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Obwohl er Bachelor- und Masterstudium in insgesamt nur vier Semestern abgeschlossen hat, muss ein Student in Deutschland die Studiengebühren für das gesamte Studium bezahlen. Das hat das Amtsgericht Arnsberg am Mittwoch entschieden. Marcel Pohl hatte nach vier Semestern aufgehört, die Gebühren zu zahlen, nachdem er seinen Abschluss bereits in der Tasche hatte. Vorgesehen ist allerdings eine Studienzeit von elf Semestern, weshalb seine Fachhochschule für Oekonomie und Management (FOM) klagte, um ihn dazu zu zwingen, die restlichen Gebühren zu zahlen.
"Verbindlicher Gesamtpreis"
Wie "Spiegel Online" berichtet, begründete das Gericht sein Urteil damit, dass die Hochschule und der Student keine Semestergebühren vereinbart hätten, sondern "einen verbindlichen Gesamtpreis". Ausschlaggebend ist laut dem Richter gewesen, dass dem Studenten "die Gelegenheit zum Abschluss des Studiums" gegeben worden war. Für das Betriebswirtschaftsstudium, das Pohl abgeschlossen hat, muss man rund 12.000 Euro für den Bachelorabschluss zahlen. Das Masterstudium kostet rund 11.000 Euro.
Studienabschluss ausschlaggebend
Pohl hatte laut "Zeit Online" vor Gericht argumentiert, dass durch die Exmatrikulation nach dem Abschluss sein Vertrag mit der Hochschule gekündigt worden war. Er habe durch die kurze Studienzeit nicht alle Leistungen in Anspruch genommen. Schließlich könne auch ein Studienabbrecher den Vertrag vorzeitigen kündigen und müsse keine Gebühren zahlen. Das ließ das Gericht jedoch nicht gelten. "Eine vorzeitige Beendigung wäre gar nicht möglich gewesen, weil die Fachhochschule durch den Studienabschluss ihre Verpflichtungen erfüllt hat", so das Urteil.
Zu dritt ein Blitz-Studium
Für die Studien, die Pohl in vier Semestern abgeschlossen hat, sind eigentlich elf Semester vorgesehen. Der Student hat das Blitz-Studium mithilfe von zwei Kommilitonen geschafft. Wie "Zeit Online" berichtet, haben sie sich die Lehrveranstaltungen - für keine davon besteht Anwesenheitspflicht - aufgeteilt. Am Abend haben sie einander bei Telefonkonferenzen von den Inhalten der Vorlesungen berichtet.
Reisen durch ganz Deutschland
Die FOM ist mit ihren Hochschulstudienzentren in ganz Deutschland vertreten. Ein bestimmter Kurs wird an zumindest einem Ort immer angeboten. Die drei ehrgeizigen Studenten sind deshalb durch ganz Deutschland gereist, um das Studium so schnell wie möglich abzuschließen. Das Ergebnis: Ein Bachelor-Titel nach eineinhalb Semestern und ein Mastertitel nach zwei Semestern. Das Trio schaffte in zwanzig Monaten 60 Prüfungen und sammelte 300 Leistungspunkte. Zu beachten ist außerdem, dass Pohl und seine Kollegen neben dieser Höchstleistung auch noch berufstätig waren. Pohl beispielsweise arbeitete in einer Bank.
Hochschule nicht begeistert
Die Hochschule selbst ist von dem "Turbo-Studenten", wie ihn die deutschen Medien nennen, nicht allzu begeistert. "Es ist eine extreme Leistung, so schnell zu studieren, aber ich würde es nicht zur Nachahmung empfehlen", sagt FOM-Rektor Burghard Hermeier. Er hält ein Studium, das nur auf den schnellen Erfolg ausgelegt ist, für problematisch. Pohl besucht inzwischen ein berufsbegleitendes Doktoratsstudium an einer englischen Universität. Mit der Doktorarbeit will er sich etwas länger Zeit lassen. (red, derStandard.at, 19.7.2012)
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1. eine private "uni" bietet gegen geld einen "studiengang" an. Das finde ich generell schon bedenklich. Dass das ganze dann über mehrere Städte verteilt ist, finde ich eher merkwürdig. Es schaut eher nach akquise und nach dünnem inhalt aus.
2. ein student, dem es vordergründig darum geht SCHNELL zu sein. (warum auch immer)
Er hält sich für supergeschickt, hat nach einer weile heraus, dass die prüfungen eh nicht so wild sind.
(s.o.) Kungelt sich was mit freunden aus.
Sorry: Wenn man sich den inhalt einer lv via HANDY weitergeben kann...???? Please.
Allzu gehaltvoll kann das nicht sein. Master in 2 Jahren. Zum Dank klagen! Dann noch schön einen britischen "dr" drauf.
Ich würde so einen Fassadenburschi und Querelanten niemals einstellen.
Selbst wenn er saugut wäre - wie jemand gleichzeitig in einer Bank arbeiten und durch halb Deutschland ziehen kann, das würd ich gern erläutert haben.
Wenn jemand nichts macht, und sich nur aufs Studium konzentriert, ist es sicher möglich, eine FH, die keine einzige LV mit Anwesenheitspflicht und keine oder fast keine Voraussetzungsketten bei den Lehrveranstaltungen hat, in Rekordzeit zu absolvieren - aber wenn man dann noch behauptet, nebenbei berufstätig gewesen zu sein, hat man entweder eine große Klappe und vielleicht gerade mal in den Ferien ein bisschen gejobbt oder das Studium liegt von der Menge und Qualität des Angebotenen und vor allem vom Schwierigkeitsgrad weit unter dem der üblichen Unis, Fernunis und Fachhochschulen.
wenn ein student mehr als 11 semester braucht dann muß er ab dem 11. auch nichts mehr zahlen.
alles andere wäre ja rechtlich mMn nicht haltbar oder wie sehen das juristen?
desweiteren frage ich mich wieviele LVs der mann angerechent bekommen haben muß damit er das studium schafft.
kann mir nicht vorstellen, daß sich das bei normallen lv-besuch überhaupt zeitlich ausgehen kann.
da werden die LVs jedes Semester angeboten und genau in diesem besuchen sie die LVs.
Die Dauer für einen Einzelstudenten ist immer mindestens die minimale Semesteranzahl des Stg weil dies organisatorisch garnicht anders möglich ist.
außer man hat schon ein Studium vorher absolviert und besucht nochmal ein fast gleiches studium sodaß ein ganzes studienjahr angerechnet werden kann.
Ich versteh die roten Punkte auch nicht - in Österreich ist die Anwesenheitspflicht an den FHs wesentlich rigider als in Deutschland - in Deutschland ist - zumindest im öffentlichen Bereich - das System an die Uni angelehnt, mit einer Kombination aus Pflicht- und Wahlveranstaltungen. Normalerweise ist immer ein Teil Übungen, Proseminare und Seminare - im Gegensatz zu Vorlesungen mit Anwesenheitspflicht - dabei. (In Österreich, zumindest an vielen FHs, herrscht sogar bei Vorlesungen an FHs Anwesenheitspflicht.)
Es dürfte sich um eine Art private Fernunversität handeln. Allerdings wäre es z.B. völlig unmöglich, ein Studium an der Fernuni Hagen in solcher Rekordzeit zu absolvieren - da muss man sich nämlich wirklich ordentlich reinknien.
Es heißt doch immer, dass man sich auf der Uni selbst organisieren muss, auf der FH kriegt man einen Studenplan und arbeitet das ab. Deshalb gehen Leute denen das selbst organisieren nicht so liegt auf eine FH (so haben das zumindest einige Freunde getan und sind damit sehr glücklich). Außerdem gibt es dort dann Anwesenheitspflicht, das ist eben auch ein Grund warum es einige Freunde machen, da müssen sie nämlich anwesend sein, und so brauchen sie nicht mit dem inneren Schweinehund kämpfen. (Andere Freunde jammern über genau die Anwesenheitspflicht, machen aber FH weil es das Studium anders nicht gibt). Also wie kann man in so einem System einfach 3 mal so schnell sein?
Die FHs in Deutschland ähneln mehr den Unis als den FHs in Österreich. Dennoch ist eine FH wie die im Beitrag geschilderte, ganz sicher nicht der Regelfall. Denn im Normalfall gibt es dort auch nur ein Programm pro Semester an einer lokalen FH, und Veranstaltungen mit Anwesenheitspflicht sowie manche Voraussetzungsketten. Die FHs in Österreich haben meist eine sehr rigide Anwesenheitspflicht, nicht nur in Übungen, Proseminaren, Seminaren, oft in allen oder beinahe allen Lehrveranstaltungen.
Man sollte nicht glauben dass jemand automatisch mehr kann, bloß weil er schnell studiert. Ich kenne Kollegen, die auch auf schnell gemacht haben, und dafür weniger mitgenommen haben. Andererseits darf man sie auch nicht vorverurteilen. Manche bringen Geschwindigkeit und Qualität gut unter einen Hut. Man muss sich halt im Einzelfall anschauen was die Leute wirklich können.
Zitrone für die Fachhochschule, sich so lächerlich zu machen. Wenn so etwas schon möglich ist, dann muss ich daraus Kapital schöpfen und das positiv vermarkten. So stehen sie als komplette Trottel da. Aber das ist in "Bildungseinrichtugen" meist der Fall...
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