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Für den Schulchor "unersetzlich": Peter Rapp.
Peter Rapp hat viel ausprobiert. Er war beim Bundesheer, Journalist, Musiker und Moderator. Ähnlich wie seine Berufslaufbahn verlief auch Rapps Schulkarriere. Nach der Volksschule besuchte er zuerst die Hauptschule, wechselte danach aber aufs Gymnasium, das er jedoch bereits nach der fünften Klasse abbrach. Zwischenzeitlich bekam der Sohn von Eltern aus einfachen Verhältnissen die Chance, im Chor der Wiener Sängerknaben zu singen. Auch diese Phase währte allerdings nicht lange.
Peter Rapp, heute 68 Jahre alt, ging in den 50er-Jahren zur Schule. In Österreich kennt ihn fast jeder als Entertainer und Moderator. Bekannt wurde er mit seiner Jugendsendung "Spotlight", derzeit moderiert er die "Brieflosshow" im ORF. Ab 19. Oktober wird er in der Jury der ORF-Sendung "Die große Chance" wieder vor großem Publikum sitzen.
"Auf mich allein gestellt"
Rapp wurde als Schüler nicht besonders viel gefördert. Als "entscheidend" für den frühzeitigen Schulabbruch betrachtet er, "dass ich zu Hause auf mich gestellt war". "Niemand kümmerte sich darum, ob und wie ich lernte", sagt Rapp. Zudem sei er darauf angewiesen gewesen, an den Nachmittagen Geld zu verdienen. Sein Vater, der nach dem Krieg fast zehn Jahre lang arbeitslos war, schicke ihn zum Zigarettenstummeln Aufsammeln. Seiner Mutter half er beim Basteln und Reparieren von Modeschmuck, Kappen und Unterröcken, die sie am Markt verkaufte.
Die Zeit nach der Schule verbrachte er deshalb mit dem Aufsammeln von Altpapier und Glasflaschen und am Tennisplatz beim "Bälleaufheben". Später handelte er mit Zigaretten und Spirituosen: "Ich bekam sie für Botengänge und andere kleine Hilfsleistungen von den Amerikanern und den Russen. Ich war noch keine zehn Jahre alt, und meine Geschäftstüchtigkeit gefiel den Soldaten irgendwie."
Bananen für die Sängerknaben
Die einzige große Chance, zu der ihm nach eigenen Angaben vor allem die Mutter verhalf, war die Aufnahme in den Chor der Sängerknaben. Die Aufnahmeprüfung Anfang der 50er Jahre empfand der junge Rapp als nicht besonders aufregend. Faszinierte hatte ihn dafür, was er zuvor in der Zeitung gelesen hatte. "Die Sängerknaben waren in Amerika gewesen", schreibt der Moderator in seiner Autobiografie "Mein Versuch, niemals aufzugeben". "Sie hatten eine ganze Stange Bananen geschenkt bekommen!"
Bald nach der Aufnahme in den Reservechor der Sängerknaben sorgte seine "Disziplinlosigkeit" wieder für den Rauswurf. Eine Rauferei "brachte das Fass zum Überlaufen".
Heute ist Rapp dem Verein nicht böse, dass er ihn hinausgeschmissen hat: "Die mussten sich von mir trennen. So ein Haufen an Halbwüchsigen ist nicht so leicht unter Kontrolle zu halten. Bei Auslandsreisen hätte ein fauler Apfel, wie ich es war, richtige Probleme bringen können."
"Die Musik war meine große Liebe"
Rapp hatte drei Lieblingsfächer in der Schule: Deutsch, Turnen und Musik. Diese Fächer "kamen meinen Talenten entgegen", sagt er. "Die Musik war meine große Liebe. Das Singen von Haydn-Messen in der Schottenkirche gehört zu meinen schönsten Erinnerungen. Alles, was mit Musik zu tun hatte, fesselte mich." In Deutsch hatte Rapp schon "zehn oder zwölf Seiten" eines Aufsatzes geschrieben, wenn andere erst auf Seite zwei angekommen waren.
Keine Förderung
"Der absolut schlechteste Schüler in der Klasse war ich in Mathematik und Latein. In diesen Fächern ist mir der Knopf nie aufgegangen. Dementsprechend gut beziehungsweise schlecht waren meine Noten", erzählt der Entertainer. Rapp bedauert, dass sich keiner gefunden hat, der seine Schwächen zu beheben versucht hätte. "Es wäre schön gewesen, wenn da eine oder einer gewesen wäre. Nur allzu gerne hätte ich maturiert und ein Studium gewählt", sagt er. Er vermutet, dass er am Beginn seiner Schulzeit nur deshalb nicht sitzen blieb, weil er für den Schulchor nahezu "unersetzlich" war.
Während seiner Schulzeit traf Rapp nur einen Lehrer, den er nicht mochte. "Er hatte, wie es schien, aus dem Krieg ein Nervenleiden mitgebracht. Er lehrte ohne jede Fantasie, und es schien ihn wenig zu kümmern, ob er seine Zuhörer in seinen Bann zog", erzählt er. Einmal habe der Lehrer die Klasse betreten, sich umgedreht und ihm eine Ohrfeige versetzt. "Nach dem Unterricht fragte ich, warum. Seine nichtssagende Antwort war: 'Sie haben gebrummt.'"
Von der Sprache beeindruckt
Nach dem Schulabbruch entschied sich Rapp für den Besuch einer Schauspielschule in Wien. "Heute glaube ich, dass eine Lesung des Schauspielers Will Quadflieg in der Hauptschule den Ausschlag gegeben hat. Ich war zutiefst beeindruckt, wie man mit der Sprache umgehen kann, wie die Stimme klingen kann, wie Worte beeinflussen können."
Für seinen Job kann Rapp alles gebrauchen, was er in der Schule gelernt hat. "In diesem Beruf ist Allgemeinwissen unerlässlich. Moderatorinnen und Moderatoren, die über kein Wissen, sondern nur über ein gutes Aussehen und über einen Drang zur Selbstdarstellung verfügen, sind schnell erkannt und entlarvt. Die Zuhörer und Zuschauer erkennen sehr schnell, dass da nicht viel rüberkommt", ist er überzeugt. Die Folge seien extrem kurzlebige Laufbahnen. Peter Rapp ist seit 44 Jahren Moderator beim ORF. (Lisa Aigner, derStandard.at, 23.7.2012)
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"Rapp wurde als Schüler nicht besonders viel gefördert. Als "entscheidend" für den frühzeitigen Schulabbruch betrachtet er, "dass ich zu Hause auf mich gestellt war".
ich mag den peter rapp, aber da redet er sich was schön.
viele wurden zuhause nicht gefördert und mussten am nachmittag wo mithelfen (oder im günstigeren fall konnten spielen oder blödsinn machen) ---
und haben trotzdem matura gemacht
wird wohl seine mathematik- u. lateinschwäche gewesen sein - auch keine schande!
peter rapp ist für mich ein solider moderator - was ihn von dem unterscheidet was heutzutage standard ist: viele moderatoren suchen immer nach einem neuen superlativ und machen sich damit selbst überflüssig.
rapp kann über viele sendungen eine konstante leistung bringen - sie ist nicht auffällig, sie ist ist nichts was schockiert oder worüber man spricht - aber sie ist auch nicht von dieser sensation abhängig.
Obwohl ich mir einbilde, dass ich mit der deutschen Sprache umgehen kann, komme ich mir bei deutschen Sendungen oft wie im Ausland vor.
Unsere Sprache (oder auch Art zu reden) ist ein Teil der Kultur, mit der ich in Österreich aufgewachsen bin.
Ist klar, dass die Welt nun mal groß ist, aber das Österreichische hat schon seinen Charme ... der Rapp ist ein österreichischer Moderator par excellence!
Vor ca 10 Jahren hat er in seiner Lottoshow einmal einen rumänischen Opernsänger, immerhin sein Gast ! in der Sendung, auf übelste ausländerfeindliche Art und Weise minutenlang grundlos runtergemacht.
In einer aggressiven, xenophoben Direktheit, wie es sich so nicht mal Strache oder Kickl trauen würden.
Die zwei Gäste und auch ich hinter dem Bildschirm waren sprachlos und nur der Sendungsablauf...Lottolose ziehen...konnte noch über die Situation helfen.
Das hat sich eingeprägt und seitdem nehm ich ihm die Show vom jovial-weltmännischem Moderator nicht mehr ab.
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