"Fall Oliver": Prozess im September in dänischem Pflegschaftsgericht

    19. Juli 2012, 19:50
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    "Kurier": Schreiben von dänischem Justizminister soll Grazer Mutter freies Geleit zusichern

    Graz (APA) - Im "Fall Oliver" soll es am 6. September zu einem entscheidenden Prozess beim Pflegschaftsgericht im dänischen Helsingor kommen. Laut "Kurier" liege außerdem ein Schreiben des dänischen Justizministers vor, wonach die Grazer Mutter des Buben freies Geleit zu dem Termin bekommen soll. Der Mutter reiche das aber nicht, denn sie habe "das dänische System angegriffen".

    Oliver war am 3. April der Mutter vor einem Kindergarten in Graz-Eggenberg vom Vater und einem Helfer entrissen, in ein Mietauto gezerrt und nach Dänemark gebracht worden. Der auf diese Weise eskalierte Obsorgestreit mit wechselseitigen Vorwürfen der Kindesentziehung beschäftigt seither Behörden, Anwälte und Gerichte in beiden Ländern: Am 12. Juli erhob die Staatsanwaltschaft Graz Anklage gegen den dänischen Vater des fünfjährigen Buben und zwar wegen schwerer Nötigung sowie Freiheitsentziehung.

    Der "Kurier" berichtete weiters von Vermittlungsgesprächen auf diplomatischer Ebene, die im Hintergrund laufen würden. Ein Vergleichsangebot des Vaters würde vorliegen, wonach Oliver in Dänemark in die Schule gehen soll und die Mutter ihn dafür während der Ferien immer bei sich haben dürfe. Darauf lasse sich die Grazerin aber erst gar nicht ein: "Ich will Oliver so schnell wie möglich wieder bei mir haben. Er wurde seiner Grazer Familie brutal entrissen." Somit könnte es in Helsingor im September zur Entscheidung kommen. Mit dabei sein sollen laut dem Bericht die dänische Wahlverteidigerin der Mutter, ihre österreichische Anwältin, ein Dolmetscher sowie zwei Vertreter der österreichischen Botschaft. (APA, 19.7.2012)

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