Höhere Heilungschancen von Hepatitis C

19. Juli 2012, 15:22
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Behandlungsmöglichkeiten wurden zwar verbessert, allerdings um den Preis von mehr Nebenwirkungen

Weltweit dürften etwa 170 Millionen Menschen von chronischer Hepatitis C und 350 Millionen von chronischer Hepatitis B betroffen sein. "In Österreich haben wir zwischen 80.000 und 90.000 Patienten mit Hepatitis C und 45.000 Menschen mit chronischer Hepatitis B. Das sind diejenigen, von den wir wissen", sagte Angelika Widhalm, Vorsitzende der österreichischen Hepatitis-Hilfe bei einer Presskonferenz in Wien, anlässlich des bevorstehenden Welt-Hepatitis-Tages am 28. Juli.

Triple-Therapien steigern Erfolgschancen ...

Seit einiger Zeit gibt es für Patienten mit einer Hepatitis C-Virusinfektion des Genotyps 1 die sogenannten "Triple-Therapien". Dabei handelt es sich um einen kombinierten Einsatz von Medikamenten, die zum Teil erst im vergangenen Jahr zur Behandlung zugelassen wurden. Zusätzlich zur bisherigen Standardtherapie (pegyliertes Interferon und Ribavirin) erhalten Patienten mit den Substanzen "Boceprevir" oder "Telaprevir" erstmals direkt wirkende antivirale Medikamente, die die Vermehrung des Virus hemmen. Die Ansprechrate bei den Patienten mit dem Genotyp 1 kann so um 25 bis 30 Prozent erhöht werden.

... haben aber auch mehr Nebenwirkungen

"Die neuen Therapien haben aber auch eine Kehrseite, denn sie sind mit schwerwiegenden Nebenwirkungen wie Blutarmut und Hautausschlägen verbunden. Es kann zu Interaktionen mit anderen Medikamenten und zu Resistenzen gegen die Substanzen kommen", gibt Michael Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung zu bedenken. Der Experte sieht in den neuen Behandlungsmöglichkeiten grundsätzlich eine große Chance für Patienten, die bereits eine Leberzirrhose aufgrund der chronischen Hepatitis C entwickelt haben, "doch genau bei diesen Patienten, bei denen die Therapie am dringendsten notwendig ist, treten Nebenwirkungen auch am häufigsten auf".

Problem Stigmatisierung

Ein weiteres Problem ist nach wie vor die Stigmatisierung von Betroffenen. "Lebererkrankungen werden noch immer mit Alkoholmissbrauch in Verbindung gebracht und stigmatisiert", ist die Wiener Landtagsabgeordnete Susanne Bluma überzeugt. Nicht zuletzt deshalb sollte ein zukünftiger Schwerpunkt auf der Prävention liegen, die besonders bei Hepatitis B relativ einfach umsetzbar ist, denn schließlich gibt es hier seit gut 20 Jahren eine hoch wirksame Impfung. (red, derStandard.at, 19.7.2012)

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