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Google geht es gut: Das Unternehmen konnte ein Plus von 2,8 Milliarden US-Dollar machen
Für Google läuft es im Online-Geschäft weiterhin rund: Die Werbemilliarden strömen nur so in die Kasse. Der jüngst übernommene Handyhersteller Motorola erweist sich allerdings als teures Vergnügen. Und dem Chef fehlt weiter die Stimme. Im zweiten Quartal verdiente die Nummer eins der Suchmaschinen-Betreiber unterm Strich 2,8 Milliarden US-Dollar (2,3 Milliarden Euro) und damit 11 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Geld kommt hauptsächlich durch die sprudelnden Einnahmen bei den bezahlten Suchtreffern herein. Ein zweites großes Standbein sind mittlerweile grafische Werbeanzeigen.
Larry Page hat Stimme verloren
Es sei ein "starkes Quartal" gewesen, erklärte Konzernchef Larry Page am Donnerstag laut Mitteilung. In der Telefonkonferenz fehlte er allerdings, nachdem Google schon andere öffentliche Auftritte von ihm abgesagt hatte. "Es gibt nichts Neues, Larry hat seine Stimme verloren", sagte Manager Nikesh Arora. Er führe aber weiterhin das Unternehmen. Was ihm genau fehlt, erklärt Google weiterhin nicht.
Online-Branche seit Steve Jobs empfindlich
Von der "New York Times" befragte Mediziner sagten, nur wenige gesundheitliche Probleme machten ein so langes Schweigen notwendig. Eine Möglichkeit könnten demnach Polypen auf den Stimmbändern sein. Die Online-Branche ist seit der zunächst geheimgehaltenen Krebserkrankung von Apple-Chef Steve Jobs empfindlich geworden, wenn Unternehmen Erkrankungen ihrer Top-Manager nicht schlüssig erläutern können.
Motorola fließt in Bilanz ein
"Dieses Quartal ist auch etwas Besonderes, weil nun Motorola ein Teil der Google-Familie ist", erklärte Page schriftlich. Der Konzern hatte Mitte Mai die 12,5 Milliarden US-Dollar schwere Übernahme des Handy-Herstellers abgeschlossen. Seitdem fließen die Motorola-Zahlen in die Bilanz ein.
Hohe Investitionen, starke Konkurrenz
Durch den Zukauf legte der Umsatz um satte 35 Prozent auf 12,2 Milliarden US-Dollar zu. Motorola ausgeklammert, lag das Plus immer noch bei 21 Prozent. Allerdings: Ohne Motorola wäre der Gewinn höher ausgefallen. Der Handy-Hersteller schreibt anhaltende Verluste angesichts hoher Investitionen in neue Smartphones und angesichts der starken Konkurrenz. Operativ verlor Google bei der neuen Tochter 233 Millionen Dollar.
Aktie stieg
Trotz der Motorola-Verluste lag Google mit seinen Zahlen über den Erwartungen der Analysten. Die bezahlten Klicks legten um 42 Prozent zu, wobei allerdings die Einnahmen pro Klick um 16 Prozent sanken. Das wird von Beobachtern als Folge der zunehmenden Nutzung mobiler Geräte gesehen, auf denen die Werbetarife niedriger sind. Nachbörslich stieg die Aktie um 2,7 Prozent.
Android als Marktführer
Google hatte Motorola geschluckt und war damit zum Hardware-Hersteller geworden, um seinen Vorstoß ins Smartphone-Geschäft abzusichern. Das Handy-Urgestein hält viele grundlegende Patente, die Google in den laufenden Patentstreitigkeiten hilfreich sein können. Google ist mit seinem Smartphone-Betriebssystem Android mittlerweile Marktführer, da es in zahlreichen Geräten unterschiedlichster Hersteller steckt.
Gut gefüllte Kriegskasse
Größter Rivale und Gegner im Patentkrieg ist Apple mit seinem iPhone. Die Kriegskasse von Google ist dabei gut gefüllt: Ende Juli hatte Google 43,1 Milliarden US-Dollar auf der hohen Kante. Nachdem die Summe über lange Zeit immer weiter gestiegen war, schrumpfte sie allerdings in den vergangenen drei Monaten um 6,2 Milliarden US-Dollar. Aus diesem Topf hat Google den Motorola-Kauf bezahlt. (APA, 20.7.2012)
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