Kleiner als die Erde und praktisch um die Ecke

19. Juli 2012, 14:11
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US-Wissenschafter finden Hinweise auf den möglicherweise am nächsten liegenden fremden Planeten, der kleiner ist als die Erde

Washington - US-Astronomen haben mit dem Weltraumteleskop "Spitzer" Hinweise auf einen Exoplaneten entdeckt, der nach bisherigen Erkenntnissen um ein Drittel kleiner ist als die Erde und nach kosmischen Maßstäben praktisch um die Ecke liegt. Das Objekt "UCF-1.01" sei lediglich 33 Lichtjahre entfernt, teilte die US-Raumfahrtagentur NASA am Mittwoch (Ortszeit) mit. "Wir haben starke Hinweise auf einen sehr kleinen, sehr heißen und sehr nahen Planeten entdeckt mit Hilfe des "Spitzer"-Teleskops", wurde Kevin Stevenson von der University of Central Florida in Orlando zitiert.

In etwa siebenfacher Distanz zwischen Erde und Mond umrundet der Exoplanet sein Zentralgestirn GJ 436 in 1,4 Erdentagen. Die Temperaturen auf "UCF-1.01" betragen daher um die 600 Grad Celsius; die Forscher spekulieren, dass der Planet von Magma bedeckt sein könnte oder Ähnlichkeiten mit dem Merkur aufweist.

Bisher sind erst eine Hand voll Exoplaneten gefunden worden, die kleiner als die Erde sind. Die Forscher hatten "UCF-1.01" entdeckt, als sie einen bekannten Exoplaneten von der Größe Neptuns untersuchten. Winzige, periodische Lichtschwankungen führten auf die Spur der kleinen erdähnlichen Welt: Planeten verraten sich auf Teleskopbildern, weil sie regelmäßig vor ihrem Stern vorbeilaufen und ihn dabei etwas abschatten.

Heiße kleine Planeten

Mit dem Weltraumteleskop "Kepler" waren 2011 zwei sehr kleine Planeten um den rund 1.000 Lichtjahre entfernten Stern "Kepler-20" entdeckt worden. Sie haben den 0,87- und 1,03-fachen Durchmesser der Erde. Für Leben ist es allerdings auch dort zu heiß: Die Planeten umkreisen ihren Stern in nur sechs beziehungsweise knapp 20 Tagen, die Durchschnittstemperatur liegt nach Berechnung der Astronomen bei rund 400 und 850 Grad Celsius.

Das Weltraumteleskop "Kepler" war von der NASA unter anderem gestartet worden, um nach erdähnlichen Planeten zu suchen. Es beobachtet dafür die Helligkeit tausender Sterne. "Spitzer" hingegen erspähte mit "UCF-1.01" das erste Mal einen fremden Planeten. Möglicherweise sei das Teleskop geeignet, weitere erdähnliche Planeten ausfindig zu machen, hieß es. (APA/red, derstandard.at, 19.7.2012)

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    Der Exoplaneten-Kandidat umkreist sein Zentralgestirn in nur geringem Abstand in 1,4 Tagen. Die Astronomen spekulieren, dass seine Oberfläche durch die Hitze aufgeschmolzen ist.

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