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Ausgegraben: Ernst Pernicka, Grabungsleiter
Ulm/Tübingen - Die Türkei hat der deutschen Universität Tübingen die Grabungsgenehmigung für die berühmte Ruinenstadt Troja nach Angaben der "Südwest Presse" (Freitag) verweigert. Das Wissenschaftler-Team um Professor Ernst Pernicka erhielt für das Jahr 2012 lediglich eine Lizenz zur Restaurierung und Konservierung der antiken Stadt.
Als Grund für die erstmalige Verweigerung der Grabungslizenz seit Beginn der Tübinger Troja-Forschungen im Jahr 1988 vermuten Archäologen den Streit zwischen der Türkei und Deutschland um Altertümer, die aus Anatolien stammen und von deutschen Museen verwahrt werden, wie die Zeitung weiter meldet.
Während einer Konferenz in Ankara Anfang Juni sind die in der Türkei tätigen deutschen Archäologen nach Informationen der Zeitung von einem Regierungsvertreter aufgefordert worden, auf deutsche Museen dahingehend einzuwirken, dass sie die von der Türkei beanspruchten Kunstschätze herausgeben. (APA, 19.7.2012)
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Wenn die deutschen Grabungsteams von der Ehrlichkeit der deutschen Regierung abfärben, dann ist die Haltungs der türkischen Behörden mehr als verständlich:
http://www.format.at/articles/... d-gewinner
Denn was in der Euro-Politik seitens der Deutschen Regierung betrieben wird, ist nichts weniger als ein Raubzug. Zugegeben, oberflächlich geschminkt.
Man muss beide Seiten verstehen!
Türkei: Die kommen sich eben dumm vor, falls antike Objekte aus der Türkei plötzlich im Ausland präsentiert werden. Da haben sie auch gar nicht mal so Unrecht. Diese sollten dem Land zurückgegeben werden, auch wenn das paar Leute nicht verstehen und gleich die Türkei im Allgemeinen attackieren.
Deutschland: Sehr viel Mühe und Schweiß wurden bei diesen Orten (Sei es Troja, Ephesos oder Göbeklitepe) aufgebracht und jetzt soll Schluss damit sein? Ich würde das jetzt nicht so radikal wie "thomas 2" sagen (thomas 1 gab es wohl nicht?), aber die Deutschen hatten eine wichtige Postion bei der Entdeckung solcher alten Ruinen.. SCHADE!
Ephesos wurde und wird durch das österreichische Archäologische Institut (ÖAD) ergraben und gesichert - und das bereits seit 1895. http://de.wikipedia.org/wiki/Ephesos
Auch wenn Deutschland und Österrereich Unsummen an Steuergeld für "Grabungslizenzen" ausgibt, um den Türken ihre Altertümer auszugraben zu dürfen, wird der Widerstand der Türken täglich größer.
Erst im Februar schrieb "Hürriyet" bezüglich der deutschen Grabung in Göbeklitepe, wo während der Grabung eine unbezahlbare Stele verschwand:
"Die von Ausländern geleiteten Grabungen werden schlampig geführt und vernachlässigt. Wir lassen uns bestehlen, wir lassen uns ausplündern, und wir werden erst stutzig, wenn wir unsere Sachen in den Museen anderer Länder sehen."
Die Ära koloniale Ausgrabungen, von Troja bis Ephesos findet endlich ihr Ende. Die Türken wollen einfach nicht mehr, aus welchen Gründen auch immer, und das ist zu respektieren.
Sorry, aber Sie kennen sich offensichtlich nicht mit türkischer Grabungs-"Methodik" aus. Ich grabe in der Türkei für das ÖAI und habe einige türkische Grabungsstätten gesehen: Da wird meterweise nur mit bagger runtergeschaufelt, einzige Artefakte die für Datierung herangezogen werden sind Münzen und Inschriften....also keine Keramik (die noch immer datierungsgrundlage ist)
Und von einer Stratigrafischen Arbeitsweise braucht man gar nicht anfangen.
Es wäre eigentlich ein Verbrechen den Türken alles zu überlassen, die zerstören so schon genug.
ich auch nie bestritten u. solange die "nur" graben ist das sicher in Ordnung bzw. liefern die zweifelsfrei hervoragende Arbeiten. Ich sehe das Problem eher in der Verwaltung. Bislang koennen die tr. Behoerden die Erlaubnis erteilen o. eben nicht. Den Rest machen Oesterreicher o. Deutsche. Wenn so eine Behoerde dann auch noch den Grabungsleiter bestellen musz steigt das Risiko enorm, dasz der Neffe des Abteilungsleiters, seines Zeichens Archeologiebummelstudent, auf eben diesen Posten berufen wird. Aehnlich verschidener Prof. an Universitaeten suedlich der Linie Rom - Pescara
Die Qualität der "tuerkischen Teams" kann ich nicht beurteilen. Aber ich bin ziemlich sicher, sie auch nicht.
Aber selbst wenn die Deutschen um Welten besser wären: Das sind nun mal die Kulturgüter der Türkei.
Wie würden sie es denn finden, wenn "tuerkische Teams" am Magdalensberg rumgraben würden?
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