Wiggins weiterhin im gelben Trikot

19. Juli 2012, 17:36
  • Bradley Wiggins behält auch nach der nebeligen 17. Etappe das gelbe Trikot.
    foto: dapd/ena

    Bradley Wiggins behält auch nach der nebeligen 17. Etappe das gelbe Trikot.

Ein extrem starker Teamkollege Froome befolgte erneut strenge Stallorder und wartete am Berg - Tagessieger Valverde

Peyragudes/Frankreich - Bradley Wiggins verlässt die Berge der Tour de France als souveräner Chef im Gelben Trikot. Nach der letzten Bergankunft der 99. Auflage auf der 17. Etappe in Peyragudes hat der britische Sky-Profi nicht zuletzt dank seiner Kapitänsrolle weiter 2:05 Minuten Vorsprung auf seinen zweitplatzierten Landsmann Christopher Froome.

Denn Edelhelfer Froome musste auf den letzten Kilometern des 143-km-Abschnitts am Donnerstag mehrfach auf seinen Chef warten, der nach dem Gewinn des ersten langen Zeitfahrens auch für die entscheidende Prüfung gegen die Uhr am Samstag als Favorit gilt. Den Tagessieg in den Pyrenäen sicherte sich der Spanier Alejandro Valverde.

Valverde kletterte solo zu seinem größten Erfolg seit dem Ablauf seiner zweijährigen Dopingsperre zu Jahresbeginn. Er hatte 35 Kilometer vor dem Ziel im Anstieg zum Port de Bales attackiert und wenig später auch seinen letzten Begleiter distanziert. Froome und Wiggins kamen dem Movistar-Profi im Finish noch bis auf 19 Sekunden nahe. Das Duo erwies sich nach der Klettertour über zwei Pässe der ersten und eine Bergwertung der höchsten Kategorie (Port de Bales) als unantastbar.

Nibali, Evans ohne Chance

Das Liquigas-Team des Italieners Vincenzo Nibali hatte zwar lange Zeit das Tempo in den Steigungen vorgegeben, um das Rennen für Wiggins und Froome schwer zu machen. Doch der Gesamt-Dritte war im Finale nicht in der Lage, eine Attacke zu starten. "Ich konnte keinen Druck machen, meine Beine haben geschmerzt, das ist enttäuschend", erklärte der Ex-Vuelta-Sieger, der als Tages-Siebenter sogar 18 Sekunden auf das Sky-Duo einbüßte und in der Gesamtwertung nun 2:41 Sekunden zurückliegt. Der Belgier Jurgen van den Broeck hat als Gesamt-Vierter 5:53 Minuten Rückstand.

Auf den letzten Kilometern des 15 km langen Schlussanstieg ins 1.605 m hoch gelegene Ziel machte Froome mächtig Tempo und zerriss die Gruppe der Besten der Gesamtwertung. Schließlich befand sich nur noch Wiggins am Hinterrad des Zweiten der Vuelta 2011. Froome wollte voll fahren, musste aber nach wenigen Metern mehrfach wieder abstellen, um auf seinen Kapitän zu warten. Immerhin zeigte er wie schon mehrfach zuvor, dass er in den Bergen der Stärkere ist. Im Zeitfahren hatte er als Zweiter nur 35 Sekunden auf Wiggins verloren.

Vorjahressieger Cadel Evans hatte seine Hoffnungen schon am Vortag begraben müssen. "Die Tour ist für mich vorbei", erklärte der 35-jährige Australier abgekämpft im Ziel. "Ich hatte vor dem Start Magenprobleme und wenn das zwei Stunden vorher passiert, kann man wenig tun", erklärte Evans, der am Donnerstag weitere Zeit einbüßte und als Gesamt-Sechster 9:57 Rückstand aufweist. "Die Dinge sind bei der Tour nicht so gelaufen, wie ich wollte, aber das Jahr ist noch nicht zu Ende." (APA, 19.7.2012)

17. Etappe: Bagneres-de-Luchon - Peyragudes (143,5 km): 1. Alejandro Valverde (ESP) Movistar 4:12:11 Stunden - 2. Chris Froome (GBR) Sky 0:19 zurück - 3. Bradley Wiggins (GBR) Sky 0:19 - 4. Thibaut Pinot (FRA) FDJ 0:22 - 5. Pierre Rolland (FRA) Europcar 0:26 - 6. Jurgen van den Broeck (BEL) Lotto 0:26 - 7. Vincenzo Nibali (ITA) Liquigas 0:37 - 8. Tejay Van Garderen (USA) BMC 0:54 - 9. Chris Horner (USA) RadioShack 1:02 - 10. Daniel Martin (IRL) Garmin 1:11.

Gesamtwertung: 1. Wiggins 78:28:02 Std. - 2. Froome +2:05 Min. - 3. Nibali 2:41 - 4. Van den Broeck 5:53 - 5. Van Garderen 8:30 - 6. Cadel Evans (USA) BMC 9:57 - 7. Haimar Zubeldia (ESP) RadioShack 10:11 - 8. Rolland 10:17 - 9. Janez Brajkovic (SLO) Astana 11:00 - 10. Pinot 11:46. (APA, 19.7.2012)

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vielleicht wird ja die tradition fortgesetzt,

und der zweite ist der eigentlich erste. mit ein paar monaten verspätung halt...

@doping generell.
ich bin der letzte, der das gutheißt. aber ich bin der überzeugung, dass bei den profis das mittlerweile alle tun müssen, ansonsten wären diese leistungen nicht denkbar.
gut, ein profi sollte wissen, worauf er sich hier einlässt, wie das auch ein gerüstbauer tut. der kampf dagegen ist mMn ja eh völlig aussichtslos.

und wo überhaupt nicht kritisiert wird, obwohl daraus resultierende probleme um vieles kritischer sind (da keine ärztliche betreuung vorhanden) ist der amateur-radsport. welche unmengen an allem, was verboten oder problematisch ist, da eingeworfen werden, ist abartig!! doch anscheinend kümmert das niemand. zahlt eh die GKK...

ich erkenne an, dass radsport ein mannschaftssport ist

und respektiere daher auch die sehr erfolgreiche taktik um das gelbe trikot und dessen nahezu perfekte umsetzung.
allerdings hat die sache einen haken.
letztlich zählt ja doch nur der gesamtsieg. und diesen erringt, wer am unspektakulärsten und am kräfteschonendsten schnell unterwegs ist. pointiert: fadesse siegt.

ich finde es schade, dass typen wie zb vöckler, der mich ein paar mal ausgesprochen gut unterhalten hat mit seiner leistung. im kampf ums gelbe absolut chancenlos ist, denn er verliert zuviel substanz und dadurch ein vielfaches an zeit in den restlichen etappen.
pointiert: spitzenleistung verliert.

ergo: das reine sekundenzählen ist unbefriedigend. teilsiege sollten besser vergütet und einbrüche weniger streng bestraft werden.

es ist genau umgekehrt,

nicht weil er durch die husarenstücke zu entkräftet und dadurch chancenlos um gelb ist.

sondern: nur weil er schon zuviel rückstand aufs gelbe hatte, bekommt vöckler überhaupt die gelegenheit, diesen solo-ritt zu starten.
wenn der sky-express es nicht will, kann vöckler genau 0 kilometer ausreissen.

Das kann doch eh jeder Zuseher selbst "entscheiden" was ihn mehr mitreisst oder unterhaelt.

.
Natuerlich, die internationalen Nachrichten, bzw die Berichterstattung in den allgemeineren Medien und Laendern wo die Tour nicht so genau verfolgt wird, beschraenken sich oft auf den Toursieger oder Gelbtraeger.

In Frankreich aber und fuer die echten Radsportfans spielen Etappensiege, Duelle oder andere Husarenritte weiter eine wichtige Rolle.

Dass VOECKLER alleine ueber die 4 grossen Pyrenaeenpaesse faehrt hat er schon als Kind getraeumt, in der Tourgeschichte macht ihn das unsterblich!

Oder VALVERDE, der hat gestern als doch irgendwie alternder Profi nocheinmal ganz gross aufgezeigt indem er solo eine schwere Bergetappe gewinnt.

Genau, woran wir uns auch erinnern werden.

...und nicht an team Sky :/

"Denn Edelhelfer Froome musste auf den letzten Kilometern des 143-km-Abschnitts am Donnerstag mehrfach auf seinen Chef warten"

so schauts aus, wenn teamwork und -management funktionieren.
der gesamtgewinn ist eh schon sicher. und ein tagessieg wird in den schatten gestellt durch die übermächtige vorgabe, dass ein brite erstmals gewinnen muss.

den letzten platz in dieser kategorie belegt mMn astana.
unglaublich, was sich hier in bezug auf das mögliche bergtrikot der alte depp vinokurof geleistet hat bzw sich leisten durfte: ein unfähiges management plus ein kollegenschwein, das ist kaum zu überbieten!

ich glaube, dass eurosport bzw. deren kommentatoren sich in dem fall geirrt haben.

man sah zu diesem zeitpunkt nur von hinten, dass vinokurov der erste fahrer war, man konnte allerdings aus dieser perspektive nicht weit nach vorne sehen, allerdings in der nächsten einstellung sah man, dass er gerade zu sörenson aufschließt. ich denke also, dass s. attaktiert hat (was man nicht gesehen hat) und v. nur das loch wieder zugefahren ist.

BTW:

Chris Anker Sörensen hat sich gestern eine schwere Handverletzung zugezogen beim Versuch, während der Fahrt ein verheddertes Blatt Papier aus dem Vorderrad zu entfernen.

AUTSCH!

Noch einmal autsch:

BMC-Fahrer Michael Schär wurde von einem Auto der Tour-Karawane angefahren. Seit Flecha/Hoogerland 2011 nix neues mehr. Das Delikate diesmal: es war das Auto der Tour-Ärztin. So konnte Schär wenigstens sofort verarztet werden.

die medizinische abteilung von sky

is a wauunnsinn

12 menschen verdrängen die wahrheit.gratulation.

verdächtig

wenn einer so eine leistungssteigerung in diesem alter hat wie froome, ist mir das (leider) verdächtig.

siehe kohl, rasmussen, ricco, und früher basso, valverde...

verdächtig wenn man nicht weiß...

....das der Herr
2006 vierter der Tour
2011-2012 erster bei der Dauphine
2011 dritter bei der Vuelta
etc.
war. Er ist also nicht der grosse "out of the blue" star

Ausserdem kommt er vom Bahnradsport, fährt seit 2002 (!)Strassenrennen und hat sich erst 2009 voll auf die Strasse konzentriert. Ihm haben dadurch Jahre an Erfahrung und spezifische Vorbereitung auf Rundfahrten gefehlt.

lies nochmal das posting auf welches du geantwortet hast ;)

der erste redet von froome und du von wiggens...

Die Stallorder bei Sky ist ein Skandal.

Froome könnte schon in Gelb fahren. Vor allem gestern brachte ihn diese unsportliche Order um einen möglichen Etappensieg. Warum lässt man ihn nicht fahren und dann fällt halt im Zeitfahren die Entscheidung. Für Wiggins hätte sich ja nichts verändert, da Nibali nicht mehr konnte.

das team bzw die stallorder

hat froome erst in diese position gebracht, in der er ist/war!
daher ist es auch das gute recht des teams, über den weiteren verlauf zu entscheiden.

Wenn man ein Rennen gewinnen will, darf man nicht als Helfer anheuern.

Lance wäre gefahren und

danach wäre er der Sieger gewesen! SKY hat noch nie gewonnen und der Gewinner Froome hätte die Sympathien.

Die fadeste Tour aller Zeiten!

Fast jedes Mal gewinnen die Ausreisser, weil Wiggins seinen Vorsprung am Scherm runterhockt. Dazu die Stallorder....

Ich liebe die Tour seit vielen Jahren, aber dieses Mal ist es einfach nur fad! Schade!

lustig, ich finde es gerade darum unterhaltsam, weil die ausreisser gewinnen. ist doch fad, wenn sie jedes mal eungeholt werden.

Es läuft aber immer nach dem gleichen Strickmuster ab! Leider!

Froome könnte "The next Big Thing" im Straßenradsport werden

Natürlich hängt da immer ein wenig der Verdacht drin. Verständlich, wer kannte Froome vor der Vuelta 2011?
Froome würde ich nicht für sein Teamplay loben, denn beispielsweise Heras hätte Armstrong nie so blamiert. Er zeigt seine Ambitionen deutlich. Er wird noch seine Gelegenheiten bekommen.
Die Tour 2012 ist für Wiggo reserviert. Der wird danach von der Queen zum Sir gemacht, und alles passt. Danach gibt er auch den Edelhelfer für Froome.
Und wie schon weiter unten erwähnt wurde, van Garderen gibt die Rolle des Edelhelfers für Evans um Häuser besser. Der macht keinen Aufstand, wenn er warten muss.
Radfahren ist viel mehr Teamsport als Fußball, denn alle arbeiten für ein Ziel, aber die Lorbeeren steckt nur einer ein.

Teamplay hin oder her - letztendlich steht der Fahrer am Stockerl. Ob Froome nochmals bei einer Tour diese Chance kriegt steht in den Sternen. Heuer hätte das Umfeld für ihn gepasst und er hätte genauso die Tour gewinnen können. Wer schneller fahren kann, soll auch ganz oben stehen. So ist Sport. Das will auch die Mehrzahl der Zuschauer so. Wiggins wurde frühzeitig zum Toursieger stilisiert, der Sieg ist ihm auch zu gönnen. Wenn ihm das aber nur möglich ist, indem man Froome zweimal zurückpfeifft, hat der Sieg doch einen kleinen Makel. Sportlicher und fairer wäre gewesen, die beiden im Zeitfahren matchen zu lassen. Aber wer weiß, vielleicht muss ja 2013 Wiggo den Helfer für Froome spielen.

Ich bring ihn gerne als Beispiel, weil er die Tour lange Jahre dominiert hat und es noch relativ frisch ist, soll aber nicht heißen, dass ich Fan bin. Urteil über die Praktiken fälle ich auch keines.
Aber Armstrong war auch nicht immer der Stärkste am Berg, aber der war so sehr Capo, dass sich seine Teamkollegen einfach nicht getraut haben, ihn bloßzustellen, ansonsten hätts am Abend ein Donnerwetter gegeben.

Ja, das ist richtig. Aber das ist erst der erste große Auftritt von Wiggins bei der Tour. Armstrong hat die Tour siebenmal gewonnen.

Genau deshalb versuche Froome es und muss dann von der Teamleitung zurückgepfiffen werden. Wiggo hat nicht die uneingeschränkte Autorität bei SKY. Aber SKY wurde eben rund um und für Wiggo aufgebaut, und deshalb muss er die TDF gewinnen.

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