Kämpfe auf Golan-Höhen ausgeweitet

19. Juli 2012, 16:39
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Syrische Kämpfer drangen in von Österreichern bewachte Zonen ein - Keine Gefechte mit UNO-Truppen

Wien/Damaskus - Die Kämpfe zwischen regierungstreuen Truppen und Aufständischen in Syrien betreffen nun auch österreichische Soldaten. Wie die "Kleine Zeitung" in ihrer Freitagsausgabe berichtet, sind zuletzt zweimal rund 400 bewaffnete Syrer, darunter 200 Soldaten, in die auch von Österreichern bewachte, demilitarisierte Zone eingedrungen. Die Soldaten seien offenkundig auf der Suche nach Rebellen gewesen, die sich in dem Gebiet verschanzt haben sollen.

Zu Zusammenstößen mit den UNO-Truppen sei es nicht gekommen, berichtet die "Kleine Zeitung". Die Blauhelme hätten ihre Patrouillengänge daraufhin eingestellt. Christian Segur-Cabanac, Leiter der Einsatzsektion im Verteidigungsministerium, bezeichnete den Vorfall als eine "schwere Verletzung des UNO-Mandats".

Vorfall gehört, aber nicht gesehen

Laut dem Sprecher des Verteidigungsministeriums, Michael Bauer, kam es zu Kämpfen zwischen Aufständischen und syrischen Soldaten. Österreichische Soldaten hätten die Gefechte gehört, jedoch nicht gesehen, der Vorfall sei dann gemeldet worden, sagte er.

"Die österreichischen Soldaten waren nicht direkt bedroht und die Gefechte haben sich auch nicht gegen die UN gerichtet", so Bauer. Direkt reagieren werde man auf den Vorfall nicht. Die Schutzbestimmungen seien bereits vor Wochen erhöht worden. Wie die weitere Strategie aussehen werde, müsse die UNO entscheiden. Mittwoch und Donnerstag habe man laut Bauer immer wieder Granateneinschläge und Feuergefechte gehört, konnte sie wegen der großen Entfernung jedoch nicht lokalisieren.

Angesichts der Kämpfe in Syrien erwägt das Bundesheer eine Änderung der Nachschubroute. Derzeit erfolgt der Nachschub sowie der Austausch der Einheiten über Damaskus. Segur-Cabanac bestätigte, dass Vorbereitungen getroffen werden, um sich "für den Fall des Falles" künftig über Israel zu versorgen.

Im Moment sind etwa 1.000 UNO-Soldaten im Rahmen der UNDOF-Mission (United Nations Disengagement Observer Force) auf den Golan-Höhen stationiert, darunter 370 Österreicher. Das Gebiet wurde im Sechstagekrieg 1967 von Israel erobert und 1981 annektiert. Seit 1974 gibt es dort einen UNO-Einsatz, um den Waffenstillstand zwischen Syrien und Israel zu überwachen. (APA, 19.7.2012)

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