Assad bei Angelobung des neuen Verteidigungsministers

19. Juli 2012, 20:30

Moskau und Peking stimmen erneut gegen Resolution - Kämpfe erreichen Machtzentrum des Assad-Regimes in Damaskus - Armee will nach Anschlag vom Mittwoch hart durchgreifen

Beirut/Damaskus - Der syrische Staatschef Bashar al-Assad befindet sich offenbar wieder im Präsidentenpalast in Damaskus. Er würde sich dort mit seinen Mitarbeitern aufhalten und "die Geschicke des Landes lenken", sagte einer seiner Berater der Nachrichtenagentur AFP in der libanesischen Hauptstadt Beirut, von wo aus er nach eigenen Angaben in Kontakt mit Assad stehe.

Zuvor hatte das syrische Staatsfernsehen von einem Auftritt Assads im Rahmen der Angelobungsfeier des neuen Verteidigungsministers General Fahad Jassim al-Freij berichtet. Davor war angesichts des Selbstmordattentates vom gestrigen Mittwoch über den Verbleib des syrischen Präsidenten spekuliert worden. Bei dem Anschlag in Damaskus waren drei Männer aus dem engeren Umfeld Assads getötet worden.

Moskau und Peking gegen Resolution

Russland und China haben zum dritten Mal eine Resolution des UN-Sicherheitsrates zu Syrien platzen lassen. Die beiden ständigen Mitglieder des mächtigsten UN-Gremiums legten am Donnerstag in New York ihr Veto gegen einen westlichen Entwurf ein und blockierten die Resolution so trotz großer Mehrheit von elf Stimmen. Zwei Länder enthielten sich. Damit hängt auch die Beobachtermission UNSMIS (United Nations Supervision Mission in Syrien) in Syrien vorerst in der Schwebe. Ihr Mandat läuft am Freitag aus.

Der Entwurf, an dem auch Deutschland beteiligt war, sah einen Umbau der militärischen Beobachtertruppe hin zu einer zivileren Mission vor, die direkt Verhandlungen ankurbeln sollte. Zum ersten Mal enthielt der Entwurf auch die Drohung mit Wirtschaftssanktionen, wenn die Gewalt nicht endet. Das lehnt Russland ab.

Moskau hatte eine bloße Verlängerung der Mission ohne jede Verbindlichkeit vorgeschlagen. Sondervermittler Kofi Annan und UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon hatten hingegen "Konsequenzen" gefordert, wenn der Friedensplan nicht befolgt werde.

Aufständische übernehmen angeblich Grenzposten

Die Aufständischen haben nach irakischen Angaben die Kontrolle über die zwischen beiden Ländern verlaufende Grenze übernommen. "Die Gesamtheit der Grenzposten zwischen dem Irak und Syrien wird fortan von der Freien Syrischen Armee kontrolliert", sagte der irakische Vize-Innenminister Adnan al-Assadi der Nachrichtenagentur AFP in Bagdad mit Blick auf die Kämpfer der syrischen Opposition. Die sogenannte syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete ihrerseits, die Rebellen hätten auch die Kontrolle über einen Übergang zur Türkei übernommen.

Gefechte in Damaskus

Aufständische und Truppen des syrischen Machthabers Bashar al-Assad haben sich am Donnerstag offenbar schwere Gefechte in der Nähe des Regierungsviertels in der Hauptstadt Damaskus geliefert. Bei den Kämpfen im Bezirk Ikhlas sei mindestens ein Mensch getötet worden, sagten Oppositionelle und Augenzeugen. Die Regierungstruppen seien von den Rebellen angegriffen worden. Assad-treue Soldaten hätten in der ganzen Stadt gepanzerte Fahrzeuge aufgefahren und Straßensperren errichtet.

Zudem haben am Donnerstag nach Angaben einer Nichtregierungsorganisation hunderte Bewohner die Flucht vor den schweren Kämpfen zwischen Armee und bewaffneten Regierungsgegnern in einigen Vierteln angetreten. Ein Vertreter der Sicherheitsdienste sagte der Nachrichtenagentur AFP, die "extrem heftigen Gefechte" würden noch zwei Tage andauern, um Damaskus vor Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan "von Terroristen zu säubern".

Armee will "alle Waffen" einsetzen

Bisher hätten sich die Truppen "zurückgehalten", aber nach dem Anschlag vom Mittwoch sei die Armee "entschlossen, alle in ihrem Besitz befindlichen Waffen zur Anwendung zu bringen", sagte der Vertreter der Sicherheitsdienste. Die Armee habe die Bevölkerung aufgefordert, sich aus den Kampfzonen zurückzuziehen. "Die Terroristen versuchen, die Einwohner als menschliches Schutzschild zu verwenden", fügte er hinzu.

Die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach von einer beginnenden Massenflucht in mehreren Stadtteilen. Dazu gehörten die Viertel Mezze und Tadamon sowie das Palästinenserlager Yarmouk im Süden.

Der Leiter der UNO-Beobachtermission in Syrien, der norwegische General Robert Mood, sagte unterdessen auf einer Pressekonferenz in Damaskus, das Land sei "nicht auf dem Weg des Friedens". Er habe der syrischen Regierung seine Verurteilung des Anschlags auf den innersten Machtzirkel von Präsident Bashar al-Assad übermittelt und fordere alle Konfliktparteien auf, "dem Blutbad und der Gewalt in allen ihren Formen" ein Ende zu setzen.

Bei dem Attentat auf das Gebäude der Nationalen Sicherheit in der Hauptstadt waren am Mittwoch drei Vertraute Assads getötet worden, darunter Verteidigungsminister Daoud Rajha und sein Stellvertreter Assef Shawkat, ein Schwager des Staatschefs. Der UNO-Sicherheitsrat soll am Donnerstag über einen neuen Resolutionsentwurf zu Syrien abstimmen. (APA, 19.7.2012)

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offenbar schwere Gefechte in der Nähe des Regierungsviertels ......

.... mindestens ein Mensch getötet worden....

Das müssen aber sehr schwere Gefechte gewesen sein!

Ist die Aufnahme mit Assad vor oder nach dem Attentat entstanden?

Nach dem Attentat, das soll die Vereidigung zeigen bzw. danach.

Woher wollen sie das wissen, ob das nachher entstanden ist? Das wird behauptet.

Na ja ich glaube nicht, dass der Eid vorsorglich dargestellt worden ist...

Weil? Was wenn das ganze schon vorher geplant gewesen ist? Gibt es Bilder vom Anschlag?

Wollen sie damit behaupten die FSA lügt?

Klar will der Westen Assad los werden,

aber sie sollen Russland und China doch bitte ihren eigenen Kurs fahren lassen.

Ist doch irgendwie beruhigend, dass dem Totalitarismus des Westens noch Mächte widerstehen.

Wir sollten mal über Sanktionen gegen Saudi-Arabien oder die USA nachdenken, die die "Aufständischen" heimlich bewaffnen, u.a. wegen Unterstützung terroristischer Gruppen.

Aber nein, solche Gedankengänge haben in unserer gleichgeschalteten Berichterstattung keinen Platz.

Wer gut und wer böse ist, das bestimmt das Imperium.

Nur blöd, dass kaum noch jemand mit Intelligenz an unser verlogenes System glaubt.

Was Sie beschreiben wird eines Tages in Schulen als die Grundvoraussetzung eines neuen Faschismus erklärt.

Und die weniger Intelligenten sowie die Opportunisten, werden sagen, "wir haben doch nichts gewusst, niemals gedacht dass es so weit gehen wird".

Aber es wird weitergehen, wenn unsere Medien bereitwillig desinformieren, wenn von unseren Staatenbündnissen Angriffs- und Bürgerkriege in fremden Ländern aus gesteuert und finanziert werden. Mit unserem Geld und unserem Namen.

Die südeuropäer werden auch schon entmündigt.
Irgendwann ist es einfach zu spät um das ganze Umzukehren. Wir werden von Korrupten Opportunisten und Voll!d!oten regiert und informiert.

Der anstiftende Profitwille wird noch viele Menschenleben dahinraffen.

Wer hat den als erster die Al kaida bewaffnet? Wer hat in Mittel und Südamerika die Guerillas mit Waffen versorgt, na die usa.

bezügl. der al kaida aussage..rofl.. vom immer wieder wiederholtem blödsinn wird es auch nicht richtiger.

Eine wirkliche Struktur "Al Qaida" ist bis heute nicht erwiesen. Wird immer nur erwähnt und mit irgendwelchen Anschlägen in Verbindung gebracht.

Aber die Protagonisten - Mujjahideen, Taliban etc. - sind ganz offiziell von Washington im kalten Krieg gegen die Sowjet Union in Stellung gebracht worden.

Hier eine WDR Doku, in der Sie Zbigniew Brzezinski - den außenpolitischen Sicherheitsberater von Jimmy Carter und nun von Obama - sehen können. In Afghanistans Bergen. Beim motivieren von Gotteskriegern:
http://www.youtube.com/watch?v=UuE34KkFyhE

Die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte ist bloß eine Dönerbude!

Die "Organisation in London deren Berichte über Ereignisse in Syrien oft zur Quelle von Informationen für westliche Journalisten werden, sagte der russische Außenamtssprecher Alexander Lukaschewitsch in einem Statement: 'Entsprechend unserer Informationen arbeiten nur zwei Personen für diese Beobachtungsstelle. Der Leiter und eine Sekretärin'. Die Gruppe wird geleitet von einem gewissen R. Abdurahman, der nicht nur keinen journalistischen oder juristischen Background hat, sondern überhaupt nur Hauptschulbildung. In einem Medieninterview im November letzten Jahres sagte er, dass er ständiger Einwohner von London ist, britischer Staatsbürger und in Business-Aktivitäten involviert sei (er besitzt einen Snackshop)

Lustig was?

Welchen Background hat der Putin? KGB?

Und hats auch zu was gebracht.

Warum posten sie das gleiche "Gschichterl" mit unterschiedlichen nicks in unterschiedlichen Foren ? Veilleicht sind sie ja auch nur eine "Dönerbude" im 10. Hieb, der gerne manipuliert.

Die Presse bringt mit unterschiedlichen Titeln, "FAZ" bis zur "Bild", auch immer die gleichen Lügen

unter Berufung auf die Londoner Dönerbude!

Also muss das auch immer wieder von mir erklärt werden, wenn wieder etwas von dieser Dönerbude kommt!

Das verstehst du doch, odrr?

Die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte

"sprach von einer beginnenden Massenflucht in mehreren Stadtteilen. Dazu gehörten die Viertel Mezze und Tadamon sowie das Palästinenserlager Yarmouk im Süden."

Seltsam, habe gerade mit einigen Freunden in Damaskus telephoniert.

Dazu: Mezzeh, Alles geht seinen Gang, niemand verlässt den Stadtteil, auch wenn von Überfällen und Terrorakte durch Rebellen berichtet wird. Bislang konnten sie sich in Mezzeh nicht festsetzen.

Das Palästinenserlager Yarmouk ist eine Oase der Ruhe. Keine Militärs und auch keine Rebellen überschreiten die Linie in das Lager.

Wenngleich, wie berichtet, rund um Muchaiem (Name des Stadtteils) aufgrund der Nähe zu Qadam und anderen Unruheorten das Militär ständig präsent ist. Von Flucht keine Rede.

Pepi Berger

Geh Pepi, was erzählst uns da?

Vom Grenzübergang in den Libanon, Masnaa,
wird eine Steigerung auf das Vierfache bei Grenzübertritten berichtet.
Alles normal?

Seltsam, habe gerade mit einigen Freunden in Damaskus telephoniert.

Sind sie auch schon vor den Kämpfen geflüchtet?

Immer schön bei der Wahrheit bleiben, Gell!!

Wieviele Syrer überqueren die Grenze in den Libanon bei Masnaa überlicherweise?

jetzt habe ich mir die Kommentare8fast) aller Länder des

sicherheitsrates angehört. Eine grausliche Machtshow des Westen gegen Russland und China. Die Kommentare von Indien,Pakistan und Südafrika zeigen deutlich wie das andere Länder ankotzt.

un sicherheitsrat-life auf UN website

Pakistan und Indien haben gerade interessante statements abgegeben.Russen und Chinesen haben noch gar nicht ihr statement abgegeben.

General Mood's press conference in Damascus , 19 July 2012

http://www.youtube.com/watch?v=K... ature=plcp

odrr ich hab mir die life Übertragung des security council

gegeben und jetz noch die Presse aussagen jedes einzelnen Staates - das wär was für dich.der Westen ist zum speiben,der Russe ist zumindest witzig und Pakistan,Südafrika,Indien sind ursauer was die beiden Blöcke aufführen. der Chinese hat gesagt,was der Westen aufführt ist diplomatisch inakzeptal -er wollte diskutieren-aber der Westen will ja gar nicht.
ich glaube zwei (südafrika und ??) haben quasi gesagt-das ist da ein unseriöser Kinderkarten im security council.
langsam glaub ich der Westen im ökonomisch freiem fall läuft a bisserl Amok....

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