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Katie Holmes und Greg Kinnear als Jackie und John F. Kennedy in "The Kennedys", Freitag, 20.15 Uhr, ATV 2.
Dank der US-Serie Mad Men gilt derzeit nichts als so schick wie die Sixties. Ganz New York schwelgt im Vintage-Stil, die Welle schwappt herüber nach Europa, und Einrichtungshäuser decken sich bereits mit Neuem, das alt aussieht, ein. Wohn- und Lebensstil von Don, Betty, Peggy, Roger, Joan und der Rest der coolen Gang ist derzeit das Maß aller Dinge und nicht nur notwendig, sondern sogar verständlich: Nur so lassen sich quälende Wartezeiten zwischen den Staffeln ertragen. Saison sechs gibt es schließlich frühestens 2013!
Derart in Not Geratenen müsste die achtteilige Serie The Kennedys gefallen, ab Freitag, in Doppelfolgen auf ATV 2, ab 26. Juli auf Arte. Im äußeren Erscheinungsbild geht die Geschichte des mythenbehafteten US-Präsidenten als willkommenes Füllmaterial durch. Darüber hinaus lassen sich Geschichtskenntnisse über Kubakrise, Bau der Berliner Mauer, Rassenunruhen, organisiertes Verbrechen und Attentat flugs auffrischen. Jackie Kennedy gilt zudem als Stilikone ihrer Zeit - hübsche Kleidung und Hütchen verzaubern die Welt der Sixtiesjunkies, und die Kennedys weisen tiefere Abgründe auf, als sich Don & Co je träumen lassen würden.
Das Problem: Anders als die von Mad Men-Erfinder Matthew Weiner mit großer Sorgfalt für Ausstattung, Kamera und Dialoge behüteten Werber setzt Jon Casser auf eine herkömmliche Nacherzähltradition, die sich auf Hochglanzroutine und äußere Ähnlichkeiten (Greg Kinnear, Katie Holmes) der historischen Vorbilder verlässt. Zu sehen ist fiktionalisierter Geschichtsunterricht, der auf weite Strecken blutarm wirkt.
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