Börse Frankfurt eröffnet knapp behauptet

20. Juli 2012, 09:58
posten

Gewinnmitnahmen vor Wochenende - Deutsche Post nach Medienbericht knapp zwei Prozent im Minus

Dax geht zum Wochenschluss die Puste aus

* Anleger warten auf Signale für QE3

* Verkaufsempfehlung lastet auf RWE

* Chefwechsel macht HeidelDruck-Anleger glücklich

(Neu: Post, Telekom, Händler)

Frankfurt, 20. Jul (Reuters) - Zum Wochenschluss ist Ruhe am deutschen Aktienmarkt eingekehrt: Der Dax pendelte am Freitag bei schwachen Umsätzen um seinem Vortagesschluss von 6758 Zählern. Am Vortag hatte er noch 1,1 Prozent fester geschlossen. "Die Luft ist raus", sagte ein Händler. Auf Wochensicht kommt das deutsche Börsenbarometer auf ein Plus von gut drei Prozent. "Die Anleger hoffen weiter auf eine neue Konjunkturstütze der US-Notenbank Fed, aber solange nicht klar ist, ob sie kommt, warten die Investoren nun lieber ab", ergänzte der Börsianer.

Aus Sicht von Helaba-Analyst Ulrich Wortberg dürfte vor allem die Entwicklung des US-Arbeitsmarktes entscheidend für die Geldpolitik sein. "Und die jüngst veröffentlichten Zahlen (Jobless Claims, regionale Beschäftigungssubindizes) lassen allenfalls auf einen moderaten Stellenaufbau im Juli hoffen", sagte er. Die Fed entscheidet das nächste Mal am 1. August über ihren weiteren Kurs.

Keinen guten Tag erwischten die Aktien von RWE : Nach einer Verkaufsempfehlung der UBS verloren sie im Dax bis zu 3,4 Prozent auf 32,72 Euro. Die Analysten rechnen damit, dass es bis 2020 kein Gewinnwachstum gibt. Sie setzten die Aktien auf "Sell" von "Neutral" und senkten das Kursziel auf 28 (30) Euro. E.ON, die die UBS mit "Buy" bewertet, notierten 1,3 Prozent schwächer.

 

VODAFONE ZIEHT TELEKOM MIT NACH UNTEN

Auf Telekom -Aktien waren die Anleger ebenfalls nicht gut zu sprechen. Im Sog enttäuschender Vodafone -Zahlen gaben die Papiere 1,5 Prozent nach. Das organische Wachstum des britischen Unternehmens lag mit 0,6 Prozent im ersten Geschäftsquartal unter den Erwartungen von Analysten, die im Schnitt ein Plus von 0,9 Prozent vorausgesagt hatten. Vodafone verbilligten sich in London um 2,9 Prozent.

Die Deutsche Post litt am Freitag unter den möglichen Auswirkungen der Neckermann-Pleite. Die Aktie gab 1,9 Prozent nach. Das "Handelsblatt" hatte berichtet, dass dem Konzern Abschreibungen im hohen zweistelligen Millionenbereich durch die Insolvenz des Versandhändlers drohen. Ein Post-Sprecher erklärte, die Fachleute im Konzern prüften derzeit, ob es Auswirkungen gebe, und wenn ja, welche. Analysten zeigten sich zuversichtlich: "Wir glauben nicht, dass sich die Prognose von 2,5 bis 2,6 Milliarden Euro (Ebit) in diesem Jahr ändern wird", hieß es in einem Kommentar der DZ Bank. Aus Sicht der Experten von Silvia Quandt Research wären die möglichen Abschreibungen ohnehin nur Einmaleffekte. Die Aussichten für das Geschäft blieben insgesamt positiv.

Von sich Reden machte auch HeidelbergerDruck. Der frühere Chef des Duft- und Aromenherstellers Symrise, Gerold Linzbach, soll zum 1. September das Ruder übernehmen und Bernhard Schreier an der Firmenspitze ablösen. "Der neue CEO ist als Sanierer bekannt und dies sollte den Weg für weitere Restrukturierungen ebnen. Wir betrachten die aktuellen Bemühungen als unzureichend," schrieb DZ-Bank-Analyst Jasko Terzic in einem Kommentar. Die Aktien legten um bis zu 7,8 Prozent auf 1,12 Euro zu.

(APA, 20.7.2012)

Share if you care.