Raum für Schneeleoparden wird kleiner

Mit der Verschiebung der Baumgrenze engt sich der Lebensraum der Großkatzen ein

Schneeleoparden gehören zu den vom Aussterben bedrohten Tieren. Die Großkatzen leben im zentralasiatischen Hochgebirge - bevorzugt über der Baumgrenze. Eine Verkleinerung des Habitats und Wilderei setzen den Tieren zu. Welche Auswirkung eine - durch die Erwärmung verursachte - Verschiebung der Baumgrenze im Himalaya nach oben auf die Schneeleoparden haben dürfte, hat ein Forschungsteam der Umweltorganisation WWF untersucht. Die Studienergebnisse sind im Journal "Biological Conservation" veröffentlicht worden.

Die Forscher und Forscherinnen erhoben zuerst den aktuellen Lebensraum der Großkatzen und zogen dann drei Klimaszenarien für den Himalaya heran, um die wahrscheinlichen Auswirkungen auf die Tiere zu analysieren. Demnach dürften rund 30 Prozent des Lebensraumes der Schneeleoparden durch die Baumgrenzverschiebung und das anhaltende Schrumpfen der alpinen Zone bis zum Ende dieses Jahrhunderts verloren gehen, wenn die derzeitige Klimawandelentwicklung anhält. Das Team stellte aber auch fest, dass manche Gebiete im Himalaya als Lebensraum erhalten bleiben dürften - und empfiehlt, diese Regionen speziell zu schützen.

Zusätzlich müssen auch die Wilderei bekämpft und die Überweidung begrenzt werden. "Die klimatischen Veränderungen im hochalpinen Bereich bedeuten nicht nur eine Verkleinerung des Lebensraumes für die Schneeleoparden sondern bringt sie auch näher an das Vieh auf den Weiden. Wenn die Großkatzen ihre Beute unter den Nutztieren suchen, sind Tötungen der Leoparden durch die Herdenbesitzer aus Rache zu befürchten", warnte der WWF-Schneeleopardenexperte Rinjan Shrestha. (red, derStandard.at, 22.7.2012)

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    foto: reuters/siggi bucher
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