EU kritisiert Präsidentenwahl in Berg-Karabach

19. Juli 2012, 16:52
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Mehrheitlich von Armeniern bewohnte Region sagte sich von Aserbaidschan los

Brüssel/Stepanakert - Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton hat die Präsidentenwahl, die am Donnerstag in der zwischen Armenien und Aserbaidschan umstrittenen Region Berg-Karabach abgehalten wurde, kritisiert. "Ich möchte wiederholen, dass die Europäische Union den verfassungsmäßigen und gesetzlichen Rahmen, in dem sie stattfindet, nicht anerkennt", schrieb Ashton in einer Aussendung. Die Abstimmung solle die Festlegung des künftigen Status von Berg-Karabach im Rahmen friedlicher Verhandlungen nicht beeinträchtigen.

Als Favorit unter drei Kandidaten in der international nicht anerkannten Republik im Südkaukasus galt Amtsinhaber Bako Saakjan. Er wird von Armenien unterstützt. Rund 100.000 Personen waren zur Stimmabgabe aufgerufen.

Das mehrheitlich von (christlichen) Armeniern bewohnte Berg-Karabach gehört völkerrechtlich zu Aserbaidschan. Es ist geografisch von Aserbaidschan eingeschlossen, hat aber mittels eines von Armenien militärisch kontrollierten Korridors eine direkte Landverbindung zu Armenien. Immer wieder kommt es zu Gefechten mit aserbaidschanischen Truppen mit Toten.

Berg-Karabach sagte sich Anfang der 1990er Jahre von Aserbaidschan los, nachdem ihm der Autonomiestatus, den es innerhalb der Aserbaidschanischen Sowjet-Republik noch genoss, entzogen wurde. Es wird seit dem darauffolgenden Krieg (1992-94) mit etwa 30.000 Toten von Armenien kontrolliert. Hunderttausende muslimische Aserbaidschaner (Aseris) wurden durch den Krieg zu Flüchtlingen. Eine Lösung des Konflikts um die Region ist nicht in Sicht. (APA, 19.7.2012)

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