Übernahme von Orange durch "3" weiterhin keine gemähte Wiese

19. Juli 2012, 14:46
  • "3"-Chef Trionow glaubt an "Sieg der Vernunft"
    foto: sum

    "3"-Chef Trionow glaubt an "Sieg der Vernunft"

Entscheidung spätestens am 27. November - "3"-Chef Trionow glaubt an "Sieg der Vernunft"

Die Übernahme von Orange durch "3" ist weiterhin keine gemähte Wiese. Sowohl die EU-Kommission, wie auch heimische Wettbewerbshüter haben wettbewerbsrechtliche Bedenken gegen die geplante Übernahme des Mobilfunkbetreibers.

Die Ergebnisse dieser Prüfungen sollten bis zum 27. November feststehen

Spätestens am 27. November wird sich entscheiden, ob die Übernahme von Orange wie geplant über die Bühne gehen kann oder nicht. Geben EU-Kommission und Bundeskartellgericht grünes Licht, könnte der Deal noch knapp vor Jahresende über die Bühne gehen, sagte "3"-Österreich-Chef Jan Trionow am Donnerstag bei einem Pressegespräch in Wien. Noch gebe es einige Hindernisse auszuräumen, aber "ich bin optimistisch, dass es einen Sieg der Vernunft gibt", sagte Trionow. Ursprünglich wollte „3“ die Übernahme von Orange "im Sommer" dieses Jahres unter Dach und Fach haben.

Neustart

Nächster Meilenstein ist der 10. August, bis dann muss die EU-Kommission entscheiden, ob der Merger komplett in Österreich behandelt wird, oder ob der 3/Orange-Deal in Brüssel bleibt. Sollte das Verfahren nach Österreich übertragen werden, "dann würde de facto der Prozess für dieses Verfahren in Österreich noch einmal von vorne starten", erklärte Trionow, "dann würde hier noch einmal für die Haupttransaktion eine neue Phase-I bei der Bundeswettbewerbsbehörde starten, wenn es dazu käme".

Auflagen

Bis Ende September hat Drei die Möglichkeit, im Verfahren der EU-Kommission Auflagen anzubieten. Man sei durchaus zu Auflagen bereit, sagte Trionow, wollte dazu aber keine Details nennen. Man habe diese Auflagen, die man in Brüssel diskutiere, auch in Österreich vorgestellt, obwohl man formal bei der Bundeswettbewerbsbehörde in Österreich keine Partei sei. "Der Weiterverkauf von Yesss wird von der A1 angemeldet, das heißt, nur die A1 ist eine Partei. Nur die A1 konnte formal Auflagen anbieten und hat es auch getan."

Die EU-Kommission könnte früher zu einer Entscheidung kommen

Für die Phase-II-Prüfung bei der EU-Kommission gibt es laut Trionow zwei mögliche Endzeitpunkte, "den 6. November, wenn wir keine Auflagen anbieten, und am 27. November, wenn Auflagen diskutiert und analysiert werden". Am selben Tag läuft auch die Frist für das Bundeskartellgericht ab, um über die Transaktion A1/Yesss zu entscheiden. Beide Verfahren könnten auch verkürzt werden, erklärte Trionow: Die EU-Kommission könnte früher zu einer Entscheidung kommen, in Österreich könnten die BWB und der Bundeskartellanwalt ihre Prüfanträge zurückziehen.

"In den letzten Jahren ist noch nie irgendein Fall mit weniger als 25 Prozent Marktanteil in eine Phase II gegangen."

Grünes Licht für die Fusion wäre nach Ansicht Trionows nur vernünftig. "Der Hauptgrund ist der, dass wir mit nach dem Merger mit 22 Prozent (der Kunden, Anm.) der mit Abstand kleinste Betreiber am Markt bleiben werden." Die EU gehe grundsätzlich davon aus, dass ein Merger, der unter 25 Prozent Marktanteil schafft, als unbedenklich gelten muss. "In den letzten Jahren ist noch nie irgendein Fall mit weniger als 25 Prozent Marktanteil in eine Phase II gegangen."

Negative Folgen

Eine Verzögerung der Genehmigung habe für die Kunden und den Standort Österreich negative Folgen, argumentierte der "3"-Chef, auch weil die anstehende Frequenzversteigerung weiter verzögert werde. "Unsere Grundaussage ist, dass dieser Merger gut für den Wettbewerb ist", betonte Trionow. Österreich sei einer der schwierigsten Märkte in Europa, "3" und Orange hätten große Schwierigkeiten gehabt und hätten sie auch heute noch. "Wir berichten zwar immer stolz von unserem Wachstum, das wir Jahr für Jahr erreichen, aber in Wirklichkeit sind wir jetzt neun Jahre am Markt und haben zehn Prozent Marktanteil gewonnen." Orange sei seit 14 Jahren am österreichischen Markt und habe in den letzten Jahren sogar Marktanteile verloren und stehe mittlerweile abzüglich Yesss nur noch bei einem Marktanteil von 12 Prozent. "Vor Steuern und Zinsen sind die Unternehmen noch positiv oder gerade so mit einer schwarzen Null", wenn man Zinszahlungen berücksichtige, würden sie Verluste schreiben.

"Alles die Dinge, die wir der A1 angeboten haben, haben wir auch T-Mobile angeboten"

Der "3"/Orange-Deal steht und fällt laut Trionow mit dem Verkauf von Yesss, den man brauche, um den Orange-Kauf zu stemmen. "3" bezahlt insgesamt 1,3 Mrd. Euro an die Verkäufer, bekommt von A1 für Yesss 390 Mio. Euro und bezahlt somit rund 900 Mio. Euro netto. "Alles die Dinge, die wir der A1 angeboten haben, haben wir auch T-Mobile angeboten", so Trionow, "vielleicht wäre uns T-Mobile sogar lieber gewesen als Käufer. Aber die T-Mobile hat kein Interesse bekundet", außer "ein loses Interesse an Frequenzen, aber hat kein konkretes Angebot abgegeben". 

A1 unterstützt den Deal

Trionow betont, dass A1 den Deal unterstützte. In den letzten Woche häuften sich Meldungen, dass der heimische Marktführer kein großes Interesse an Yesss mehr zeige."Am Ende des Tages ist ein Wettbewerb von drei Starken besser für den Konsumenten und besser für den Standort als ein Wettbewerb mit vier, von denen mindestens zwei sehr große Schwierigkeiten haben."

Kein Rückzug

Falls die Übernahme scheitert, wird sich "3" nicht aus Österreich zurückziehen, allerdings wird es beim Ausbau der nächsten Mobilfunkgeneration LTE Probleme geben, dafür will "3" die 1800er-Frequenzen von Orange nutzen. Bei der Versteigerung der "Digitalen Dividende" (unbenötigte TV-Frequenzen für den Netzausbau in dünner besiedelten Gebieten) wird "3" trotzdem mitmachen.(APA/sum, 19.07. 2012)

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Bevormundung

Am meisten stört mich an der ganzen Geschichte, dass uns ein zum betriebswirtschaftlichen Handeln angehaltener CEO ständig erklärt, was uns (und den Behörden) seiner Ansicht nach volkswirtschaftlich gut tut .

Wer denkt an die Arbeitsplätze??

Es ist mir zwar schon klar dass einige Arbeitsplätze eingespart würden wenn "3" Orange tatsächlich kauft. Aber was wenn Orange bei nicht erfolgreicher Übernahme tatsächlich fallen gelassen wird?? Dann stehen knapp (die Zahl habe ich in einem vorherigen artikel darüber, k.A. obs jetzt genau ist) 800 Menschen ohne Job da. Von jetzt auf gleich. Wäre es da nicht schlauer dem Deal zuzustimmen? Einfach der Tatsache wegen dass der Steuerzahler ein paar AMS Kurse weniger finanzieren müsste?? An das denkt aber natürlich keiner in Österreich und Brüssel, Hauptsache das "böse" A1 wird nicht noch größer..

Yesss

Ganz logisch ists und bleibts für mich weiterhin nicht, daß es 3 wirklich auf den Yesss-A1-Deal ankommen lässt.

Allerdings wirds für Orange hart, wenn die Übernahme platzt. Immerhin hängt das Unternehmen ja mehr oder weniger in der Luft, wo niemand weiß, wies weitergeht und vermutlich (oder sicher) bis auf weiteres nichts investiert/ausgebaut wird.

die eigentümer (france telekom und irgendein ungarischer investor) von orange wollen 1,3 mrd um nicht mit einem verlust gegenüber ihrem investment auszusteigen.

orange ist aber keine 1,3 mrd mehr wert, sondern max. 900 mln. deshalb holt 3 die A1 an board, weil denen die marktbereinigung (und damit höhere preise) 400 mln euro wert ist. hätte t-mobile die kohle dafür, würden sie es auch machen, und sich über yess als zuckerl freuen (haben sie aber leider nicht).

Es ist wohl offensichtlich...

... dass es den Mobilfunkbetreibern darum geht, einen Mitbewerber zu eliminieren. Das führt zu höheren Tarifen, geringern Handysubentionen, niedrigeren Kommissionen für die Handelsketten, weniger Werbeausgaben.

Oder haben Sie gehört dass sich zB T-mobile über diese angekündigte Fusion beschwert? Sicher nicht. Die freuen sich ja auch auf eine 'Marktbereiningung'.

Das Mindeste waere es, dass die Frequenzen von Orange bei einer Liquidierung/Fusion wieder an den Staat zurückfallen.

Mit den Frequenzen kann eine neue Mobilfunklizenz an den Bestbieter vergeben werden. Kombiniert mit attraktiven Interconnectiontarifen für einen neuen Netzbetreiber und reguliertem Zugang zu den Handymasten der bestehenden Netzbetreiber.

Es ist wohl offensichtlich...

... dass es den Mobilfunkbetreibern darum geht, einen Mitbewerber zu eliminieren. Das führt zu höheren Tarifen, geringern Handysubentionen, niedrigeren Kommissionen für die Handelsketten, weniger Werbeausgaben.

Oder haben Sie gehört dass sich zB T-mobile über diese angekündigte Fusion beschwert? Sicher nicht. Die freuen sich ja auch auf eine 'Marktbereiningung'.

Das Mindeste waere es, dass die Frequenzen von Orange bei einer Liquidierung/Fusion wieder an den Staat zurückfallen.

Mit den Frequenzen kann eine neue Mobilfunklizenz an den Bestbieter vergeben werden. Kombiniert mit attraktiven Interconnectiontarifen für einen neuen Netzbetreiber und reguliertem Zugang zu den Handymasten der bestehenden Netzbetreiber.

die 22 % marktanteil von drei und orange (ohne yesss)
sind für die eu sicher kein problem, sondern die
78 % marktanteil die a1 und t-mobile nach dem
"merger" haben werden. so einen hohen marktanteil
hatten die beiden zuletzt 2001. mfg

yesss

Das gute an yesss ist der smartphone Tarif für € 8,80 (je 1000/1000/1000) und die Kündigungsfrist von 1 Monat. Wenn das so bleibt dann kann die kaufen wer will.

Who cares?

Die Telefonie soll funktionieren wenn man sie braucht. Wie sich die Abkassierer nennen ist nicht mal zweitrangig. Ich bin seit 22 Jahren Kunde solcher Anbieter. Die die meisten von ihnen sind nicht mal halb so lang am Markt. Die kommen und gehen. Wen kümmerts?

"Wir berichten zwar immer stolz von unserem Wachstum, das wir Jahr für Jahr erreichen, aber in Wirklichkeit sind wir jetzt neun Jahre am Markt und haben zehn Prozent Marktanteil gewonnen."

aha! gut zu wissen

"... unbenötigte ..."
Ein unbenötigtes Wort.

ein negativ benötigtes ...

"Am Ende des Tages ist ein Wettbewerb von drei Starken besser für den Konsumenten und besser für den Standort als ein Wettbewerb mit vier, von denen mindestens zwei sehr große Schwierigkeiten haben."
da könnte er durchaus recht haben.

das problem ist nicht die fusion von 3 und orange, das problem ist die fusion von yesss und bob

Das eine pre das andere post paid. Wahrlich ein Problem!

Beides gibt es pre- und postpaid

3-Chef: Ohne Orange-Frequenzen kein LTE-Ausbau

Drei will den LTE-Ausbau in Österreich nur mit den
1800er-Frequenzen von Orange (vorausgesetzt die
Übernahme wird genehmigt) durchführen und braucht daher keine 800er bzw. 900er - Frequenzen.

A1 und T-Mobile werden daher für die 800er und 900er-frequenzendie einzig ernsthaften Bieter sein und den Preis sicher nicht sinnlos in die Höhe treiben. Für unsere Finanzministerin bedeutet das weniger Einnahmen.So gesehen darf sich Herr Trionow nicht wundern dasder "Deal" ganz genau unter die Lupe genommen wird. mfg

3 und Orange sollen fusionieren

Die Fusion von 3 und Orange ist zuzustimmen
Schauen Sie sich die Prepaid-Tarife an, da bekommt jeder einen Prepaid-Vertrag. Es wird nicht gefragt, ob jemand eine ausreichende Bonität besitzt. Es gibt auch keine Kostenfallen, weil nicht mehr abgebucht werden kann, als mit dem Prepaid bereits aufgeladen wurde.

Drei ist toll und sehr sozial im Gegensatz zu manch anderen Wettbewerbern.

Ein Hoch auf DREI!

warum sollte es bei prepaid auch eine bonitätsprüfung geben???

die gibt es auch bei anderen mobilfunkern nicht, da der kunde ja vorab bezahlen muss, und somit kein risiko für das unternehmen besteht.

Die anderen Wettbewerber bieten solche Prepaid-Produkte für jedermann nicht an. Deshalb ist einigen Drei ein Dorn im Auge.

Eigentlich sollte der Gesetzgeber, solche Prepai-Produkte ohne Kostenfallen für alle Telekom-Anbieter verpflichtend vorschreiben.

das stimmt einfach nicht. von a1 gibts be-free und bob als wertkarte, von t-mobile gibts xtra und bei orange heißts einfach nur...wertkarte.

was betreibst du so ein bashing wenns einfach nicht stimmt?

Wertkarten um 20 Euro pro Gigabyte hat ein jeder

ja das stimmt

Nur 20 Euro pro Gigabyte ist ein Horrorpreis.

Da kann nur DREI mit vernünftigen Preisen mithalten.

Drei ist super!!!

dann gehts dir also eh nur um den preis, du kleiner DREI kampposter, aber dann sag das gleich dazu, und verzapf keinen mist.

3ReLoad Powerpaket 100MB Preis pro 30 Tage 3 €

bob datenpaket wertkarte 1 GB um 4 Euro für 30 Tage

B.free Data 100 MB um 3 Euro bzw.
B.free Smartphone Pakete Basic 1 GB (inkl. A1 Navi)um 6,90 Euro für 30 Tage.
usw......mfg

15 Euro pro Monat unbegrenzt Surfen

http://www.drei.at/webshop/p... nId=C72633

Das ist unschlagbar.

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