Stepic gegen weiteren Raiffeisen-Kapitalaufbau

Die OeNB empfiehlt empfiehlt den heimischen Banken mehr Eigenkapital, RBI-Stepic hält dies für nicht sinnvoll

Wien - Die börsenotierte Raiffeisen Bank International (RBI) arbeitet derzeit an einem Sparprogramm, das Filialkürzungen und einen Mitarbeiterabbau nach sich ziehen wird. Dass die strengen Kapitalvorgaben der europäischen Aufsicht EBA dauerhaft gelten sollen, hat Raiffeisen nicht überrascht. Bedenken äußerte RBI-Chef Herbert Stepic im Interview im "WirtschaftsBlatt" (Freitag) zu Anregungen der Notenbank, die Großbanken mögen weiter Kapital aufbauen.

Raiffeisen hat die von der EBA per Ende Juni vorgegebene neue Kapitalvorschrift (9 Prozent hartes Kernkapital) erfüllt. Dass diese 9 Prozent weiter gelten, hat Stepic erwartet. "Alles andere wäre eine Überraschung gewesen."

Weiterer Kapitalaufbau

Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat den heimischen Großbanken empfohlen, weiter Kapital aufzubauen. Befragt, ob die RBI dem Wunsch nachkommen wird, sagte Stepic: "Ich muss ehrlich sagen, dass ich das nicht für sinnvoll halte, vor allem in einer Zeit, wo die Marktgegebenheiten gegen Kapitalaufnahmen sprechen".

"Wir haben nach wie vor einen schlecht funktionierenden Aktienmarkt", gab der RBI-Chef zu bedenken. Auf der anderen Seite forderten die Regulatoren wie die EBA eine Kapitalerhöhung innerhalb von sieben Monaten "und der Staat versteuert uns über die Bankensteuer das Geld weg. Wir werden von drei Seiten kontradiktorisch gefordert." 

Bankenaufsicht bei der EZB

Für sinnvoll hält der Banker den Vorschlag, die Bankenaufsicht künftig bei der Europäischen Zentralbank (EZB) anzusiedeln. Das sei "wesentlich sinnvoller als bei der EBA". Stepic tritt für ein Zusammenziehen von Geldmarktstabilität und Bankenaufsicht ein.

Vom aktuellen Sparpaket im RBI-Konzern sind keine Märkte ausgenommen. "Wir wollen nicht nur keine Kostensteigerung, sondern eine flache Kostenentwicklung haben, und das auf Eurobasis, stellte Stepic fest. "Damit solle die Inflation in der gesamten Gruppe abgefedert werden. Das bedeutet auch Filialkürzungen und Personalabbau. "Das werden nicht mehr riesige Ziffern sein. Personalmäßig wird das aber in allen Ländern ein Thema sein."

Russland werde absolut der Haupttreiber für die RBI bleiben, bekräftigte der RBI-Chef. "Das ist meiner Meinung nach das zweite Rückgrat für uns." 

Stabile Kreditraten

Bei den notleidenden Krediten der RBI geht er im heurigen Jahr von stabilen Raten aus. "Wir haben Länder, die sich schlecht entwickeln wie Ungarn oder langsam erholen wie die Ukraine oder Länder, die sich sehr rasch erholen wie Russland. Dort haben wir hohe Reserven aufgelöst."

Österreich entwickle sich auch gut, weil es keine Schadensfälle gebe. In Ungarn dürfte die neue Transaktionssteuer die Bank etwas über 30 Mio. Euro kosten. Frisches Kapital werde die Ungarn-Tochter heuer keines brauchen, sie bleibe jedoch leider in der Verlustzone. Kein neues Geld brauche die Tochter in Slowenien, die sei ausreichend kapitalisiert.

Euroaustritt immer noch 50:50

Im Frühjahr hat Stepic die Chancen auf einen Euro-Austritt Griechenlands mit 50 zu 50 beziffert. Daran habe sich leider nichts geändert. "Der Euro-Austritt ist für das betroffene Land und die anderen Staaten die teuerste und unbequemste Lösung. Daher werden sie alles tun, um das hintanzuhalten."

Auf die Frage, wie lange er den Job als Vorstandsvorsitzender der RBI noch machen will, sagte Stepic, er "bleibe, solange es die Aktionäre wollen und bis das Riesenschiff wieder in ruhigen Gewässern fährt. Ein vorzeitiger Rücktritt wäre verantwortungslos." (APA, 20.7.2012)

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15 Postings
Ich bekomme den Verdacht nicht los,

dass da die Mutter nicht verwässert werden will, koste es was es wolle.

na wer braucht schon reserven in den zeiten

wo der markt so blüht wie ein algenteppich.
ich mach mir keine sorgen, dass die an die wand fahren mit dem chef ....

das glaub ich, dass er die aufsicht bei der ezb haben will nona. drum sitzen wir in der schei***e.

Missverständnis???

Mit "Reserven auflösen in Russland" dürften wohl Auflösung von Kreditwertberichtigungen gemeint sein (siehe letzten Quartalsbericht der RBI, Segment Russland hat keine Neudotierung von Kreditwertberichtigungen) , i.e. die Ausfälle in Russland waren nicht so hoch wie angenommen.

EZB sollte auch ihnen lieber sein als EBA. Letztere handelt rein betriebswirtschaftlich und schreit ohne Rücksicht auf volkswirtschaftliche Auswirkungen nach höheren Eigenmittelquoten (die zu Kreditvergabeengpässen und damit Geldmengenreduktion führen). EZB hat da einen bißchen weiteren Horizont.

Ich halte den Kapitalaufbau auch nicht für sinnvoll.

Die Banken arbeiten durchwegs mit fremden Geld und das soll so bleiben.

Ich würde nur die Haftung für die Vorstände ausweiten, wenn sie Mist bauen.

Das Kapital kommt dann von selbst. :)

Der Stepic hat aber nicht viel zusammengebracht für die Aktionäre, zur Ausgabe kostete die Aktie um einiges mehr, wieso ist der Versager noch im Amt?

Bedank Dich bei der EBA

Fast alle Bankaktien notieren derzeit unter dem buchmäßigen Eigenkapital. Die Ursache dafür liegt an erhöhten Eigenmittel(EM)anforderungen in Kombination mit Ertragswertbewertungsverfahren.

Wenn ich von einem Unternehmen doppelt so viel EM verlange um die gleichen Erträge zu produzieren, dann bleibt der Ertragswert konstant, aber der Wert der alten Eigenmittel halbiert sich. Durch die Ertragswertmethode kommt es zum Paradox, dass der Wert eines Unternehmens gleich bleibt, wenn zusätzliche EM nicht dazu verwenden werden dürfen um neues Geschäft zu machen.

Kapitalmärkte antizipieren eine Kapitalerhöhung und damit Verwässerung der Alteigentümer ein, was zu den derzeit niedrigen Kursen führt.

Weil er zum Geldadel gehört.

It's time for a revolution, Che! :)

kann der ruhig schlafen?

bei den beträgen die im osten als kredite vergeben wurden?

stepic verläßt sich wieder einmal auf väterchen staat, der aber selbst pleite ist.

Das heißt, 91% aller Kredite die RBI vergeben haben, bestehen aus erfundenem Geld. Geld für das es keine einzige Wertsicherung (Gold, Diamanten, Blondinen etc.) gibt. Nichts gibts dafür.

Wer also so einen Kredit bei einer Bank aufnimmt, verkauft seine Schuld an ein Institut das einem nichts dafür gibt!

Blödsinn...

... dahinter steht das Vertrauen, dass der Großteil der Kreditnehmer sinnvoll investiert und wieder zurückzahlen kann.

So wars halt früher mal.

Und was hat deine Aussage jetzt mit meiner zu tun? Nichts! Ich habe mit keinem Wort gemeint, dass ein Kredit NICHT darauf beruht, dass er vom Kreditnehmer getilgt wird. Und unabhängig von deiner Aussage ist richtig, dass 91% aller Kredite nur aus erfundenem Geld bestehen.

Aber das nette "Blödsinn" zeigt was für ein feiner Mensch du bist.

Über das schnell "Blödsinn" meditiere ich noch...

... denn als erfundenes Geld kann man den Kredit jedenfalls sehen, auch wenn dahinter ein Wert, wie die voraussichtliche Zahlungsfähigkeit des Klienten oder gar ein gut mit stabilem Wert (Haus?) steht.

Und so unfein möcht ich zu Dir halt auch nicht sein.

Dennoch: lediglich Gold als stabilen wert zu sehen kommt mir halt auch armselig vor - und es macht jene arm, die vor Gier nach Gold (das ja dann ident mit Geld ist) den Wert dessen nicht mehr sehen und schätzen können, was sie haben: Arbeitskraft, stabile Familienverhältnisse, attraktive Wohnregion,...

die Aktionäre

haha

also so lange wie der Konrad Nachfolger es meint das es gut ist. ;)

Stepic gegen weiteren Raiffeisen-Kapitalaufbau

von seiner warte aus gesehen hat er recht - wenn was bei den giebelkreulern schief geht, müssen ohnehin wir steuerzahler blechen ... (wozu hält man sich schon einen haufen vaupen)

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