Zu wenige Geräte mit Energiekennzeichen

20. Juli 2012, 12:26

Laut Energieagentur sind nur 58 Prozent der Haushaltsgeräte in Österreich ordentlich markiert

Wien - Die Österreichische Energieagentur ortet "großen Nachholbedarf" bei der Energiekennzeichnung von Haushaltsgeräten. Stichproben in 20 Geschäften bei 3.000 Produkten in den ersten drei Monaten 2012 hätten dies gezeigt, hieß es am Freitag in einer Aussendung. Ordentlich gekennzeichnet waren nur 58 Prozent der Geräte. Das EU-Energielabel soll über die Energieeffizienz eines Gerätes informieren und zum Kauf energiesparender Ausstattung animieren - schließlich ist der Energieverbrauch langfristig ein wesentlicher Kostenfaktor.

27 Prozent der an Ort und Stelle in den Geschäften kontrollierten Geräte waren fehlerhaft, 14 Prozent gar nicht gekennzeichnet. Bei Elektroherden waren gar nur 30 Prozent der Öfen richtig markiert, bei Kühl- und Gefriergeräten immerhin zwei Drittel.

Mehr "Shop-Visits"

Hersteller und Handel sind verpflichtet, das EU-Energielabel mitzuliefern bzw. gut sichtbar an jedem Gerät anzubringen. Wertungsklassen von A bis G geben Auskunft über den Energiebedarf der Haushaltsgeräte, Lampen und seit kurzem (November 2011) auch Fernseher. Von den TV-Geräten waren laut Energieagentur daher nur 20 Prozent bereits mit dem EU-Label gekennzeichnet gewesen.

Die "Shop-Visits", um die korrekte Anwendung der Labels zu überprüfen, werden fortgesetzt. (APA, 20.7.2012)

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19 Postings
"Wertungsklassen von A bis G"

Es gibt schon lange A+, A++, A+++ ...

Herd, Kuehlschrank, Verstaerker....

Bei einem Kuehlgeraet ist die Energieaufnahme recht interessant, finde ich. Es werden da auch praktisch nur mehr Geraete der Klasse A oder besser angeboten.
Bei einem E-Herd sehe ich das anders. Der Wirkungsgrad von E-Herden ist sehr hoch, was ja kein Wunder ist, da ja am End eh fast alles in Waerme umgesetzt wird. Da will ich vor allem POWER haben, A (oder besser) waere fuer mich abstossend.
Aehnlich sehe ich das auch bei einem Verstaerker.
Bei den meisten Geraeten waere es schon super, wenn man die einfach ausschalten (so richtig) koennte.
Nichtmal mehr sogenannte Stromspar-Steckdosenleisten kann man noch richtig ausschalten, mit einem richtigen Schalter.

Jedes technische Gerät hat ein Typenschild

Das guckt der piefschenische Shop-Visiter drauf, erkennt die Power und voted das Gerät einen Platz weiter.

Dieses Kennzeichnungssystem ist doch vollends veraltert. Man hat damals den Fehler gemacht A als die höchste Effizienzklasse einzuführen ohne an die Zukunft zu denken. Man hätte es umgekehrt machen sollen: A ist das schlechteste und tiefrot und umso weiter nach unten im Alfabet umso grüner bzw. dann vielleicht auch andere Farben (blau z.B.). Dann könnte man bei jeder neuen Generation die sparsamer ist im Alfabet weitergehen. Stattdessen sind jetzt alle A und grün, auch dann wenn sie schon sehr ineffizient sind. Dann gibts A+ und A++ aber das verwirrt die Leute eher noch mehr bzw. scheint den meisten auch A schon gut genug. Völliger Schwachsinn so eine Kennzeichnung!

glaube nicht,

dasz es viele gibt, die ueberhaupt darauf achten

Das glaube ich sehr wohl. B schreckt auf jeden Fall ab. Bei B-Geräten wird dann aber das Etikett meistens unrechtmäßig weggelassen. Das Problem ist aber, das A top wirkt obwohl es eigentlich schon mit das Schlechteste am Markt ist...

Ich hab alles in meiner Wohnung (bis auf Waschmaschine und Herd) über die Jahre auf energiesparende Geräte umgestellt. Jetzt mal im ernst, meine Stromrechnung ist immer gestiegen.

Energiesparen ist eine große Verarsche.

die Frage der Preisentwicklung hat "Er staunt" ja schon gestellt.
Erlauben Sie mir eine weitere: Wievile Geräte hatten Sie von 10, 20 Jahren und wie viele Stunden hatten sie diese im Vergleich genutzt? (rebound)

Die Anzahl der Geräte ist seit 10 Jahren identisch. Letztlich setzt sich der Energieverbrauch ja aus Kochen und Waschen zusammen, der Rest sind bei mir Kleinverbraucher.
Wie oft man Geräte nutzt, weis glaub ich keiner der sich nicht selber mit Smartmeter überprüft. Kann durchaus sein, dass ich genau so viel mehr koche dass die Einsparung der Sparlampen verpuffen. Die sollten ja zumindest ihre Mehrkosten reinbringen, sonst wäre es ja eine Umweltsünde.

Mit den Stromversorgern ist es wie mit der Bahn oder anderen Quasi-Monopolisten. Wird im Lauf der Zeit immer weniger konsumiert, werden einfach die Preise entsprechend erhoht, damit der Umsatz insgesamt zumindest nicht weniger wird (und bei AGs soll auch noch eine kleine laufende Steigerung drin sein), und droht irgendwann doch echter Wettbewerb, erhöht man einfach die Netzgebühr. Solange man seinen Strom nur per Liefervertrag von wenigen - vermutlich inoffiziell kooperierenden - Anbietern beziehen kann, wird sich daran nichts ändern, da bei diesem Modell der Kunde reiner Preisnehmer ist. Anders wär's natürlich, wenn man sich z.B. bei Amazon oder auf Ebay Kontingente von beispielsweise 1000, 2500, 5000 oder 10000 kWh besorgen könnte...

als wuerde sich

die wer ansehen

Im Grunde sind diese bunten Riesenzettel sogar kontraproduktiv. Ich hab z.B. grad eben für einen Bekannten eine technisch gute und v.a. möglichst energieeffiziente Klimaanlage gesucht und bin dabei fast verzweifelt. Hier in Rom hat man's ja bekanntlich mit Regeln und Vorschriften und so klebten auch tatsächlich überall diese Zettel. 100% aller Geräte Klasse A (was anderes gibt's ja sowieso nicht mehr), dafür kaum noch irgendwelche aussagekräftigen technischen Daten. Für die mußte ich jedesmal das winzige Label am Gerät oder der Verpackung ausfindig machen, falls zugänglich. Und dort gabs eklatante Unterschiede (~650W bis 1.200W bei gleicher thermischer Leistung). Aussagekraft ungefähr wie bei einem hauseigenen "Bio-Siegel" ...

:) ja, wahrscheinlich

vor allem aber, es ist fast unmoeglich, dies in "Geld" umzurechnen. Also, was kostet die Std Betrieb

Ja, genau deshalb galt mein Interesse auch den technischen Daten, und nicht irgendwelchen "Grünen A".

0,2 * kW-Nennleistung * Vollast-Betriebsstunden = Energiekosten in EUR. So einfach wär's mit den technischen Daten, aber die stehen leider fast nirgends mehr gut lesbar dabei. Stattdessen haben nun alle Geräre die bis auf Marke, Modellnummer und Preis weitgehend identen "Energieausweise" im Regal, und wer die wirklichen Daten haben möchte, muß sie sich erst mühsam zusammensuchen. Noch ein Grundmehr, lieber gleich nur noch online einzukaufen...

:) ja

auch wenn ich nicht glaube, dasz es viele gibt, die den Preis "ihrer" kwh kennen. Ich jedenfalls nicht

Vergleich

Der Preis der kwH ist mir aber eh ungefaehr wurscht, beim Geraetekauf.
Eines das doppelt so viel braucht wie ein anderes braucht doppelt so viel - egal, wieviel das in Euro ausmacht.
Man sollte halt bedenken, dass manche Geraete wenig laufen (Mixer, Bohrmaschine) andere sowieso kaum was brauchen (Licht). Da ist das auch nicht so wesentlich wie viel die brauchen, da ist mir Ergonomie oder Leistung wesentlich wichtiger.

ja,

eh u. so gewaltig sind die Unterschiede nun auch wieder nicht

Ist aber relativ einfach rauszufinden ...

wenn man will. Einfach auf die Rechnung des Energieanbieters schauen oder bei jenem anrufen das die einem die derzeiten kosten / kwh sagen.

so einfach

ist das auch wieder nicht. Spartarif, volltarif u. nach 22 Uhr ist es billiger. Jedenfalls hier in Italien aber auch die Rechnungen in Wien sind eine Wissenschaft fuer sich

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