Europas Leitbörsen schließen mit starken Verlusten

20. Juli 2012, 18:35
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Rekordzinsen für spanische und italienische Anleihen schüren Ängste

Wien - Die europäischen Leitbörsen haben sich am Freitag mit deutlichen Verlusten ins Wochenende verabschiedet. Der Euro-Stoxx-50 büßte 65,12 Einheiten oder 2,83 Prozent auf 2.237,33 Zähler ein. Besonders deutliche Verluste von über vier bzw. fünf Prozent sahen die Indizes in Mailand und Madrid. Nach moderaten Verlusten und Gewinnmitnahmen im Frühhandel schickten schlechte Nachrichten von den spanischen und italienischen Anleihenmärkten Europas Börsen ab Mittag deutlich nach unten.

In Spanien stieg der Risikoaufschlag für heimische Staatsanleihen zu deutschen Papieren mit zehnjähriger Laufzeit auf einen Rekordwert und die Zehnjahresrendite kletterte wieder über die kritische Marke von sieben Prozent. In Italien stieg der Effektivzins für entsprechende Anleihen auf mehr als sechs Prozent. Ein Händler sagte, dass dies die Problematik Europas und seiner Sorgenkinder wieder zurück auf die Agenda bringe. Zudem sei an diesem Freitag ein kleiner Verfallstermin auf Aktien und Aktienindizes, der sich ebenfalls bemerkbar gemacht habe.

Fast alle im Euro-Stoxx-50 enthaltenen Aktien schlossen tiefer. Im Branchenvergleich innerhalb des Stoxx-600 hielten sich die Touristik- und Pharmatitel mit Abschlägen unter einem halben Prozent noch am besten. Die Bankentitel kamen auf durchschnittliche Abschläge von knapp vier Prozent und notierten damit am schwächsten. Generali rutschten um 8,82 Prozent auf 9,10 Euro ab. Papiere der spanischen Geldinstitute BBVA und Banco Santander gaben jeweils um mehr als sieben Prozent nach. Auch Aktien anderer spanischer Unternehmen wie etwa Telefonica (minus 7,44 Prozent auf 9,209 Euro) verbuchten kräftige Verluste.

Impulse kamen auch von der Ergebnisberichtssaison. So verfehlte der weltgrößte Mobilfunkkonzern Vodafone wegen eines schwachen Geschäfts in Südeuropa im ersten Quartal des Geschäftsjahres die Umsatzerwartung. Die Papiere verbilligten sich um 1,67 Prozent auf 180 Britische Pence. Die Experten von S&P Equity senkten ihre Einstufung für den Titel von "Buy" auf "Hold" und kappten das Kursziel von 200 auf nunmehr 190 Pence.

In Schweden sorgten Geschäftszahlen hingegen für Auftrieb beim Scania-Kurs. Der Auftragseingang beim zu VW gehörenden Lkw-Produzenten war im zweiten Quartal weniger eingebrochen als befürchtet. Die Papiere stiegen um knapp vier Prozent.

Dem negativen Markttrend entziehen konnten sich auch die Papiere des niederländischen Brauereikonzerns Heineken, der für umgerechnet rund 4,1 Mrd. Dollar weitere Anteile an dem Bierbrauer Asia Pacific Breweries (APB) aus Singapur übernehmen will. Die Heineken-Aktien verteuerten sich um 0,78 Prozent. (APA, 20.7.2012)

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