Familien von drei im Jemen getöteten US-Bürgern klagen Panetta

19. Juli 2012, 16:56
10 Postings

Protest gegen gezielte Tötung des Predigers Anwar al-Awlaki

Washington - Nach der Tötung des radikalislamischen Predigers Anwar al-Awlaki und zweier weiterer US-Bürger im Jemen haben deren Familien US-Verteidigungsminister Leon Panetta und drei weitere ranghohe Behördenvertreter verklagt. Die US-Regierung habe durch die Drohnenangriffe im vergangenen Jahr gegen das Grundrecht verstoßen, wonach jedem US-Bürger ein Prozess zustehe, bevor er getötet werde, hieß es in der am Mittwoch in Washington eingereichten Klage. Beschuldigt werden neben Panetta CIA-Chef David Petraeus sowie zwei Kommandanten, die die Angriffe angeordnet haben sollen.

Awlaki war Ende September 2011 zusammen mit Samir Khan bei einem US-Drohnenangriff im Jemen getötet worden, zwei Wochen später starb Awlakis 16-jähriger Sohn Abdulrahman bei einem ähnlichen Angriff. Ihre Familien werfen dem US-Militär nun in der bei einem Zivilgericht eingebrachten Klage zudem vor, die Tötung von Zivilisten in Kauf genommen zu haben. Die Klage zitiert Medienberichte, wonach Khan und Awlakis Sohn nicht Ziel der Angriffe waren.

Tötung nicht gerechtfertigt

Nach Ansicht der Familie von Anwar al-Awlaki war dessen Tötung nicht gerechtfertigt, da Awlaki keine unmittelbare Bedrohung der Vereinigten Staaten dargestellt und sich der Jemen nicht mit den USA im Krieg befunden habe. Awlakis Vater hatte vor eineinhalb Jahren versucht, seinen Sohn vor einer gezielten Tötung zu bewahren - eine dazu eingereichte Klage lehnte ein US-Gericht im Dezember 2010 jedoch ab.

US-Präsident Barack Obama hatte die Tötung Awlakis damit gerechtfertigt, dass dieser einer der führenden Köpfe des Terrornetzwerkes Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel gewesen sei und Anschläge auf US-Bürger geplant habe. Der US-Regierung zufolge spielte der Imam unter anderem eine wichtige Rolle bei der Vorbereitung eines gescheiterten Anschlags auf ein Flugzeug der Gesellschaft Delta an Weihnachten 2009. Awlaki soll auch Kontakt zu dem US-Soldaten Nidal Hassan gehabt haben, der im November 2009 bei einem Amoklauf auf einer texanischen Armeebasis 13 Menschen erschossen hatte. (APA, 19.7.2012)

Share if you care.