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Springfield/Washington - Es war eine ungewöhnliche Kulisse, die sich Pat Quinn für seine Pressekonferenz ausgesucht hatte. Ein Maisfeld mit verkümmerten Pflanzen, der Boden trocken und rissig. Der Gouverneur von Illinois war in den Süden seines Bundesstaates gereist, in ein Nest namens Waltonville, um medienwirksam Alarm zu schlagen. In der einen Hand hielt er einen normal großen Maiskolben aus dem Supermarkt, in der anderen einen, der kaum dicker war als ein Wiener Würstchen und so etwas wie das Symbol der drohenden Missernte sein sollte. "Eine solche Dürre hatten wir noch nie", sagte Quinn und versprach verzweifelten Farmern Katastrophenhilfe.
Bereits seit Mai hatte es wenig geregnet, ab Ende Juni folgten Hitzewellen, die das Quecksilber selbst an den Großen Seen über Tage hinweg auf fast 40 Grad Celsius klettern ließen. Nach Angaben des nationalen Klimadatenzentrums NCDC sind 55 Prozent des US-Festlands (ohne Alaska) von der Trockenheit betroffen. Das letzte Mal litt eine vergleichbare Fläche 1956 unter Wassermangel. Am schlimmsten ist die Lage in den Rocky Mountains, im Tal des Ohio River und in der Prärie im Mittelwesten, der Kornkammer des Landes.
Erinnerungen an "Dust Bowl"
Auf der Höhe von Memphis nähert sich der Pegel des Mississippi historischen Tiefstständen. Westlich des Stroms, in den Great Plains, werden Erinnerungen an die "Dust Bowl" der Dreißigerjahre wach. Damals wehten Stürme die ausgetrocknete Erde der "Staubschüssel" bis an die Atlantikküste, worauf ruinierte Bauern massenhaft gen Westen zogen. Mit der Figur des Tom Joad, aus Oklahoma geflohen, in Kalifornien gestrandet, hat John Steinbeck der Völkerwanderung ein literarisches Denkmal gesetzt.
Das Kabinett Barack Obamas rechnet mit Erträgen, die um zwölf Prozent unter dem statistischen Durchschnitt liegen. Das knappere Angebot wird die Preise nach oben treiben, für Tacos und Tortillas, für Futtermittel und Fleisch, für Stärke und Ethanol, das in den USA dem Benzin beigemischt wird. Die weltweiten Folgen zeigen sich bereits an der Pariser Warenterminbörse: Seit 22. Juni ist der Weizen-Future um 27 Prozent auf 261 Euro pro Tonne gestiegen. Der Maiskontrakt schnellte im gleichen Zeitraum um 36 Prozent auf knapp 8 Dollar (6,51 Euro) je Bushel (rund 25 kg).
Ein Zusammenhang zwischen Hitze, Dürre und Klimawandel ist umstritten. Viele Republikaner wie der Senator James Inhofe, halten Szenarien globaler Erwärmung für Schwindel. Der Klimaforscher Thomas R. Karl, Direktor des NCDC, dagegen sieht in der Emission von Treibhausgasen eine " wichtige Komponente" zur Erklärung der Rekordhitze. (Frank Herrmann, DER STANDARD, 20.7.2012)
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globaler Völkerwanderungen...
...oder Zusammentreffen von Sonnenmaximum, höherer Treibhausgaskonzentration, niedriger Meer-Gipskonzentration, globaler Wetterkonstellation und anderer, noch unbekannter Faktoren?
Treibhausgas-Wahnsinn, landwirtschaftliche Industrieproduktion, Regenwald in Weidefläche für Antibiotika-Rindfleischberge verwandeln, Bienen-tötendes Gen-Getreide, u.s.w. fordern ihren Tribut.
Hoffentlich wächst sich das nicht zu einer humanitären Katastrophe aus.
"Klimakatastrophe feuert Spekulation auf Getreidepreise an."
Aber die Verharmlosung hat schon Tradition.
Als wegen dem El Nino allerlei Abschaum im Anzug rücksichtslos auf die Getreidepreise spekuliert hat, hat man das auch "grosszügig" unter den Tisch fallen lassen.
knut hamsun: landstreicherromane. da gab's in norwegen offenbar einmal eine hungersnot, weil - damals - in amerika die getreidepreise durcheinander geraten waren.
so harmlos wäre demnach die sache nicht. da mögen die ernten bei uns präsentabel sein, wenn der weltmarkt die preise bestimmt, trifft es auch uns, nämlich mich und dich.
Knut Hamsun? Dieser Bewunderer Hitlers, der Rechtfertiger der Konzentrationslager?
Da war die Hungersnot wohl Fake und Ausdruck Göbbelsscher Propaganda!
Und überhaupt: den Klimawandel gibts erst, seitdem die FPÖ gegen ein flächendeckendes Parkpickerl ist...
wenn diese meldung, insbesondere von ihnen, nicht gekommen wäre. sie haben hamsun wohl nicht gelesen, wa?
tun sie mir einen gefallen, und geben sie sich, u n v o r e i n g e n o m m e n, der lektüre dieser 800 seiten hin. vielleicht nicht jetzt, im ereignisreichen sommer, sondern eher entlang langer winterabende.
sie werden sehen: sie werden eine ganz anderen blick auf die welt bekommen...
tut übrigens auch nicht weh!
Hamsun (aber welche seiner Bücher waren das? Ist lange her) stand zwischen Sven Hedin und Dumas' Grafen von Monte Christo. Und gelesen hab ich nicht nur an langen Winterabenden.
Meine Eltern haben Hamsun sicher nicht wegen des "Gedankenguts" gelesen, eher wegen der darin enthaltenen Sozialkritik. Und in dem Bücherregal war nebenbei sicher der halbe Globus-Verlag. Und mir war oft fad, also hab ich auch die Landstreicherromane gelesen.
Eigentlich wollte ich mich mit dem Nazi-Hinweis über jene, die sich von nationalsozialistischen Gedankengut verfolgt fühlen lustig machen. Die haben alle noch nicht behirnt, daß in einem deppaten Videospiel mehr davon drinnensteckt als in einem Soldaten aus Marmor.
dennoch komme ich nicht umhin, hamsun als großartigen romancier zu empfehlen. ob er nun, in puncto eigener gesinnung, nazi gewesen ist oder nicht, lasse ich dahingestellt.
versuchen sie doch einmal, abgesehen davon, einen so großen bogen zu spannen und einzelne schicksale mit übergeorneten befindlichkeiten auf solch unaufdringliche weise zu verweben, daß auch noch ein angenehm lesbares stück daraus wird (landstreicherromane).
und das quorum, welches ihm für "segen der erde" den nobelpreis verliehen hat, wird ja wohl auch nicht nazi-affin gewesen sein, oder? da hat man ganz einfach dem genius eines schreibers tribut gezollt.
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