Nach Unfallserie sind Maßnahmen im Pfändertunnel geplant

19. Juli 2012, 14:15
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Erhöhte Markierungen auf der Sperrlinie sollen aufgebracht werden - Faktor Mensch laut Analyse Ursache für Unfälle

Bregenz - Nach einer seit Ende Juni anhaltenden Unfallserie in der neuen Röhre des Pfändertunnels auf der Rheintalautobahn (A14) bei Bregenz hat die Straßenbaugesellschaft Asfinag nun Maßnahmen ergriffen. Als Ergebnis einer gemeinsamen Evaluierung der Unfälle mit der Polizei und den Behörden am Montag wird eine Markierung auf die Sperrlinie aufgebracht, die der Autofahrer beim Überfahren spürt. Seit 25. Juni 2012 ereigneten sich fünf Unfälle, am Montag verlor eine Frau bei einem Gegenverkehrsunfall ihr Leben. Zum Vergleich: Bis zur Eröffnung der neuen Röhre waren heuer 19 Unfälle aufgezeichnet worden.

"Die Analyse hat gezeigt, dass die Sicherheitseinrichtungen im Tunnel den Vorgaben und Gesetzen vollends entsprechen und insbesondere bei Unfällen zu 100 Prozent funktionieren", so Klaus Fink, Geschäftsführer der Asfinag Alpenstraßen GmbH, nach der Besprechung. Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit habe man sich mit den zuständigen Behörden nun auf eine Profilmarkierung auf der Sperrlinie verständigt. Dabei werden im Abstand von 25 Zentimetern erhöhte Markierungen auf der Sperrlinie im Tunnel aufgebracht, um die Lenker im Fall von Sekundenschlaf, Unachtsamkeit oder Übermüdung zu warnen. Zudem soll die Reinigungsfrequenz erhöht werden, um die Sichtbarkeit der Randmarkierungen zu verbessern.

Faktor Mensch als Ursache

Die Autobahnpolizei Dornbirn, die für den Pfändertunnel zuständig ist, begrüßte die zusätzliche Maßnahme. Man habe seit Eröffnung der Weströhre vier Unfälle im Gegenverkehrsbereich registriert, gerade Frontalunfälle hätten die schlimmsten Konsequenzen, so Kommandant Hubert Übelher. Die Analyse habe aber ergeben, dass bei den meisten Unfällen Lenkerfehlverhalten - Sekundenschlaf, Unachtsamkeit, gesundheitliche Probleme - die Ursache war. "Der Pfändertunnel ist mit 30.000 Fahrzeugen pro Tag im Gegenverkehr nur mit hoher Konzentration zu befahren. Höchste Aufmerksamkeit ist deshalb oberstes Gebot. Einhaltung des Überholverbots, genügend Abstand und die Einhaltung der Geschwindigkeitsvorgabe sind hier unerlässlich", betonte Übelher.

Laut Asfinag-Geschäftsführer Fink ist eine Fachfirma bereits beauftragt, die Profilmarkierung aufzubringen. Die Arbeiten sollen in der Nacht auf Donnerstag bzw. in der Nacht auf Freitag stattfinden. Weil man auf die Bregenzer Festspiele Rücksicht nehme, beginnen die dazu nötigen Sperren des Tunnels erst ab 21.00 Uhr.

Der rund 6,6 Kilometer lange Pfändertunnel ist seit 1980 einröhrig in Betrieb. Mit der Verkehrsfreigabe der neuen Weströhre am 25. Juni 2012 wurde zugleich die Oströhre für ein Jahr für eine Generalsanierung gesperrt. 2013 sollen beide Röhren in Betrieb gehen. Damit sollen die verkehrsgeplagten Bregenzer entlastet und durch die Trennung der Verkehrsströme die Verkehrssicherheit erhöht werden. (APA, 19.7.2012)

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