18 Festnahmen nach Mord an Guarani-Anführer

NGO spricht von "wichtigem Schritt" zu Aufklärung

Sao Paulo - Nach dem brutalen Mord an einem Indigenen-Anführer in Brasilien im vergangenen November hat die Polizei bisher 18 Tatverdächtige festgenommen. Das berichtete die Hilfsorganisation Survival International am Donnerstag. Zehn Verdächtige seien im Juni und acht in diesem Monat festgenommen worden. Dies sei ein wichtiger Schritt, aber es dürfe nicht vergessen werden, dass der ermordete Kazike (Anführer) Nisio Gomes nicht der einzige indigene Aktivist sei, der kaltblütig erschossen worden sei.

Etwas 40 maskierte Männer hatten den 59-jährigen Gomes bei einem Überfall in einem Lager der Kaiowa-Guarani-Indios in dem an Paraguay angrenzenden Bundesstaat Mato Grosso do Sul vor den Augen der Gemeinschaft und des eigenen Sohnes erschossen, wie damals der Indigenen-Missionsrat (CIMI) berichtete. Die Leiche des Mannes wurde bisher nicht gefunden. Die Guarani-Indigenas in Mato Grosso do Sul wurden in den vergangenen Jahren immer wieder Opfer von Übergriffen.

2003 wurde der 72-jährige Kazike Marcos Veron bei einem Überfall auf ein Camp zu Tode geprügelt. Der Fall sorgte international für Aufsehen. Einige Guarani-Gruppen, die von ihrem Land vertrieben wurden, leben unter Zeltplanen am Rande stark befahrener Landstraßen. In Brasilien leben etwa 46.000 Guarani-Indigene. (APA, 19.7.2012)

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