Hagelsturm versperrte Rückweg: Wanderinnen in Bergnot

20. Juli 2012, 09:54
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Steig war vollständig mit Eiskörnern bedeckt - Im Tennengebirge verletzt sich ein Kletterer bei einem Sturz schwer

Salzburg - Das zunächst schöne Wetter hat am Donnerstag zahlreiche Freizeitsportler in die Berge gezogen und die Berg- und Flugrettung auf Trab gehalten. In Salzburg mussten am Nachmittag nach einem heftigen Gewitter zwei Wanderinnen mit dem Hubschrauber geborgen werden. Die beiden 24-jährige Freundinnen aus dem Salzburger Pongau waren am "Schafsteig", einem nicht markierten, alpinen Rundweg am Fuß der Mandlwände im Hochkönig-Gebiet, im Hagelsturm in Bergnot geraten.

Die beiden Frauen waren gegen 11.00 Uhr von einer Almhütte aus zu der Wanderung aufgebrochen, konnten aber nach längerer Wanderung wegen eines Schneefelds am Weg nicht mehr weiter. Sie entschieden, das Hindernis mangels geeigneter Ausrüstung nicht zu queren und kehrten um. Kurz darauf gerieten die beiden auf einer Seehöhe von etwa 1.800 Metern in ein heftiges Hagelgewitter. Die zwei Freundinnen fanden zwar unter einem Felsvorsprung Schutz, nach Ende des Gewitters war der Steig aber vollständig mit Hagelkörnern bedeckt.

Unverletzt per Seil gerettet

Wegen der hohen Absturzgefahr und der sich nach fünfstündiger Wanderung bemerkbar machenden Erschöpfung, verständigte eine der Frauen schließlich die Einsatzkräfte. Die Wanderinnen konnten gegen 17:00 Uhr unverletzt von der Bergrettung und dem Rettungshubschrauber "Martin 1" per Tau gerettet und zum Ausgangspunkt der Tour geflogen werden. Die beiden Frauen blieben unverletzt.

Kurz zuvor hatte bereits eine 67-jährige Salzburgerin die Polizei alarmiert. Ihr gleichaltriger Ehemann könne beim Abstieg vom Untersberg über den Reitsteig vor Erschöpfung nicht mehr weiter. Das Paar war zunächst mit der Seilbahn auf den Berg gefahren. Trotz eines aufziehenden Gewitters entschied sich der Pilot eines Polizeihubschraubers, den Mann mittels Seil zu retten. Ein Arzt der Bergrettung konnte zwar keine Hinweise auf ein ernsthaftes medizinische Problem feststellen, der 67-Jährige wurde aber sicherheitshalber zur Kontrolle ins Unfallkrankenhaus geflogen.

Verletzung bei Rettung

Schon Donnerstag früh war es im Salzburger Tennengebirge zu einem Kletterunfall gekommen. Ein 28-jähriger Lehrer aus St. Veit im Pongau war gemeinsam mit seinem gleichaltrigen Kletterpartner auf einer Route im achten Schwierigkeitsgrat in der Hochthron-Südwand unterwegs. Noch in der ersten Seillänge, kurz vor Erreichen des Standplatzes, brach dem sogenannten Vorsteiger gegen 9.50 Uhr ein Tritt aus.

Der Kletterer stürzte etwa zwölf Meter in das Sicherungsseil. Er schlug mit dem Fuß so hart auf einen Felsen auf, dass er sich am Sprunggelenk schwere Verletzungen zuzog. Er konnte von seinem Kletterpartner abgeseilt und erstversorgt werden und musste dann von Rettungshubschrauber "Martin 1" mit einem 100 Meter Tau gerettet werden. Der 28-Jähriger wurde ins Krankenhaus Schwarzach geflogen. (APA, 20.7.2012)

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