die über den Körper hinaus ragen, wie Werkzeuge, Regenschirm und Sportgeräte weglegen und die Nähe zu elektrisch leitfähigen Objekten, wie Zäunen aus Metall, meiden. Der in die Erde fließende Blitzstrom ruft gefährliche Spannungen auf der Erdoberfläche - die sogenannte Schrittspannung - hervor. Um sich davor zu schützen, sollte man unbedingt den Aufenthalt in Gewässern meiden, von anderen Personen mindestens zwei Meter Abstand halten, sich nicht auf den Boden legen und auf eine geschlossene Fußstellung achten.

Bestimmte Orte und Objekte werden vom Blitz bevorzugt. Dazu gehören Berggipfel, Berggrate und Klettersteige, ungeschützte Dachterrassen und Plattformen auf Aussichtstürmen, ungeschützte Sportplätze und Swimmingpools, das Innere von Zelten sowie Fahrzeuge ohne Metalldach, wie Cabrios, Motorräder, Fahrräder und kleine Boote. (APA, 20.7.2012)

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