Atzenbrugg und Amerika

Bernd Wiesberger ist das Zugpferd der Lyoness Open und wälzt große Pläne - Prominentester Gast: Jewgenij Kafelnikow

Atzenbrugg - Der prominenteste Golfer bei den Lyoness Open ab 25. Juli in Atzenbrugg bei Tulln ist ein Tennisspieler. Oder halt ein ehemaliger Tennisspieler. Jewgenij Kafelnikow beehrt kommende Woche die 2648-Einwohner-Gemeinde im Tal der Perschling, und er beehrt vor allem den Diamond Country Club. Der 38-jährige Russe hat in seiner Tennis-Karriere neben Olympia-Gold 2000 in Sydney sowie zwei Grand Slams auch den Daviscup gewonnen. Als Golfer ist er nicht ganz so erfolgreich, für Atzenbrugg wäre er nicht qualifiziert gewesen, die Einladung nahm er dankend an. "Mittlerweile hat er jede andere Tätigkeit eingestellt und spielt nur noch Golf", erzählt Herwig Straka, der Promoter der Lyoness Open.

Kafelnikow ist kaum der Cut zuzutrauen, Favoriten sind andere, etwa der Franzose Thomas Levet. Von den British Open wird auch Manuel Trappel ins Tullnerfeld kommen. Der Vorarlberger führt dort eine starke Amateurabordnung an, der u. a. auch Matthias Schwab angehört.

Im Kampf um das Preisgeld hoffen die Veranstalter und die Zuschauer vor allem auf Bernd Wiesberger. Dem Burgenländer ist heuer mit seinem Tour-Sieg in Südkorea der Durchbruch gelungen, schon im Vorjahr hat er als Fünfter in Atzenbrugg sein Potenzial beim Heimturnier gezeigt. Direkt nach den Lyoness Open wird Wiesberger erstmals auf der US-Tour antreten. Der 26-Jährige bestreitet das mit 8,5 Millionen Dollar dotierte WGC-Invitational in Akron (Ohio) und wälzt große Pläne. " Vielleicht schaffe ich ja die Qualifikation für die PGA-Championship und kann gleich anschließend auch mein erstes Major spielen."

Markus Brier hingegen hofft in Abwesenheit des an beiden Hüften operierten Martin Wiegele auf seinem Heimatplatz auf eine Wende. Der Wiener, der das Turnier 2006 gewonnen hat, blickt auf sechs verpasste Cuts in Folge zurück. "Momentan läuft's richtig scheiße", gesteht Brier. " Ich muss schauen, dass ich den Ball wieder mal geradeaus und mein Spiel in den grünen Bereich bringe." Für den 44-Jährigen steht nicht wenig auf dem Spiel. Kann er sein Formtief nicht ablegen, droht das Karriere-Ende. Brier: "Derzeit schließe ich nichts aus."

Bemerkenswert ist die TV-Coverage von Österreichs höchstdotiertem Einzelsportevent (Budget drei Millionen Euro), das wegen Olympia diesmal schon von Mittwoch bis Samstag ausgetragen wird. Das Turnier wird täglich drei Stunden in ORF Sport plus zu sehen sein, die internationale Fernsehberichterstattung beträgt insgesamt bis zu 16 Stunden. Die Partnerschaft mit der Einkaufsgemeinschaft Lyoness (zwei Millionen Kunden weltweit) sichert Atzenbrugg im Tour-Kalender bis inklusive 2014 einen Termin. Tickets kosten 20 bzw. 30 (Finaltag) Euro, Jugendliche haben Gratiseintritt. (APA, fri, DER STANDARD, 20.7.2012)

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3 Postings

Soll froh sein, wenn er unter 90 bleibt.

Mehr als ein Marketing - Gag

ist der Kafelnikov wirklich nicht. Mich, als nicht Tennis-Fan, interessiert er mich nur wenig

Bissi zuglegt hat der Kafelnikov aber schon!!
Na bummm
http://www.atpchampionstour.com/blog6.html

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